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C1
Immer mehr Mädchen wegen Essstörungen im Krankenhaus
Die Zahl der Mädchen und jungen Frauen mit einer Essstörung im Krankenhaus ist stark gestiegen. 2024 waren es doppelt so viele wie 2004. Am häufigsten ist die Diagnose Magersucht.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Immer mehr Mädchen wegen Essstörungen im Krankenhaus.
Host: Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts sind wirklich alarmierend: Innerhalb von zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Mädchen, die wegen einer Essstörung stationär behandelt werden mussten, mehr als verdoppelt.
Guest: Genau, und das Erschreckende daran ist ja nicht nur der absolute Anstieg, sondern auch, wie sich die Alterszusammensetzung verschoben hat. Während die Zehn- bis Siebzehnjährigen 2004 noch knapp ein Viertel aller Fälle ausmachten, sind es 2024 bereits fast die Hälfte.
Host: Das heißt, Essstörungen betreffen zunehmend jüngere Patientinnen, oder? Kann man sagen, dass sich das Problem regelrecht in die Jugend verlagert hat?
Guest: Insofern trifft das zu, ja. Wobei man vorsichtig sein sollte, daraus vorschnelle Schlüsse zu ziehen – die Statistik zeigt zwar eine deutliche Verschiebung, erklärt uns aber nicht, warum das so ist.
Host: Wie viele Mädchen und junge Frauen waren denn konkret betroffen?
Guest: 2024 wurden rund 6.000 Mädchen und junge Frauen zwischen zehn und 17 Jahren stationär behandelt. 2004 waren es noch etwa 2.800 Fälle gewesen – also mehr als eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahrzehnten.
Host: Und wie sieht das Gesamtbild aus, also über alle Altersgruppen hinweg betrachtet?
Guest: Insgesamt wurden 2024 rund 12.400 Menschen wegen einer Essstörung stationär behandelt, das sind 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Am häufigsten wurde dabei Magersucht diagnostiziert, mit etwa 9.000 Behandlungsfällen.
Host: Und an zweiter Stelle folgte, wenn ich mich recht erinnere, die Bulimie?
Guest: Richtig, die sogenannte Ess-Brech-Sucht, mit rund 1.300 Fällen. Damit bleibt Magersucht allerdings mit deutlichem Abstand die häufigste Diagnose in diesem Bereich.
Host: Was mir außerdem auffällt: Der Anteil weiblicher Patienten ist ebenfalls gestiegen, obwohl er ja schon vorher sehr hoch war.
Guest: Ja, das ist bemerkenswert. 2004 lag der Frauenanteil bei 88,5 Prozent, 2024 waren es bereits 92,9 Prozent. Essstörungen werden also nach wie vor überwiegend bei Mädchen und Frauen diagnostiziert – und dieser Unterschied hat sich sogar noch vergrößert, statt sich anzugleichen.
Host: Das wirft natürlich die Frage auf, ob Jungen und Männer möglicherweise seltener diagnostiziert werden, während Essstörungen bei ihnen durchaus genauso vorkommen könnten – die Statistik allein kann das ja nicht beantworten.
Guest: Genau das ist der springende Punkt. Die Zahlen bilden ab, wer behandelt wird, nicht zwangsläufig, wer tatsächlich betroffen ist. Insofern lässt sich aus den reinen Fallzahlen kein vollständiges Bild der Realität ableiten.
Host: Trotzdem zeichnet sich, wenn man die Entwicklung über zwei Jahrzehnte betrachtet, ein klarer langfristiger Trend ab.
Guest: Absolut. Die Zunahme bei den jüngeren Mädchen, verbunden mit dem wachsenden Frauenanteil insgesamt, deutet darauf hin, dass sich das Problem nicht nur ausweitet, sondern sich gleichzeitig auch in Richtung jüngerer Altersgruppen verschiebt. Das dürfte für Kliniken und Versorgungsstrukturen eine erhebliche Herausforderung darstellen.
Host: Vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei ausschließlich um stationäre Fälle handelt, also um Menschen, deren Zustand so ernst war, dass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig wurde.
Guest: Genau, und das lässt vermuten, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen – inklusive ambulanter Fälle – wahrscheinlich noch deutlich höher liegt, als es diese Statistik allein zeigt.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!