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EU und China einigen sich auf weniger Hybridauto-Exporte
China exportiert weniger Hybrid- und Plug-in-Hybridautos nach Europa. Das ist eine neue Einigung mit der EU.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über EU und China einigen sich auf weniger Hybridauto-Exporte.
Host: Also, Peking hat sich jetzt tatsächlich bereit erklärt, die Exporte von Hybrid- und Plug-in-Hybridautos nach Europa deutlich zu drosseln – das ist doch eine überraschende Wendung im Handelsstreit, oder?
Guest: Absolut, zumal Sefcovic betont hat, dass China eine solche Exportmäßigung zum ersten Mal akzeptiert hat, ohne dass vorher die Spannungen eskaliert sind. Insofern ist das schon ein bemerkenswertes Signal.
Host: Wie stark sollen die Lieferungen denn konkret sinken? Hast du da genauere Zahlen?
Guest: Sefcovic zufolge könnten die Lieferungen um mehr als die Hälfte zurückgehen, und über die kommenden vier Jahre soll sich die Zahl der exportierten Fahrzeuge um mehrere Millionen Einheiten verringern. Das wäre, wenn es tatsächlich so kommt, kein kosmetischer Schritt.
Host: Interessant ist allerdings, dass China selbst in seiner eigenen Erklärung nur ganz allgemein von einer Einigung gesprochen hat, ohne konkrete Details zu nennen. Wie bewertest du diese Diskrepanz?
Guest: Das finde ich tatsächlich bezeichnend. Während die EU-Seite mit konkreten Zahlen operiert, bleibt Peking bewusst vage – vielleicht, um sich innenpolitisch nicht festzulegen oder um die eigene Industrie nicht zu verschrecken.
Host: Und trotzdem betonen beide Seiten, die Vereinbarung stehe im Einklang mit den WTO-Regeln.
Guest: Genau, das ist ihnen offenbar wichtig, um nicht in Erklärungsnot zu geraten, falls andere Handelspartner den Schritt als protektionistisch kritisieren würden.
Host: Warum ist dieser Kompromiss denn gerade jetzt so dringend? Was steckt eigentlich hinter dem Ganzen?
Guest: Der Hintergrund ist der wachsende Konkurrenzdruck durch chinesische Autohersteller in Europa. Hybridfahrzeuge sind inzwischen das größte Marktsegment in der EU – im August machten sie mehr als 44 Prozent aller Neuzulassungen aus.
Host: Und ausgerechnet in diesem Segment haben chinesische Hersteller zuletzt deutlich Marktanteile gewonnen, richtig?
Guest: Richtig, und VW-Chef Oliver Blume hat ja gewarnt, dass chinesische Anbieter aggressiv nach Europa drängen. Im zweiten Quartal war bereits jeder dritte in Europa verkaufte Plug-in-Hybrid chinesischer Herkunft.
Host: Das ist schon eine erstaunliche Zahl. Woran liegt das – ist es reine Preispolitik?
Guest: Branchenvertreter sprechen jedenfalls von einem regelrechten Preiskampf, gerade wegen der starken Preisnachlässe eines Herstellers wie BYD. Deutsche Hersteller können da preislich schlicht nicht mithalten.
Host: Wie haben denn die deutschen Verbände auf die Einigung reagiert?
Guest: Der VDA bezeichnet sie als positives Signal, will sich aber erst abschließend festlegen, sobald konkrete Details und Auswirkungen bekannt sind. Man ist also vorsichtig optimistisch, aber eben noch zurückhaltend.
Host: Und auf politischer Seite?
Guest: Bernd Lange, der SPD-Europaabgeordnete und Vorsitzende des Handelsausschusses, spricht von ersten Fortschritten, aber noch keinem zentralen Durchbruch. Er lobt zwar die Entlastung für die europäischen Autobauer, betont jedoch, dass der Markt dadurch nicht komplett abgeschottet werde.
Host: Das klingt, als wäre diese Hybridauto-Frage nur ein Teilaspekt eines größeren Pakets.
Guest: Genau, sie ist nur einer von insgesamt 16 Punkten einer gemeinsamen Erklärung beider Seiten. Darin geht es unter anderem auch um mögliche Gespräche über Zollsenkungen im Rahmen der WTO-Regeln.
Host: Wer entscheidet denn letztlich über die endgültige Umsetzung?
Guest: Laut Sefcovic müssen das nun EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Mitgliedstaaten entscheiden. Insofern ist das Ganze bislang eher eine politische Absichtserklärung als ein bereits verbindliches Abkommen.
Host: Das heißt, man sollte die Euphorie noch etwas dämpfen?
Guest: Ich würde sagen: ja. Solange die konkreten Details fehlen und die Umsetzung noch von mehreren Akteuren abgesegnet werden muss, bleibt es folglich bei einer vorsichtigen, aber durchaus bemerkenswerten Ankündigung.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!