ListenYourNews
B2
Knappes Ergebnis bei Islands EU-Referendum
Bei der Abstimmung über EU-Beitrittsverhandlungen liegt Island fast bei einem Unentschieden: Die Gegner haben 50,1 Prozent, die Befürworter 49,9 Prozent. Das Endergebnis kommt erst am Sonntagmittag.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Knappes Ergebnis bei Islands EU-Referendum.
Host: In Island deutet sich beim Referendum über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen ein extrem knappes Ergebnis an, oder?
Guest: Genau, nach der Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmen lagen die Gegner laut RUV am Sonntagmorgen mit 50,1 Prozent knapp vor den Befürwortern, die auf 49,9 Prozent kamen.
Host: Das ist wirklich hauchdünn. Noch dazu hatte derselbe Sender wenige Stunden zuvor berichtet, die Befürworter lägen vorn.
Guest: Ja, das zeigt, wie volatil die Lage ist. Die Wahlleitung erklärte deshalb, dass ein belastbares Endergebnis erst am Sonntagmittag vorliegen werde.
Host: Umfragen im Vorfeld hatten ja bereits einen sehr knappen Ausgang nahegelegt, obwohl niemand mit einem derart engen Rennen gerechnet hatte.
Guest: Wichtig ist außerdem, worüber die Isländer eigentlich abstimmen: Es geht nicht um den EU-Beitritt selbst, sondern lediglich darum, ob Verhandlungen mit Brüssel aufgenommen werden sollen.
Host: Das heißt, selbst wenn das Ja gewinnt, müsste die Bevölkerung später noch einmal separat über eine tatsächliche Mitgliedschaft entscheiden.
Guest: Richtig. Die Befürworter argumentieren, dass ein Beitritt die derzeit hohen Zinsen senken könnte, während er angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zusätzliche Sicherheit bringen würde.
Host: Die Kritiker hingegen warnen vor einem Verlust nationaler Souveränität. Habe ich das richtig verstanden, dass es dabei vor allem um die Fischereigewässer geht?
Guest: Ja, sie befürchten, dass die Kontrolle über die wirtschaftlich bedeutenden Fischereigewässer eingeschränkt werden könnte, sollte Island der EU beitreten.
Host: Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir hat den Tag der Abstimmung ja als bedeutend bezeichnet.
Guest: Sie sagte, die Bevölkerung habe jahrelang auf dieses Referendum gewartet, und kündigte an, dass ihre Regierung die Arbeit unabhängig vom Ausgang fortsetzen werde.
Host: Die Debatte reicht ja schon lange zurück, nicht wahr? Island hatte doch bereits während der Finanzkrise einen Mitgliedschaftsantrag gestellt.
Guest: Genau, das war 2009. Eine später gewählte, EU-skeptische Regierung setzte den Prozess dann allerdings 2013 aus.
Host: Und jetzt ist die Diskussion also wegen der geopolitischen Spannungen wieder aufgelebt.
Guest: So ist es. Sollte sich am Ende eine Mehrheit für die Verhandlungen aussprechen, könnten die Gespräche mit der EU laut Außenministerium noch bis Ende 2026 beginnen.
Host: Und wie lange würden die Verhandlungen selbst dauern?
Guest: Voraussichtlich zwischen 18 und 24 Monaten, obwohl sich das natürlich noch verändern könnte, je nachdem, wie kompliziert sich die Gespräche gestalten.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!