ListenYourNews
B2
Evergrande-Gründer Xu Jiayin zu lebenslanger Haft verurteilt
Ein Gericht in China hat den Evergrande-Gründer Xu Jiayin wegen Korruption und Finanzbetrug zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch fünf weitere Manager und die Firma selbst wurden bestraft.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Evergrande-Gründer Xu Jiayin zu lebenslanger Haft verurteilt.
Host: Ein Gericht in Shenzhen hat Xu Jiayin, den Gründer von Evergrande, zu lebenslanger Haft verurteilt – das ist schon ein drastisches Urteil, oder?
Guest: Absolut, und es kommt nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie schwerwiegend die Vorwürfe waren. Ihm wurden Korruption, Finanzbetrug, Untreue und Unterschlagung nachgewiesen.
Host: Zusätzlich wurden ihm ja auch dauerhaft alle politischen Rechte aberkannt und sein gesamtes Vermögen eingezogen. Was bedeutet das konkret?
Guest: Das bedeutet, dass er nie wieder politisch aktiv sein darf, während sein komplettes Vermögen dem Staat zufällt. Das zeigt, wie ernst die Behörden diesen Fall nehmen.
Host: Laut Urteil kam es zwischen 2016 und 2021 unter seiner Leitung wiederholt zu Gesetzesverstößen im Unternehmen. Worum ging es dabei genau?
Guest: Die Richter sprachen von andauerndem Finanzbetrug in großem Ausmaß. Vermögenswerte wurden künstlich aufgeblasen, damit das Unternehmen solventer wirkte, als es tatsächlich war, während gleichzeitig Schulden verschleiert wurden.
Host: Das heißt, es wurde systematisch getäuscht, obwohl die tatsächliche finanzielle Lage längst kritisch war?
Guest: Genau. Und nicht nur das – die Verantwortlichen sollen sich durch Bestechung auch noch Einfluss auf Finanzinstitute verschafft haben, um an weitere Kredite zu kommen.
Host: Interessant ist, dass Xu die Vorwürfe im Prozess eingeräumt und Reue gezeigt hat. Hat ihm das nicht geholfen?
Guest: Offensichtlich nicht in dem Maße, dass es die Strafe gemindert hätte. Angesichts des Ausmaßes des Betrugs war das Gericht wohl kaum bereit, mildernde Umstände stark zu gewichten.
Host: Xu war ja nicht allein verantwortlich. Was passierte mit den anderen Führungskräften?
Guest: Fünf weitere frühere Führungskräfte von Evergrande wurden ebenfalls wegen Betrugs verurteilt, zu Freiheitsstrafen zwischen sechs und 18 Jahren.
Host: Und der Konzern selbst wurde ja auch finanziell bestraft, nicht wahr?
Guest: Ja, gegen Evergrande und dessen Immobiliensparte wurden Geldbußen von insgesamt 15,82 Milliarden Yuan verhängt – umgerechnet rund zwei Milliarden Euro.
Host: Evergrande war doch lange Zeit eines der größten Bau- und Immobilienunternehmen Chinas. Wie kam es überhaupt zu diesem Absturz?
Guest: Der Konzern profitierte jahrzehntelang von der schnellen Verstädterung und dem wachsenden Wohlstand im Land. Durch eine extrem hohe Verschuldung geriet er jedoch zunehmend in Schieflage, bis er 2021 schließlich Insolvenz anmelden musste.
Host: Und seitdem ging es weiter bergab?
Guest: Ja, Anfang 2024 ordnete sogar ein Gericht in Hongkong die Zerschlagung des hoch verschuldeten Unternehmens an. Damit ist die einstige Erfolgsgeschichte endgültig zu Ende.
Host: Ein wirklich beeindruckender Fall dafür, wie schnell ein scheinbar unantastbarer Konzern zusammenbrechen kann, wenn systematisch betrogen wird.
Guest: Genau, und das Urteil zeigt auch, dass selbst die mächtigsten Unternehmer in China nicht vor Konsequenzen geschützt sind, sobald das Ausmaß des Betrugs offenkundig wird.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!