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Kemi Seba in Paris verhaftet
Der pan-afrikanische Aktivist Kemi Seba wurde in Paris verhaftet. Er hat keine französische Staatsbürgerschaft mehr und hat einen Diplomatenpass von Niger.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Kemi Seba: Verhaftung in Paris und der Vorwurf der russischen Propaganda.
Host: Kemi Seba wurde am Montag in Paris festgenommen – ein Name, der in Frankreich und Afrika seit Jahren für Kontroversen sorgt.
Guest: Genau. Was viele vielleicht nicht wissen: Sein bürgerlicher Name ist Stellio Gilles Robert Capo Chichi. Er ist 42 Jahre alt und wurde in Frankreich als Kind von Eltern aus Benin geboren.
Host: Trotzdem wurde ihm im Juli die französische Staatsbürgerschaft entzogen. Das ist doch sehr ungewöhnlich, oder?
Guest: Absolut. Das passiert selten, aber es zeigt, wie ernst die französischen Behörden die Situation einschätzen.
Host: Was hat er nach diesem Entzug gemacht?
Guest: Er hat ein Video online gestellt, in dem er ein Dokument verbrannte, das er als seinen französischen Pass bezeichnete.
Host: Das klingt nach einer sehr demonstrativen Geste.
Guest: Ja, das war eindeutig eine politische Botschaft. Seba ist bekannt für solche symbolischen Aktionen.
Host: Er wurde in Frankreich mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Was genau wirft man ihm vor?
Guest: Er wird regelmäßig des Antisemitismus beschuldigt. Früher war er Anführer der Gruppe Tribu Ka, die offen antisemitisch war und die Trennung von Schwarzen und Weißen befürwortete.
Host: Diese Gruppe wurde 2006 von der französischen Regierung aufgelöst, richtig?
Guest: Richtig. Heute leitet er die Organisation Urgences panafricanistes und ist sehr aktiv in sozialen Netzwerken.
Host: Er hat auch Wladimir Putin öffentlich gelobt. Was hat er genau gesagt?
Guest: Er sagte, Putin habe nicht das Blut der Sklaverei und der Kolonisierung an seinen Händen – eine Aussage, die viel Kritik ausgelöst hat.
Host: Das klingt, als ob er bewusst Russland gegen westliche Länder ausspielt.
Guest: Genau diese Einschätzung teilte auch der Abgeordnete Thomas Gassilloud. Er bezeichnete Seba als Sprachrohr für russische Propaganda.
Host: Gassilloud war damals Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der Nationalversammlung, stimmt das?
Guest: Ja, und er beschuldigte Seba, einer fremden Macht zu dienen, die antifranzösische Stimmung schürt.
Host: Seit August hat Seba sogar einen Diplomatenpass, der von der Militärjunta in Niger ausgestellt wurde.
Guest: Das ist bemerkenswert. Er rechtfertigte das damit, dass er seit 25 Jahren für Afrika kämpfe – und das auf eigene Gefahr.
Host: Er ist auch in mehreren afrikanischen Ländern in Konflikt mit den Behörden geraten.
Guest: In Burkina Faso, der Elfenbeinküste und Guinea wurde er festgenommen oder ausgewiesen, weil er angeblich die jeweiligen Staatsführer beleidigt haben soll.
Host: Und gegen den CFA-Franc hat er ebenfalls mehrfach demonstriert?
Guest: Ja, bei diesen Demonstrationen gegen die Währungsgemeinschaft Afrikas wurde er regelmäßig verhaftet oder des Landes verwiesen.
Host: Der Grund für seine aktuelle Festnahme in Paris ist noch nicht bekannt. Was glaubst du, was dahintersteckt?
Guest: Das ist schwer zu sagen. Aber angesichts seiner Vorgeschichte und der vielen offenen Vorwürfe gegen ihn könnte es verschiedene Gründe geben.
Host: Im März hatte das Präfekturamt des Départements Essonne sogar versucht, eine Konferenz von ihm zu verbieten.
Guest: Das zeigt, dass die Behörden seine Aktivitäten schon länger aufmerksam beobachten – obwohl er immer wieder Wege findet, öffentlich präsent zu bleiben.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!