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Lettland verbannt Russisch aus Schulen – Deutsch wird immer beliebter
In Lettland ist Russisch seit diesem Schuljahr an Schulen verboten. Deutsch wird dafür immer beliebter: Rund 57.000 Kinder lernen jetzt Deutsch, und die Zahl der Deutschlehrer hat sich verdoppelt.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Lettland verbannt Russisch aus Schulen – Deutsch wird immer beliebter.
Host: Seit diesem Schuljahr ist Russisch in Lettland als Fremdsprache an Schulen schlichtweg verboten – das ist schon ein drastischer Schritt, oder?
Guest: Absolut, und er fügt sich in eine längere sprachpolitische Entwicklung ein, mit der sich Lettland zunehmend von Russland abwendet und sich Europa zuwendet.
Host: Dabei war Russisch doch jahrzehntelang die vorherrschende Sprache im öffentlichen Leben, nicht wahr?
Guest: Genau, bis 1991 gehörte Lettland zur Sowjetunion, und in dieser Zeit wurde Russisch praktisch aufgezwungen – die stellvertretende Bildungsministerin Ieva Silina betont ausdrücklich, dass es damals keine freie Wahl war.
Host: Interessant ist ja, dass nicht Englisch, sondern Deutsch von diesem Verbot am meisten profitiert.
Guest: Ja, das überrascht viele. Inzwischen lernen rund 57.000 Kinder in Lettland Deutsch, und die Zahl der Deutschlehrkräfte liegt bei knapp 600 – sie hat sich in wenigen Jahren verdoppelt.
Host: Werden denn nicht auch Französisch und Spanisch angeboten?
Guest: Doch, die gibt es ebenfalls, allerdings verzeichnet Deutsch mit Abstand den stärksten Zuwachs unter allen angebotenen Fremdsprachen.
Host: Gibt es dafür konkrete Beispiele aus dem Schulalltag?
Guest: Durchaus, an einer Schule im Ort Adazi nahe Riga unterrichtet eine einzige Lehrerin in diesem Schuljahr gleich zehn Klassen in Deutsch – das zeigt, wie groß die Nachfrage mittlerweile ist.
Host: Woran liegt diese Beliebtheit denn konkret, außer an der politischen Distanzierung von Russland?
Guest: Lehrkräfte nennen vor allem wirtschaftliche und familiäre Gründe: Deutschland zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Lettlands, zahlreiche deutsche Firmen sind dort aktiv, und viele lettische Familien haben Angehörige, die in Deutschland leben oder arbeiten.
Host: Das heißt, die Motivation der Kinder kommt also nicht nur aus der Schule selbst.
Guest: Genau, sie wird durch private und wirtschaftliche Verbindungen zusätzlich verstärkt, was den Lernanreiz deutlich erhöht.
Host: Spürt man diesen Trend auch außerhalb der Schulen, etwa beim Goethe-Institut?
Guest: Definitiv, das Goethe-Institut in Riga registriert einen deutlichen Anstieg des Interesses – die Fortbildungsangebote für Quereinsteiger, die Deutsch unterrichten möchten, sind inzwischen ausgebucht.
Host: Bedeutet das nicht trotzdem, dass es an Lehrkräften mangelt?
Guest: Doch, gleichzeitig werden an vielen Orten in Lettland dringend neue Deutschlehrkräfte gesucht – das Interesse wächst also schneller, als Lehrpersonal bereitgestellt werden kann.
Host: Wie hängt diese ganze Sprachreform denn mit der Sicherheitslage im Baltikum zusammen?
Guest: Seit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 hat sich die Sicherheitslage im Baltikum deutlich verschärft, und die lettische Regierung befürchtet, künftig selbst ins Visier Russlands geraten zu können.
Host: Deshalb also die Abgrenzung in möglichst vielen Lebensbereichen?
Guest: Genau, und das zeigt sich auch anderswo: Verteidigungsunterricht ist seit diesem Schuljahr an lettischen Schulen Pflicht.
Host: Betrifft diese Abgrenzung auch russische Staatsbürger, die dauerhaft in Lettland leben möchten?
Guest: Ja, sie müssen künftig eine Sprachprüfung bestehen, andernfalls droht ihnen die Ausweisung – insofern reicht die Reform weit über die Schulpolitik hinaus.
Host: Heißt das im Umkehrschluss, dass Russisch im Alltag komplett verschwindet?
Guest: Nein, keineswegs, denn Schätzungen zufolge spricht nach wie vor etwa ein Drittel der Bevölkerung Russisch zu Hause – die Sprache bleibt also präsent, auch wenn sie institutionell zurückgedrängt wird.
Host: Wie würdest du also die Perspektive der jüngeren Generation zusammenfassen?
Guest: Während Russisch früher aufgezwungen wurde, wächst nun eine Generation heran, die Deutsch weniger als Pflichtfach, sondern zunehmend als persönliche Perspektive innerhalb Europas wahrnimmt – das ist wohl der eigentliche Wandel hinter dieser Reform.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!