ListenYourNews
C1
20 Romane auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis
Die Jury des Deutschen Buchpreises stellt die Longlist mit 20 Romanen vor. Bekannte und neue Autorinnen und Autoren stehen auf der Liste. Im September folgt die Shortlist, im Oktober die Preisverleihung.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Longlist zum Deutschen Buchpreis mit 20 Romanen vorgestellt.
Host: Die Jury des Deutschen Buchpreises hat am Dienstag ihre Longlist veröffentlicht, und gleich fällt auf, dass sie mit zwanzig Romanen recht umfangreich ausgefallen ist.
Guest: Ja, zwanzig Titel aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, wobei die Auswahl diesmal besonders vielfältig wirkt, sowohl sprachlich als auch kulturell.
Host: Erinnere mich, wie dieser Preis eigentlich entstanden ist – er wurde doch nicht schon immer vergeben, oder?
Guest: Nein, ins Leben gerufen wurde er 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, mit dem Ziel, jedes Jahr den besten deutschsprachigen Roman auszuzeichnen.
Host: Und wer entscheidet, welche Bücher überhaupt auf so eine Liste kommen?
Guest: Das obliegt sieben Jurorinnen und Juroren, die aus einer Fülle von Neuerscheinungen die zwanzig aussichtsreichsten herausfiltern müssen – eine Aufgabe, die insofern heikel ist, als am Ende stets Titel fehlen, die manche für preiswürdig gehalten hätten.
Host: Wie geht es denn nach dieser Longlist weiter?
Guest: Im September wird die Auswahl auf sechs Titel verkürzt, also auf die sogenannte Shortlist, während der Hauptpreis dann erst am 5. Oktober verliehen wird.
Host: Das ist doch der Tag, an dem traditionell die Frankfurter Buchmesse eröffnet wird?
Guest: Genau, die Verleihung bildet den Auftakt zur Messe, wodurch der Preis eine enorme öffentliche Aufmerksamkeit bekommt.
Host: Welche Namen sind dir auf der Liste als Erstes aufgefallen?
Guest: Zum einen bekannte Autoren wie Heinz Strunk und Ingo Schulze, zum anderen Neuentdeckungen wie Miriam Carbe und Alisha Gamish, und dazwischen etablierte Autorinnen und Autoren wie Yade Yasemin Önder, Peggy Mädler und Elias Hirschl.
Host: Gibt es Romane, die als besonders aussichtsreich gelten?
Guest: Ja, vor allem drei umfangreiche historische Romane werden immer wieder genannt. Zunächst „Die Lücken" von Shida Bazyar, die 1988 in Hermeskeil im Hunsrück geboren wurde und deren Eltern vor rund vierzig Jahren aus dem Iran nach Deutschland geflohen sind.
Host: Ein Hintergrund, der sich vermutlich auch im Roman niederschlägt.
Guest: Davon kann man ausgehen, wobei die Jury dazu keine näheren Angaben gemacht hat. Der zweite Titel ist „Sanditz" von Lukas Rietzschel, der von einer fiktiven ostdeutschen Kleinstadt nach der Wende erzählt.
Host: Und der dritte?
Guest: „Anton und Alma" von Dana Vowinckel, ein Roman über eine junge Liebe, die sich im Umfeld des 7. Oktober 2023 und des darauffolgenden Kriegs in Gaza entfaltet.
Host: Also durchaus ein aktuelles, politisch aufgeladenes Thema.
Guest: Absolut, und das zeigt, dass die Jury bewusst auch zeitgeschichtlich brisante Stoffe berücksichtigt hat.
Host: Du hast die kulturelle Vielfalt der Liste erwähnt. Woran macht sich die konkret fest?
Guest: Daran, dass mehrere Nominierte, etwa Tomer Gardi und Karosh Taha, keine deutschen Muttersprachler sind. Außerdem erhält der Roman „King Cobra" von Muri Darida besondere Aufmerksamkeit.
Host: Was zeichnet den aus?
Guest: Muri Darida ist eine non-binäre Person mit ungarischen Wurzeln, und der Roman handelt von einer familiären Spurensuche.
Host: Klingt nach einem sehr persönlichen Buch.
Guest: Davon darf man ausgehen, allerdings verrät der Artikel dazu keine weiteren Details.
Host: Kommen wir zur Kritik. Worum geht es da genau?
Guest: Mehreren vielbeachteten Romanen fehlt schlicht der Platz auf der Liste, was in der Literaturszene für Diskussionen sorgt. Zum Beispiel „Sie wollen uns erzählen" von Birgit Birnbacher, „Im ersten Licht" von Norbert Gstrein und „Luft nach unten" von Tamara Štajner.
Host: Drei Namen, die man durchaus hätte erwarten können.
Guest: Genau deshalb sorgt ihr Fehlen für so viel Gesprächsstoff, insofern jede Jury-Entscheidung zugleich eine Ausschlussentscheidung ist.
Host: Man könnte sagen, die Longlist verrät ebenso viel über die Jury wie über den Zustand der deutschsprachigen Literatur.
Guest: Das trifft es gut, und genau deshalb wird man die Verkürzung auf die Shortlist im September mit besonderem Interesse verfolgen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!