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Chinesischer Satellit nähert sich Bundeswehr-Satellit
Ein chinesischer Satellit ist einem Kommunikationssatelliten sehr nahe gekommen, den auch die Bundeswehr nutzt. Experten vermuten, dass China damit Funkverkehr abhören will.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Chinesischer Satellit nähert sich Kommunikationssatellit der Bundeswehr.
Host: Was mich an dieser Recherche von WDR, NDR und der Süddeutschen am meisten beunruhigt, ist dieser Abstand von nur rund 100 Kilometern im geostationären Orbit.
Guest: Ja, das ist in der Tat eine extrem geringe Distanz, wenn man bedenkt, dass sich das Ganze in etwa 36.000 Kilometern Höhe abspielt.
Host: Kannst du kurz erklären, um welchen Satelliten es da konkret geht?
Guest: Es handelt sich um einen Satelliten des britischen Unternehmens Inmarsat, das seit 2023 zum US-Konzern Viasat gehört und mehr als ein Dutzend Satelliten betreibt.
Host: Und dieser Satellit wird auch von der Bundeswehr genutzt, oder?
Guest: Genau, denn Deutschland verfügt selbst nur über wenige eigene Satelliten, weshalb man auf solche kommerziellen Systeme angewiesen ist – ebenso übrigens die Ukraine.
Host: Wer hat die Annäherung eigentlich festgestellt?
Guest: Das französische Überwachungsunternehmen Aldoria, das eng mit der französischen Raumfahrtagentur und dem Militär zusammenarbeitet.
Host: Welcher chinesische Satellit war konkret beteiligt?
Guest: Die Bezeichnung lautet TJS-20, gestartet im Oktober 2025, also noch sehr neu.
Host: Offiziell dient dieses Programm ja der Erprobung von Datenübertragungstechnik – klingt erstmal harmlos.
Guest: Allerdings gehen westliche Geheimdienste davon aus, dass solche Satelliten in Wirklichkeit für Spionagezwecke eingesetzt werden.
Host: Gibt es innerhalb des Programms verschiedene Typen?
Guest: Ja, Fachleute unterscheiden zwischen Satelliten zur Frühwarnung vor Raketenangriffen und solchen wie TJS-20, die auf das Abgreifen von Funkverkehr spezialisiert sein sollen.
Host: Das heißt, es geht vermutlich ums Abhören von Kommunikation.
Guest: Genau das vermuten die Experten, zumal eine Distanz von 100 Kilometern im Weltraum als Hinweis auf gezielte Beobachtung gilt.
Host: War das ein einmaliger Vorfall oder eher ein wiederkehrendes Muster?
Guest: Laut Aldoria hat sich TJS-20 in den vergangenen Monaten wiederholt angenähert, allerdings keinem anderen Satelliten eines NATO-Staats in vergleichbarer Weise.
Host: Das heißt, der Fokus lag offenbar gezielt auf diesem einen Inmarsat-Satelliten.
Guest: So scheint es zumindest, ja.
Host: Wie haben die Betroffenen denn reagiert?
Guest: Einem Bericht zufolge wurden Inmarsat-Kunden kürzlich dazu geraten, ihre Übertragungsfrequenzen zu wechseln, um ein mögliches Abhören zu erschweren.
Host: Reicht das denn tatsächlich aus?
Guest: Fachleute bezweifeln das eher, da der chinesische Satellit in seiner Position offenbar viele Frequenzen gleichzeitig erfassen kann.
Host: Also eher eine Notlösung als eine echte Sicherheitsmaßnahme.
Guest: So könnte man es durchaus zusammenfassen, insofern die Grundproblematik ja bestehen bleibt.
Host: Wie hat sich das deutsche Verteidigungsministerium dazu geäußert?
Guest: Es hat sich nicht konkret zu dem Fall geäußert, aber darauf verwiesen, dass das Weltraumkommando der Bundeswehr die Lage im All fortlaufend beobachte.
Host: Eine eher zurückhaltende Reaktion also.
Guest: Durchaus, zumal man ja keine Details zur eigenen Überwachungsfähigkeit offenlegen möchte.
Host: Und was ist mit Viasat als Mutterkonzern?
Guest: Viasat hat bislang nicht auf Anfragen der Journalisten reagiert, ebenso wenig die chinesische Botschaft in Berlin.
Host: Dieses Schweigen auf beiden Seiten wirkt fast bezeichnend.
Guest: Zumindest lässt es viel Raum für Spekulationen, während belastbare offizielle Aussagen weiterhin fehlen.
Host: Wenn ich das richtig verstehe, geht es hier letztlich um die Verwundbarkeit westlicher Kommunikationsinfrastruktur im All.
Guest: Genau, und zwar einer Infrastruktur, auf die gerade Streitkräfte wie die Bundeswehr oder auch die Ukraine im Ernstfall dringend angewiesen sind.
Host: Das macht die ganze Angelegenheit natürlich besonders heikel.
Guest: Folglich dürfte dieser Fall bei westlichen Militärs noch für einige Zeit Besorgnis auslösen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!