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C1
Drohnen als Helfer im Katastrophenschutz
Das DLR testet in Cochstedt bei Magdeburg verschiedene Drohnen für den Katastrophenschutz: die solarbetriebene Großdrohne HAP-alpha, eine autonome Rettungsdrohne und einen Drohnenschwarm.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Drohnen als Helfer im Katastrophenschutz.
Host: In Cochstedt, auf einem ehemaligen Regionalflughafen südwestlich von Magdeburg, betreibt das DLR ein ganzes Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme, mit einer 2,5 Kilometer langen Start- und Landebahn. Was mich überrascht, ist, wie unterschiedlich die dort getesteten Drohnentypen sind.
Guest: Ja, genau, und das reicht von kleinen Rettungsdrohnen bis hin zu einer Großdrohne mit 27 Metern Spannweite. Die HAP-alpha soll ja sogar bis in die untere Stratosphäre aufsteigen, also auf etwa 20 Kilometer Höhe.
Host: Das ist ja beinahe schon Satellitenhöhe. Wozu braucht man das überhaupt in einem Katastrophenfall?
Guest: Die Idee ist, dass sie ein ausgefallenes Kommunikationsnetz ersetzen kann, etwa nach einem schweren Erdbeben oder einer Flut. Anders als ein Flugzeug oder ein Satellit lässt sich die Drohne dauerhaft an wechselnden Orten stationieren.
Host: Und sie wiegt trotz der enormen Spannweite nur rund 40 Kilogramm, wenn ich das richtig im Kopf habe.
Guest: Richtig, sie ist solarbetrieben und kann zudem beliebig oft landen und wieder starten. Das erleichtert Wartung und Beladung erheblich und macht den Betrieb insgesamt kostengünstiger.
Host: Neben dieser Höhenspähe entwickelt das DLR ja auch eine autonome Such- und Rettungsdrohne. Was unterscheidet die eigentlich von der HAP-alpha?
Guest: Die ist für den bodennahen Einsatz gedacht. Sie ist mit einer Such- und Infrarotkamera sowie einem Megafon ausgestattet und überträgt über ein eingebautes 5G-Modem ein aktuelles Lagebild.
Host: An wen genau geht dieses Lagebild?
Guest: An Einsatzkräfte von THW, Rotem Kreuz, Polizei und Feuerwehr. Getestet wurde sie kürzlich im Ahrtal, also genau dort, wo sich 2021 die schwere Flutkatastrophe ereignet hatte.
Host: War sie dabei allein im Einsatz oder im Verbund mit anderen Systemen?
Guest: Gemeinsam mit einem Amphibienfahrzeug und einem unbemannten Erkundungsrover, also insgesamt ein ziemlich kombinierter Ansatz aus Luft und Boden.
Host: Kommen wir zum dritten Schwerpunkt, dem Schwarm. Das Team um Johanna Bethge trainiert dafür ja gleich mehrere Drohnen gemeinsam.
Guest: Zwei Quadrokopter und zwei Starrflügler, die zunächst festgelegte Routen abfliegen. Perspektivisch sollen sie aber auch synchron Hindernissen ausweichen und ihre Formation wechseln können.
Host: Warum lohnt sich überhaupt der Aufwand, gleich mehrere Drohnen zu koordinieren, statt einfach eine einzelne, leistungsfähigere Drohne einzusetzen?
Guest: Weil sich laut Bethge bei großen Katastrophen mit einem Schwarm deutlich schneller ein Lagebild gewinnen lässt als mit einer einzelnen Drohne. Die betroffene Fläche wird schlicht schneller abgedeckt.
Host: Das erinnert mich an diese choreografierten Drohnen-Lichtshows, die man manchmal am Nachthimmel sieht. Ist das technisch vergleichbar?
Guest: Nur oberflächlich. Bei Lichtshows werden die Flugbahnen vorab offline geplant, während Rettungsdrohnen im Schwarm in unbekanntem Gelände selbstständig und in Echtzeit reagieren müssen.
Host: Und dabei dürfen sie sich natürlich auch nicht gegenseitig in die Quere kommen.
Guest: Genau, deshalb müssen sie fortlaufend miteinander kommunizieren. Das ist letztlich die eigentliche technische Herausforderung, nicht der einzelne Flug an sich.
Host: Drohnen sind ja inzwischen auch abseits solcher Forschungsprojekte weit verbreitet. Wie viele Betreiber gibt es denn aktuell in Deutschland?
Guest: Rund 800.000 sind derzeit registriert. Eingesetzt werden die Fluggeräte zum Beispiel als Lastendrohnen der Bergwacht oder mit Wärmebildkameras bei der Feuerwehr, um Glutnester aufzuspüren.
Host: Interessant ist ja auch, dass am selben Standort in Cochstedt offenbar gerade ein Gegenpol entsteht.
Guest: Stimmt, dort wird zusätzlich ein neues Forschungszentrum zur Abwehr von Drohnen eröffnet. Entwicklung und Abwehr wachsen an diesem Standort also gewissermaßen parallel zueinander.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!