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Deutschland braucht mehr ausländische Arbeitskräfte
In Deutschland arbeiten viele Menschen in Engpassberufen. Immer mehr von ihnen kommen aus dem Ausland, besonders in der Gastronomie und Fleischverarbeitung.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Deutschland braucht immer mehr ausländische Arbeitskräfte in schwer besetzbaren Berufen.
Host: Laut den neuesten Zahlen sind in Deutschland rund neun Millionen Menschen in sogenannten Engpassberufen beschäftigt, also in Berufen, für die besonders schwer Personal gefunden wird.
Guest: Genau, und bemerkenswert ist, dass mehr als eine Million dieser Beschäftigten aus dem Ausland stammen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich dieser Anteil verdoppelt.
Host: Das ist eine enorme Entwicklung. In welchen Berufen zeigt sich das am deutlichsten?
Guest: Besonders bei Kraftfahrern, Gerüstbauern, Bodenlegern und Gebäudereinigern. Dort ist inzwischen jede dritte Stelle mit einer Person ausländischer Herkunft besetzt.
Host: Gibt es Branchen, in denen die Abhängigkeit noch stärker ausgeprägt ist?
Guest: Ja, in der Systemgastronomie und in der Fleischverarbeitung. Dort liegt der Anteil bei etwa 60 Prozent, sodass ausländische Beschäftigte dort sogar die Mehrheit stellen.
Host: Wie erklärt der Linken-Politiker Pascal Meiser diese Entwicklung?
Guest: Er sagt, dass viele Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, die alternative Möglichkeiten haben, seltener bereit seien, in diesen Branchen zu arbeiten, weil die Arbeitsbedingungen schwierig und die Löhne vergleichsweise niedrig sind.
Host: Fordert er deshalb Verbesserungen?
Guest: Ja, er mahnt, dass sich die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung verbessern müssen, damit ausländische Beschäftigte langfristig im Land bleiben, anstatt kurzfristig wieder abzuwandern.
Host: Wird sich der Bedarf an ausländischen Arbeitskräften laut der Bundesregierung weiter erhöhen?
Guest: Ja, in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage heißt es, dass der Bedarf in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werde.
Host: Bedeutet das, dass man sich nicht mehr um inländische Arbeitskräfte kümmern muss?
Guest: Nein, im Gegenteil. Meiser betont, dass dies die Notwendigkeit nicht ausschließt, auch inländische Arbeitskräfte gezielt weiterzuqualifizieren. Beide Ansätze seien notwendig und stünden nicht im Widerspruch zueinander.
Host: Gibt es regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands?
Guest: Durchaus. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Ostdeutschland aufgrund des demografischen Wandels im Verhältnis zur Bevölkerungszahl künftig eine noch höhere Nettozuwanderung benötigen wird als die westlichen Bundesländer.
Host: Warum ist das gerade in Ostdeutschland so?
Guest: Weil die Bevölkerung dort in vielen Regionen bereits altert, was den Fachkräftemangel voraussichtlich noch verschärfen wird.
Host: Insgesamt zeigt sich also, dass bestimmte Wirtschaftsbereiche schon heute stark auf Zuwanderung angewiesen sind.
Guest: Genau, und nach Einschätzung der Bundesregierung wird diese Abhängigkeit in absehbarer Zeit weiter zunehmen, obwohl gleichzeitig auch die inländischen Potenziale genutzt werden sollen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!