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Haakon VIII. ehrt in erster Ansprache als König seinen verstorbenen Vater
Norwegens neuer König Haakon VIII. hat zum ersten Mal als König zum Volk gesprochen. Er dankte seinem verstorbenen Vater Harald V. und sprach über seine Familie und seine neue Aufgabe.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Haakon VIII. ehrt in erster Ansprache als König seinen verstorbenen Vater.
Host: Was für ein bewegender Moment das gewesen sein muss, als Haakon VIII. sich am 29. August zum ersten Mal seit dem Tod seines Vaters an die Öffentlichkeit gewandt hat.
Guest: Ja, absolut, und bemerkenswert fand ich, dass er in dieser ersten Rede als Monarch nicht nur seiner Familie und dem norwegischen Volk gedankt hat, sondern ausdrücklich auch seinem verstorbenen Vater Harald V. für dessen Wirken zum Wohl Norwegens.
Host: Harald V. war ja erst am Morgen des 28. August im Universitätskrankenhaus in Oslo gestorben, im Alter von 89 Jahren – das liegt also gerade mal einen Tag zurück.
Guest: Genau, und er hatte zuletzt an hämolytischer Anämie gelitten, also einer Form der Blutarmut, die offenbar seinen Gesundheitszustand zunehmend geschwächt hatte.
Host: Was mich überrascht hat, war die Reaktion der Bevölkerung: Nach der Todesnachricht sind ja zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in die Rathäuser im ganzen Land gegangen, um sich in Kondolenzbücher einzutragen.
Guest: Insofern zeigt das schon, wie tief verwurzelt die Monarchie im norwegischen Selbstverständnis ist – vor dem Schloss in Oslo haben Tausende Blumen und Briefe niedergelegt, während landesweit die Flaggen auf Halbmast gesetzt wurden.
Host: Lass uns über die Rede selbst sprechen. Wie hat Haakon seinen Vater eigentlich gewürdigt?
Guest: Er hat ihn als jemanden beschrieben, der stets treu zu seinen Werten und Pflichten gestanden habe und der allen Menschen mit Respekt und Großzügigkeit begegnet sei, ohne dabei Unterschiede zu machen.
Host: Also weniger eine politische Würdigung als vielmehr ein sehr persönliches Bild.
Guest: Genau, er hat ihn zudem als warmherzigen Großvater sowie als liebevollen und fürsorglichen Ehemann beschrieben, der für Zusammenhalt in der Familie gesorgt habe.
Host: Es gab da ja auch diesen besonders berührenden Moment mit dem Hochzeitstag, oder?
Guest: Ja, sichtlich bewegt erinnerte der 53-Jährige daran, dass seine Eltern, Harald V. und Königin Sonja, ausgerechnet an diesem Tag ihren 58. Hochzeitstag gefeiert hätten, und er richtete unter Tränen Glückwünsche an seine Mutter.
Host: Das muss ein unglaublicher Spagat gewesen sein, an einem Tag zu trauern und gleichzeitig einen solchen Jahrestag zu würdigen.
Guest: Absolut, und trotzdem hat er offenbar den Blick nach vorne nicht verloren, denn er erklärte, ihm stehe nun eine große Aufgabe bevor.
Host: Hat er dazu etwas Konkreteres gesagt?
Guest: Nicht wirklich konkret, allerdings zitierte er seinen Vater, der ihm stets vermittelt habe, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden müsse – und nun sei eben er an der Reihe.
Host: Das klingt fast wie ein Vermächtnis, das er da übernimmt.
Guest: So könnte man es lesen, ja. Und offenbar kommt ihm dabei zugute, dass der neue König in der norwegischen Bevölkerung bereits großes Ansehen genießt.
Host: Wie geht es denn jetzt formal weiter? Es gibt ja sicher noch offizielle Schritte.
Guest: Für den kommenden Dienstag ist vorgesehen, dass Haakon VIII. vor dem Parlament einen Eid auf die Verfassung leistet.
Host: Wird es dabei eine klassische Krönungszeremonie geben, mit Krone und allem Drum und Dran?
Guest: Nein, und das überrascht viele, die mit anderen Monarchien vertraut sind: Diese Tradition wurde in Norwegen bereits 1908 abgeschafft.
Host: Interessant, folglich wird also auch seine Frau nicht gekrönt?
Guest: Richtig, auch Königin Mette-Marit wird demnach nicht gekrönt, sondern es bleibt bei diesem schlichteren, verfassungsrechtlich verankerten Akt.
Host: Insgesamt wirkt das Ganze auf mich wie ein sehr bewusster Kontrast: einerseits die emotionale, fast intime Rede, andererseits ein nüchterner, formaler Verfassungseid ohne Pomp.
Guest: Das trifft es gut. Während die Trauer und die persönliche Würdigung im Zentrum der Ansprache standen, bleibt der eigentliche Machtübergang bewusst schmucklos und traditionsgebunden.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!