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Juno-Sonde liefert detailliertesten Blick auf Jupitermond Io
Die NASA-Sonde Juno hat das genaueste Bild von Io gemacht. Io ist der innerste Mond von Jupiter und hat die meisten Vulkane im Sonnensystem. Juno konnte zum ersten Mal die Temperatur unter der Oberfläche messen.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Juno-Sonde liefert detailliertesten Blick auf Jupitermond Io.
Host: Also, die NASA-Sonde Juno hat jetzt das bislang detaillierteste Bild von Io geliefert – und das ist ja immerhin der vulkanisch aktivste Himmelskörper im gesamten Sonnensystem. Was genau wurde da gemessen?
Guest: Genau, das Besondere ist, dass Juno erstmals Temperaturen unterhalb der Mondoberfläche messen konnte. Das Team um Shannon Brown vom Jet Propulsion Laboratory hat dabei aufsteigende Wärme nachgewiesen – und zwar mithilfe eines Mikrowellenradiometers, das ursprünglich für ganz andere Zwecke entwickelt wurde.
Host: Moment, ein Mikrowellenradiometer? Ich hätte gedacht, solche Instrumente würden eher zur Untersuchung von Atmosphären eingesetzt.
Guest: Richtig, ursprünglich war es dafür gedacht, tief in die dichte Atmosphäre des Jupiter hineinzublicken. Es verfügt über sechs unterschiedlich große Antennen an den Seiten der Sonde und deckt einen Wellenlängenbereich von 1,3 bis 51 Zentimetern ab. Insofern war es naheliegend, dieses Instrument auch bei den Io-Vorbeiflügen einzusetzen.
Host: Und wie nah ist Juno dem Mond dabei eigentlich gekommen?
Guest: Es gab zwei nahe Vorbeiflüge, am 30. Dezember 2023 und am 3. Februar 2024. Dabei näherte sich die Sonde der Oberfläche bis auf rund 1.500 Kilometer und konnte einige Meter tief unter die Oberfläche blicken.
Host: Das klingt nach einer ziemlich präzisen Messung. Was haben sie denn konkret herausgefunden?
Guest: Laut Brown zeigte sich bereits wenige Zentimeter unter der Oberfläche ein Temperaturanstieg von mehr als 4 Grad. Das ist bemerkenswert schnell, wenn man bedenkt, wie dünn diese oberflächennahe Schicht eigentlich ist.
Host: Woher könnte dieser rasche Anstieg denn kommen? Gibt es dafür bereits eine Erklärung?
Guest: Die Wissenschaftler nennen zwei mögliche Erklärungen, wobei beide bislang gleichermaßen plausibel erscheinen. Zum einen könnte Io über eine Kruste verfügen, durch die ständig Wärme in Richtung Oberfläche aufsteigt. Zum anderen könnte es unterirdische Lavaströme geben.
Host: Lavaströme, die einfach unter der Oberfläche eingeschlossen sind?
Guest: Genau, und zwar in einer Tiefe zwischen 9 und 11 Metern. Interessant ist dabei, dass diese Ströme den Angaben zufolge zu jedem Zeitpunkt etwa 10 Prozent der Mondoberfläche betreffen würden.
Host: Das ist ja schon eine beachtliche Fläche. Weiß man denn inzwischen, welche der beiden Erklärungen zutrifft?
Guest: Nein, das lässt sich anhand der aktuellen Daten noch nicht eindeutig klären. Allerdings liefern die neuen Messwerte erstmals konkrete Hinweise zur Wärmeverteilung unter der Oberfläche, während man zuvor im Grunde nur von außen auf die vulkanische Aktivität schließen konnte.
Host: Io galt ja schon vorher als der Himmelskörper mit den meisten aktiven Vulkanen im gesamten Sonnensystem. Verändert diese Studie dieses Bild grundsätzlich?
Guest: Nicht grundsätzlich, aber sie untermauert es mit handfesten Messdaten und gibt gleichzeitig wichtige Hinweise darauf, welche der beiden Erklärungen für die starke geologische Aktivität des Mondes tatsächlich zutrifft. Insofern ist es eher eine Vertiefung als eine Revolution des bisherigen Bildes.
Host: Und veröffentlicht wurde die Studie, wenn ich das richtig verstanden habe, im Fachjournal Journal of Geophysical Research: Planets?
Guest: Genau, dort wurde sie publiziert. Bemerkenswert ist zudem, dass die Autoren betonen, wie diese Methode künftig auch bei der Untersuchung von Planeten und Monden außerhalb unseres Sonnensystems angewendet werden könnte.
Host: Das heißt, die Bedeutung dieser Messung geht eigentlich weit über Io selbst hinaus?
Guest: Ja, genau das ist der entscheidende Punkt. Folglich könnte diese Technik zu einem Standardwerkzeug werden, um thermische Aktivität auf fernen Himmelskörpern nachzuweisen, ohne dass man dafür überhaupt in deren unmittelbare Nähe gelangen müsste.
Host: Beeindruckend, wie viel man aus zwei relativ kurzen Vorbeiflügen herauslesen kann.
Guest: Absolut, und dabei wurde Juno ja bereits im August 2011 gestartet, ursprünglich vor allem, um den Jupiter selbst zu untersuchen. Dass die Sonde jetzt noch derart detaillierte Daten über dessen innersten Mond liefert, zeigt, wie vielseitig einsetzbar solche Missionen mit der Zeit werden können.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!