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B2
Buttersäure-Angriff auf Kölner NS-Dokumentationszentrum
Unbekannte haben eine stinkende Flüssigkeit an den Eingängen des NS-Dokumentationszentrums in Köln verteilt. Die Polizei vermutet Buttersäure und prüft ein politisches Motiv.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Buttersäure-Angriff auf Kölner NS-Dokumentationszentrum.
Host: In der Nacht zum Freitag wurde das NS-Dokumentationszentrum in Köln offensichtlich gezielt angegriffen, oder?
Guest: Genau, Unbekannte haben eine übel riechende Flüssigkeit an allen drei Zugängen des Gebäudes verteilt, also am Appellhofplatz, im historischen EL-DE-Haus.
Host: Wie wurde das überhaupt entdeckt?
Guest: Mitarbeitende haben am Freitagmorgen einen extremen Gestank bemerkt und sofort die Polizei alarmiert.
Host: Weiß man schon, um welche Substanz es sich handelt?
Guest: Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen von einem Angriff mit Buttersäure aus, obwohl die genaue Ursache noch ermittelt wird.
Host: Und weil ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden kann, ist wohl der Staatsschutz eingeschaltet worden?
Guest: Richtig, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da man einen politischen Hintergrund vermutet.
Host: Kannst du kurz erklären, warum dieses Zentrum so bedeutend ist?
Guest: Das NS-DOK gilt als die wichtigste Gedenk- und Erinnerungsstätte an die Opfer des Nationalsozialismus in Köln, weil es die NS-Verbrechen in der Stadt und der Region dokumentiert.
Host: Welche Angebote gibt es dort konkret?
Guest: Es zeigt Ausstellungen und bietet außerdem Bildungs- sowie Beratungsangebote gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus an.
Host: Bleibt das Haus jetzt geschlossen?
Guest: Ja, wegen der notwendigen Reinigungsarbeiten bleibt es bis einschließlich Montag geschlossen, ab Dienstag soll der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden.
Host: Wie haben die Menschen in Köln darauf reagiert?
Guest: Schon am Freitagnachmittag kamen spontan rund fünfzig Menschen zu einer Mahnwache vor dem Gebäude zusammen, um ihre Solidarität zu zeigen.
Host: Gab es dazu auch offizielle Stellungnahmen?
Guest: Claudia Wörmann, die Co-Vorsitzende des Fördervereins, bezeichnete den Vorfall als Angriff auf die Erinnerungskultur und zugleich auf die aktuelle Aufklärungsarbeit des Zentrums.
Host: Und wie hat die Stadtspitze reagiert?
Guest: Oberbürgermeister Torsten Burmester verurteilte die Tat scharf und betonte, dass das NS-DOK kein gewöhnliches Gebäude sei, sondern der zentrale Ort, an dem die NS-Verbrechen erforscht und die Opfer gewürdigt würden.
Host: Hat sich auch der Zentrumsleiter geäußert?
Guest: Henning Borggräfe sprach von einem gezielten Angriff auf die Gedenkstätte, kündigte aber an, sich dadurch nicht einschüchtern zu lassen.
Host: Was hat die Politik aus NRW dazu gesagt?
Guest: Die Landtagsvizepräsidentin Berîvan Aymaz von den Grünen nannte den Angriff feige und abscheulich, weil Orte wie das NS-DOK angesichts wachsenden Rechtsextremismus besonders geschützt werden müssten.
Host: Gibt es eigentlich einen zeitlichen Zusammenhang mit anderen Ereignissen?
Guest: Auffällig ist, dass am Donnerstagabend im Zentrum eine Podiumsdiskussion über die Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz stattgefunden hatte.
Host: Vermutet die Polizei da einen Zusammenhang mit dem Angriff?
Guest: Das ist bislang nicht geklärt, obwohl es natürlich Teil der laufenden Ermittlungen ist, ob die Diskussion und der Angriff in der folgenden Nacht zusammenhängen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!