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Grippewelle 2026/27: Kommt sie früher?
Die Grippewelle in Deutschland könnte dieses Jahr früher beginnen. In den USA kam sie schon vier Wochen früher als normal. Viele Risikopatienten sind noch nicht gegen Grippe geimpft.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Grippewelle 2026/27: Früherer Start und niedrige Impfquote bei Risikogruppen.
Host: Also, Experten warnen ja davor, dass die Grippewelle in diesem Jahr früher beginnen könnte als sonst, oder?
Guest: Genau, das liegt vor allem an Beobachtungen aus den USA. Laut einem Bericht des Fachmagazins Nature begann die Grippewelle dort bereits mehr als vier Wochen früher als gewöhnlich.
Host: Und was hat das mit Deutschland zu tun? Die USA liegen doch ziemlich weit weg.
Guest: Stimmt, aber Erkältungsviren wandern ja jahreszeitlich zwischen Nord- und Südhalbkugel. Deshalb lassen sich aus solchen Entwicklungen gewisse Rückschlüsse für Europa ziehen, obwohl sichere Vorhersagen laut Fachleuten nicht möglich sind.
Host: Gibt es noch etwas Neues zum Virus selbst?
Guest: Ja, amerikanische Forscher haben außerdem eine neue Mutation des zurzeit dominierenden Grippevirus-Subtyps H1N1 entdeckt.
Host: Das klingt beunruhigend. Erwarten die Experten trotzdem, dass die Saison hier ähnlich verläuft wie in den vergangenen Jahren?
Guest: Bei einem Pressetermin äußerten sich Fachleute aus Virologie, Epidemiologie sowie Kinder- und Jugendmedizin genau dazu. Sie gehen insgesamt davon aus, dass sich die Erkältungssaison in Deutschland ähnlich entwickeln wird wie in den Vorjahren.
Host: Und die Impfstoffe, schützen die überhaupt, wenn die Virusstämme woanders unterschiedlich sind?
Guest: Die Virologin Ulrike Protzer von der Technischen Universität München hat erklärt, dass die aktuellen Grippeimpfstoffe trotz unterschiedlicher vorherrschender Stämme in Australien und Japan weiterhin zuverlässig schützen.
Host: Trotzdem scheint es ein großes Problem mit der Impfbereitschaft zu geben, richtig?
Guest: Leider ja. Nur etwa 30 bis 40 Prozent der Erwachsenen mit Vorerkrankungen sind gegen Influenza geimpft. Bei Kindern mit Grunderkrankungen liegt die Quote sogar nur bei rund zehn Prozent.
Host: Das heißt, der Großteil der gefährdeten Kinder bleibt ungeschützt?
Guest: Genau, und der STIKO-Vorsitzende und Kinderarzt Reinhard Berner kritisiert deshalb, dass ein Großteil der gefährdeten Kinder und zwei Drittel der gefährdeten Erwachsenen ohne Schutz bleiben.
Host: Welche Viren sind denn im Moment in Deutschland eigentlich am verbreitetsten?
Guest: Aktuell dominieren vor allem Rhino- und Parainfluenzaviren, gegen die es gar keine zugelassenen Impfstoffe gibt. Wer sich trotzdem schützen möchte, kann nur auf Masken setzen oder das Vermeiden von Kontakten.
Host: Und Corona spielt offenbar auch noch eine Rolle?
Guest: Ja, Abwasseranalysen etwa in Bayern zeigen bereits einen deutlichen Anstieg von SARS-CoV-2. Neue Varianten treten zwar regelmäßig auf, gelten aber nicht automatisch als gefährlicher, und die Krankheitslast durch Covid-19 nimmt seit der Pandemie insgesamt ab.
Host: Wen empfiehlt die STIKO denn konkret für eine Impfung?
Guest: Menschen über 75 Jahren, Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Personen mit Vorerkrankungen sollten sich gegen SARS-CoV-2 und das Respiratorische Synzytial-Virus RSV impfen beziehungsweise auffrischen lassen.
Host: Warum raten Fachleute eigentlich zu einer möglichst frühen Impfung?
Guest: Weil der Immunschutz gegen Atemwegsviren nach etwa ein bis zwei Jahren deutlich nachlässt und der Körper außerdem rund zwei Wochen benötigt, um nach der Impfung vollen Schutz aufzubauen. Deshalb sollte man damit nicht zu lange warten.
Host: Wann wird denn mit dem Höhepunkt der Wellen gerechnet, falls die Saison ähnlich verläuft wie bisher?
Guest: Die Höhepunkte der Grippe- und RSV-Wellen werden rund um Weihnachten sowie im Januar und Februar erwartet.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!