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Krankheitskosten in Deutschland erstmals über 500 Milliarden Euro
Die Krankheitskosten in Deutschland erreichten 2024 mit 528,5 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Frauen, ältere Menschen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen besonders hohe Kosten.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Krankheitskosten in Deutschland erstmals über 500 Milliarden Euro.
Host: Die Krankheitskosten in Deutschland haben 2024 mit 528,5 Milliarden Euro einen historischen Höchststand erreicht, und das ist immerhin ein Anstieg von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Guest: Das ist tatsächlich eine beachtliche Steigerung, zumal erstmals überhaupt die Grenze von einer halben Billion Euro überschritten wurde. Insofern markiert dieses Jahr einen echten Wendepunkt in der Statistik.
Host: Wenn man sich das pro Kopf vorstellt, kommt man laut Statistischem Bundesamt auf 6.330 Euro pro Einwohner. Was ist darin eigentlich alles enthalten?
Guest: Berücksichtigt wurden medizinische Behandlung, Pflege, Vorsorge und Rehabilitation, allerdings nicht die Folgekosten wie krankheitsbedingte Arbeitsausfälle. Die tatsächliche wirtschaftliche Belastung dürfte also sogar noch höher liegen, wenn man das mit einbeziehen würde.
Host: Interessant finde ich auch den Unterschied zwischen den Geschlechtern. Frauen schlugen mit 6.960 Euro pro Kopf zu Buche, Männer nur mit 5.680 Euro.
Guest: Das entspricht einem Unterschied von 22,5 Prozent, und die Behörde führt das vor allem auf zwei Faktoren zurück.
Host: Welche wären das konkret?
Guest: Zum einen die höhere Lebenserwartung von Frauen, wodurch insgesamt mehr Frauen ein sehr hohes Alter erreichen, und zum anderen zusätzliche Kosten durch Schwangerschaft und Geburt, die bei Männern naturgemäß entfallen.
Host: Das klingt nachvollziehbar. Aber ist das Alter nicht ohnehin der entscheidende Faktor bei diesen Ausgaben, unabhängig vom Geschlecht?
Guest: Absolut, und zwar in einem erstaunlichen Ausmaß. Allein auf Menschen ab 65 Jahren entfielen 284,3 Milliarden Euro, also 53,8 Prozent der gesamten Krankheitskosten.
Host: Mehr als die Hälfte also, obwohl diese Gruppe einen deutlich kleineren Anteil der Bevölkerung ausmacht.
Guest: Genau, und die Spanne zwischen den Altersgruppen ist wirklich enorm. 15- bis 29-Jährige kamen im Schnitt auf lediglich 2.390 Euro.
Host: Und am anderen Ende der Skala?
Guest: Bei den über 85-Jährigen lagen die Kosten bei 30.150 Euro pro Person, also mehr als das Zwölffache. Das zeigt, wie stark gesundheitliche Beschwerden im hohen Alter zunehmen.
Host: Zwölffach ist eine gewaltige Differenz. Was sind denn, wenn man auf die Ursachen schaut, die kostenintensivsten Erkrankungen?
Guest: An erster Stelle stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 69,4 Milliarden Euro, also dem größten Einzelanteil an den Gesamtkosten.
Host: Und was folgt danach?
Guest: Erstaunlich knapp dahinter liegen psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen mit 68,7 Milliarden Euro. Der Abstand zur teuersten Kategorie beträgt also nur 0,7 Milliarden Euro.
Host: Das überrascht mich ehrlich gesagt, weil psychische Erkrankungen im öffentlichen Bewusstsein oft weniger Raum einnehmen als körperliche Leiden wie Herz-Kreislauf-Probleme.
Guest: Genau das verdeutlichen die Zahlen des Statistischen Bundesamts aber sehr eindrücklich: Sowohl die alternde Gesellschaft als auch die psychische Gesundheit zählen inzwischen zu den größten finanziellen Belastungen im Gesundheitssystem.
Host: Wenn man beides zusammennimmt, also die demografische Entwicklung und die psychischen Erkrankungen, zeichnet sich dann nicht ein doppeltes Problem für die Zukunft ab?
Guest: Durchaus, denn während die Bevölkerung weiter altert und damit automatisch mehr Hochbetagte mit entsprechend hohen Kosten entstehen, nimmt gleichzeitig die Bedeutung psychischer Erkrankungen nicht ab, sondern sie rückt immer näher an die bisher dominierenden körperlichen Erkrankungen heran.
Host: Das macht deutlich, dass die 528,5 Milliarden Euro wohl kaum der vorläufige Höchstwert gewesen sein werden, sondern eher ein Zwischenschritt in einer Entwicklung, die sich fortsetzen dürfte.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!