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EU beschließt bisher größte Sanktionsrunde gegen Russland
Die EU hat am 12. Oktober 2026 ein großes neues Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Mehr als 1.600 Personen und Organisationen stehen jetzt auf der Liste.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über EU beschließt bisher größte Sanktionsrunde gegen Russland.
Host: Über 1.600 Personen und Organisationen stehen jetzt auf der neuen EU-Sanktionsliste gegen Russland – die umfangreichste seit Beginn des Angriffskriegs. Was wurde da konkret in Luxemburg beschlossen?
Guest: Die Außenministerinnen und Außenminister der EU-Staaten haben ein sehr weitreichendes Paket verabschiedet, das EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas selbst mitgeteilt hat. Seit über vier Jahren Krieg gab es noch keine derart umfangreiche Liste.
Host: Wer steht denn hauptsächlich darauf, eher Einzelpersonen oder Unternehmen?
Guest: Der Großteil betrifft Firmen und Akteure aus dem militärisch-industriellen Sektor. Mehr als die Hälfte davon steht im Zusammenhang mit der Herstellung ballistischer Raketen.
Host: Also eine gezielte Maßnahme gegen die Raketenproduktion statt pauschaler Wirtschaftssanktionen.
Guest: Genau, insofern ist diese Runde fokussierter als frühere Pakete. Zusätzlich hat die EU 77 russische Politiker gelistet, die sich völkerrechtswidrig für die Duma-Wahl in besetzten ukrainischen Gebieten haben aufstellen lassen.
Host: Also eine Botschaft gegen die Legitimierung der Besatzung durch solche Wahlen.
Guest: Genau. Bemerkenswert ist zudem, dass erstmals auch sieben nordkoreanische Personen und Institutionen erfasst wurden, die am Krieg gegen die Ukraine beteiligt sind.
Host: Wie lässt sich so ein Paket mit 1.600 Einträgen überhaupt rechtlich rechtzeitig abstimmen?
Guest: Die Fachabteilungen des Europäischen Auswärtigen Dienstes haben dafür zuletzt durchgehend gearbeitet, damit alles rechtlich wasserdicht ist. Allerdings ist noch nicht alles fertig geprüft.
Host: Was fehlt denn noch?
Guest: Rund 25 weitere, von Deutschland vorgeschlagene Listungen im Zusammenhang mit dem versuchten Drohnenanschlag in Leipzig. Darüber wurde in Luxemburg nur beraten, eine rechtliche Prüfung steht noch aus.
Host: Überschattet wurde das Treffen aber von Kritik an den USA. Worum ging es da?
Guest: Trump hatte zuvor einen Dieseldeal mit Russland angekündigt. Vor den Zwischenwahlen will er die Spritpreise senken und setzt dafür amerikanische Sanktionen gegen russische Energie aus.
Host: Das wirkt wie ein Widerspruch zur europäischen Linie.
Guest: Absolut, zumal es die erste Wiederaufnahme russischer Dieselimporte seit März 2022 ist – zunächst 300.000 Tonnen, im November weitere 500.000, später sollen Millionen Tonnen hinzukommen.
Host: Und das, ohne dass Moskau dafür politische Zugeständnisse machen müsste?
Guest: Genau das stößt in Europa auf Kritik – keine Gegenleistung, nur eine innenpolitisch motivierte Entscheidung vor der Wahl.
Host: Fordert Trump nicht zudem, dass die Ukraine ihre Angriffe auf russische Energieanlagen einstellt?
Guest: Ja, während russische Angriffe auf ukrainische Kraftwerke unverändert weitergehen. Diese Asymmetrie empfinden viele in Europa als besonders schwierig.
Host: Wie positionierte sich Deutschland dazu in Luxemburg?
Guest: Außenminister Wadephul ließ sich vertreten, betonte aber, Deutschland stehe weiterhin fest an der Seite der Regierung Selenskyjs.
Host: War die Ukraine selbst beim Treffen vertreten?
Guest: Ja, Außenminister Andrii Sibiha nahm teil. Ein Thema war der bessere Schutz ukrainischer Getreidetransporte im Schwarzen Meer, die zunehmend von russischen Angriffen auf Frachter und Lagersilos betroffen sind – mit Folgen für die Nahrungsmittelversorgung in Teilen Afrikas und Asiens.
Host: Das verbindet den Krieg also direkt mit globalen Ernährungsfragen.
Guest: Exakt, insofern war das keineswegs nur ein regionales Thema.
Host: Gab es noch weitere Themen?
Guest: Die Minister berieten über die Zukunft der UN-Mission UNIFIL im Libanon, die Ende des Jahres ausläuft.
Host: Das ist doch die Blauhelm-Truppe, die es schon sehr lange gibt?
Guest: Richtig, seit 1978, mit zuletzt rund 10.000 Soldaten. Sie soll nun durch eine deutlich kleinere, reine Ausbildungsmission ersetzt werden.
Host: Wenn man das zusammennimmt, wirkt das Treffen wie ein Balanceakt zwischen geschlossener EU-Sanktionspolitik und widersprüchlichen Signalen aus Washington.
Guest: Das trifft es gut. Die EU erhöht den Druck auf Russland, während die USA in der Energiefrage gerade den gegenteiligen Weg einschlagen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!