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Das EU-Parlament und der Amtsmissbrauch in Italien
Das Europäische Parlament hat eine Antikorruptions-Richtlinie beschlossen. Diese Richtlinie betrifft Italien, weil Italien den Amtsmissbrauch als Straftat abgeschafft hat. Jetzt muss Italien das Gesetz möglicherweise wieder einführen.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über EU-Richtlinie und Amtsmissbrauch: Was bedeutet das für Italien?.
Host: Das Europäische Parlament hat zum ersten Mal in der Geschichte der EU eine Antikorruptionsrichtlinie verabschiedet. Was bedeutet das konkret für Italien?
Guest: Das ist sehr wichtig. Denn in Italien hat die Regierung im Sommer 2024 das Gesetz ddl Nordio beschlossen. Dieses Gesetz hat den Straftatbestand des Amtsmissbrauchs abgeschafft.
Host: Und jetzt muss Italien diesen Straftatbestand wieder einführen?
Guest: Ja, das sagt zumindest Raquel Garcia Hermida. Sie war die Berichterstatterin der Richtlinie in Brüssel. Sie warnte, dass Italien den Amtsmissbrauch in mindestens zwei schweren Fällen wieder einführen muss.
Host: Das klingt nach einem großen politischen Problem für die Regierung Meloni.
Guest: Genau. Giuseppe Busia, der Präsident der Antikorruptionsbehörde, hat gesagt, dass die schnelle Umsetzung der Richtlinie wichtig ist. Er hofft deshalb, dass Italien die Schutzlücken schließt, die durch das ddl Nordio entstanden sind.
Host: Wie hat die Opposition auf die Abstimmung reagiert?
Guest: Sehr kritisch. Giuseppe Conte vom M5S sagte sofort, dass das eine weitere Niederlage für Meloni und Nordio sei. Auch Debora Serracchiani und Federico Gianassi von der PD kritisierten das Gesetz als arrogant und falsch.
Host: Und was sagte Nicola Fratoianni?
Guest: Er schrieb auf X, dass das eine laute Ohrfeige für Minister Nordio und die Regierung Meloni sei. Er ist Mitglied von Avs.
Host: Hat die Regierungsmehrheit diese Kritik akzeptiert?
Guest: Nein. Die Mehrheit hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie sagt, dass es keine Pflicht gibt, den Amtsmissbrauch wieder einzuführen.
Host: Auf welchen Text stützen sie sich dabei?
Guest: Auf Artikel 7 der Richtlinie. Dieser Artikel sagt, dass die Mitgliedstaaten bestimmte schwere Verstöße von Beamten unter Strafe stellen sollen. Aber die Formulierung lässt den Staaten viel Spielraum.
Host: Warum hat die Richtlinie am Ende diese weichere Formulierung?
Guest: Weil die meisten Mitgliedstaaten, auch Italien, in den Verhandlungen eine weichere Version bevorzugt haben. Deshalb gibt es jetzt diesen Streit über die Interpretation zwischen der Regierung und der Opposition.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!