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Israel gedenkt drei Jahre nach dem Hamas-Überfall der Opfer
Israel erinnert am 7. Oktober an den Terrorangriff der Hamas vor drei Jahren. Es gibt Gedenkfeiern und auch Proteste gegen die Regierung.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Israel gedenkt drei Jahre nach dem Hamas-Überfall der Opfer.
Host: Es ist genau drei Jahre her, dass die Hamas am 7. Oktober über die Grenze kam – und heute hat Israel in einer eigentümlichen Mischung aus Trauer und politischem Protest an diesen Tag erinnert.
Guest: Ja, das ist bemerkenswert, denn Staatspräsident Herzog hat genau um 6.29 Uhr Ortszeit, also exakt zu der Minute, in der der Angriff 2023 begann, in seiner Jerusalemer Residenz eine Kerze angezündet.
Host: Und er hat dazu auf X geschrieben, es seien drei Jahre des Schmerzes gewesen und die Erinnerung werde nicht verblassen. Das klingt nach einer sehr persönlichen Geste für ein Staatsoberhaupt.
Guest: Allerdings, und gleichzeitig gab es ganz unterschiedliche Formen des Gedenkens im Land – im Süden kamen etwa Polizeikräfte an früheren Tatorten wie Sderot zusammen, um ihrer gefallenen Kolleginnen und Kollegen zu gedenken.
Host: Besonders bewegend finde ich die Szene am Gelände des früheren Nova-Musikfestivals nahe dem Kibbuz Reim, wo sich Angehörige und Freunde der getöteten Festivalbesucher versammelt haben.
Guest: Genau, und während tagsüber eher diese kleineren, oft sehr persönlichen Gedenkorte im Vordergrund standen, war für den Abend im Yarkon-Park in Tel Aviv eine zentrale zivile Veranstaltung mit mehreren Zehntausend Teilnehmenden angesetzt.
Host: Interessant ist aber, dass es nicht nur Trauer gab, sondern parallel dazu auch Proteste regierungskritischer Gruppen – das wirkt fast wie ein Widerspruch an einem Gedenktag.
Guest: Insofern ist das kein Widerspruch, als sich die Kritik direkt auf die Versäumnisse rund um den Angriff bezieht: Demonstrierende versammelten sich vor der Residenz von Premierminister Netanjahu und vor der Knesset und forderten eine staatliche Untersuchungskommission.
Host: Laut der Times of Israel haben Protestierende sogar zeitweise eine Stadtautobahn bei Tel Aviv gesperrt – das zeigt schon, wie aufgeladen die Stimmung ist.
Guest: Ja, und der Grund liegt auf der Hand: Eine umfassende staatliche Aufklärung der Versäumnisse in Politik und Sicherheitsapparat steht bis heute aus, obwohl Netanjahu offenbar Warnungen vor dem Überfall nicht beachtet haben soll.
Host: Das bringt natürlich auch politische Brisanz mit sich, zumal am 27. Oktober in Israel erstmals seit dem Massaker Parlamentswahlen stattfinden.
Guest: Richtig, und folglich dürfte dieses Gedenken auch eine Art Vorspiel zum Wahlkampf sein, selbst wenn die Veranstaltungen selbst offiziell überparteilich gehalten waren.
Host: Lass uns noch einmal auf die nackten Zahlen des Angriffs selbst schauen, denn die sind nach wie vor erschütternd.
Guest: Nach israelischen Angaben überschritten am 7. Oktober 2023 etwa 6.000 Kämpfer der Hamas und weiterer islamistischer Gruppen von Gaza aus die Grenze, wobei rund 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen gebracht wurden.
Host: Und das Schicksal der Geiseln hat sich ja über Jahre hingezogen – die letzte wurde doch erst vor wenigen Monaten zurückgebracht, oder?
Guest: Ja, die letzte der 251 verschleppten Geiseln wurde erst im Januar dieses Jahres tot an Israel übergeben, was zeigt, wie lange dieses Trauma offengehalten wurde, ohne dass es einen klaren Abschluss gab.
Host: Der Angriff hat dann ja auch einen langen Krieg im Gazastreifen ausgelöst, der weite Teile des Gebiets zerstört hat.
Guest: Genau, und während die israelische Seite ihre eigenen Opferzahlen vom 7. Oktober dokumentiert, spricht die von der Hamas kontrollierte Gesundheitsbehörde von mehr als 74.000 getöteten Palästinensern.
Host: Das ist eine Zahl, die man mit Vorsicht behandeln muss, denn sie lässt sich unabhängig nicht überprüfen.
Guest: Eben, und genau das macht die Debatte so schwierig: Beide Seiten operieren mit Zahlen, die politisch aufgeladen sind, während eine unabhängige Verifizierung schlicht fehlt.
Host: Am Ende bleibt also dieser Tag ein Gedenktag, der gleichzeitig Trauer, ungelöste politische Fragen und den bevorstehenden Wahlkampf miteinander verknüpft.
Guest: So ist es – und insofern zeigt der 7. Oktober drei Jahre später, wie wenig Abschluss Israel bislang gefunden hat, weder beim Thema Aufklärung noch beim Umgang mit den Folgen des Krieges.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!