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Bayern-Stürmer Musiala leidet an Absence-Epilepsie
Jamal Musiala ist zweimal in drei Tagen während eines Spiels zusammengebrochen. Ärzte vermuten Absencen, eine Form von Epilepsie. Ein Experte aus Freiburg erklärt die Symptome und die Behandlung.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Bayern-Stürmer Musiala leidet an Absence-Epilepsie.
Host: Jamal Musiala ist am 19. August zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen während eines Spiels zusammengebrochen. Was ist da genau passiert?
Guest: Er wurde kurz auf dem Platz behandelt und musste das Feld dann mit medizinischer Unterstützung verlassen. Später hat er sich selbst auf Instagram geäußert und von einer gut behandelbaren neurologischen Störung gesprochen.
Host: Der Freiburger Neurologe Andreas Schulze-Bonhage hat die Symptome ja öffentlich eingeordnet, oder?
Guest: Genau, er leitet das Epilepsiezentrum der Uniklinik Freiburg und vermutet, dass es sich um sogenannte Absencen handelt, also eine Form epileptischer Anfälle.
Host: Was passiert bei so einem Anfall eigentlich im Gehirn?
Guest: Normalerweise arbeiten Milliarden Nervenzellen unabhängig voneinander, etwa um Sinneseindrücke zu verarbeiten oder Bewegungen zu steuern. Bei einem Anfall entladen sich diese Zellen aber gleichzeitig in einem untypischen Rhythmus.
Host: Und das führt dann zu diesem plötzlichen Zusammensinken?
Guest: Ja, weil dabei häufig die Muskelspannung sinkt. Vor allem ist das Bewusstsein für kurze Zeit gestört, während kaum andere Symptome auftreten - genau das, was auch bei Musiala zu beobachten war.
Host: Kann man denn schon sicher sagen, dass es Absencen sind?
Guest: Nein, eine gesicherte Diagnose ist ohne ein Elektroenzephalogramm nicht möglich, obwohl die Symptome ziemlich eindeutig darauf hindeuten. Solche Messungen der Hirnströme werden auch gebraucht, um bei bereits diagnostizierten Patienten die Medikamente richtig einzustellen.
Host: Wie stehen die Chancen, dass Musiala davon komplett geheilt wird?
Guest: Bei rund 85 Prozent der Betroffenen lässt sich durch eine medikamentöse Behandlung über viele Jahre vollständige Anfallsfreiheit erreichen. Bei den übrigen gelingt es zumindest meistens, die Häufigkeit deutlich zu senken.
Host: Ist es eigentlich ungewöhnlich, dass so etwas mit 23 Jahren zum ersten Mal auftritt?
Guest: Absencen treten am häufigsten im frühen Kindesalter oder im höheren Lebensalter auf. Dass sich diese Epilepsieform mit 23 neu zeigt, ist deshalb eher ungewöhnlich, sagt Schulze-Bonhage.
Host: Gibt es dafür eine Erklärung?
Guest: Denkbar wäre, dass Musiala schon früher betroffen war, die Erkrankung aber durch eine wirksame Behandlung unauffällig blieb und jetzt nur neu eingestellt werden muss.
Host: Musiala spielt seit 2020 für Bayern und gehört fest zum Nationalmannschaftskader. Könnte die Erkrankung seine Karriere gefährden?
Guest: Das hat der Neurologe verneint. Zwischen den einzelnen Anfällen funktioniert das Gehirn völlig normal, sodass Betroffene ihrem Beruf uneingeschränkt nachgehen und auch als Leistungssportler aktiv sein können.
Host: Gibt es dafür ein bekanntes Beispiel?
Guest: Schulze-Bonhage nennt den Fußballer Ronaldo, bei dem eine Epilepsie mit noch stärker ausgeprägten Anfällen auftrat und der trotzdem einer der größten Stars seines Sports wurde. Der Fall zeigt, dass Epilepsie im Spitzensport längst kein Karrierehindernis und kein Tabuthema mehr ist.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!