ListenYourNews
B2
Liechtenstein öffnet Thronfolge für Frauen
Liechtenstein ändert das Gesetz: Jetzt können auch Frauen Fürstin werden. Für den aktuellen Fürsten und seinen Sohn ändert sich nichts, aber ihre Enkelkinder profitieren von der neuen Regel.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Liechtenstein öffnet Thronfolge für Frauen.
Host: Liechtenstein hat am Nationalfeiertag eine bedeutende Reform der Thronfolge verkündet, oder?
Guest: Genau, künftig können auch Frauen den Thron des Fürstentums besteigen, was bisher nicht möglich war.
Host: Was genau ändert sich denn an der bisherigen Regelung?
Guest: Die männliche Erstgeburtsordnung wird durch eine geschlechtsneutrale Erstgeburtsordnung ersetzt.
Host: Das heißt, das älteste Kind erbt automatisch den Titel?
Guest: Richtig, und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Sohn oder eine Tochter handelt.
Host: Bevor wir weitersprechen, wie groß ist Liechtenstein eigentlich?
Guest: Das Fürstentum zählt nur etwa 44.000 Einwohner und liegt zwischen der Schweiz und Österreich.
Host: Ich habe gelesen, dass es geografisch etwas Besonderes ist.
Guest: Ja, es ist einer von nur zwei Staaten weltweit, die doppelt eingeschlossen sind, also ausschließlich von Ländern umgeben sind, die selbst keinen Meerzugang haben.
Host: Interessant. Und politisch, hat der Fürst dort wirklich Macht, oder ist das eher eine repräsentative Rolle wie in anderen Monarchien?
Guest: Anders als die meisten europäischen Monarchien verfügt der Fürst von Liechtenstein über weitreichende politische Befugnisse.
Host: Wer ist denn aktuell das Staatsoberhaupt?
Guest: Fürst Hans-Adam II., der die Familie bereits seit 1989 anführt.
Host: Betrifft ihn die neue Regelung überhaupt?
Guest: Nein, weder ihn noch seinen designierten Nachfolger, Erbprinz Alois.
Host: Warum nicht?
Guest: Weil Alois als ältestes Kind ohnehin schon als Thronfolger gilt, obwohl er nach der alten Regelung ebenfalls als Sohn bevorzugt worden wäre.
Host: Übernimmt er schon Aufgaben, oder wartet er noch darauf, offiziell Fürst zu werden?
Guest: Er übernimmt bereits seit rund zwanzig Jahren die meisten repräsentativen und offiziellen Aufgaben des Staatsoberhaupts.
Host: Für wen wirkt sich die Gesetzesänderung denn dann tatsächlich aus?
Guest: Sie gilt erst für spätere Generationen, nämlich für die Nachkommen der vier Kinder von Erbprinz Alois und seiner Frau, Erbprinzessin Sophie.
Host: Wurde erklärt, warum die Reform gerade jetzt eingeführt wird?
Guest: Laut einer Erklärung des Erbprinzen soll damit sichergestellt werden, dass sowohl das Land als auch das Fürstenhaus von der Person geführt werden, die am besten auf diese Verantwortung vorbereitet ist, unabhängig vom Geschlecht.
Host: Steht Liechtenstein mit diesem Schritt allein da, oder gibt es Parallelen zu anderen Monarchien?
Guest: Nein, das Land reiht sich damit in eine Reihe europäischer Monarchien ein, die ihre Thronfolgeregeln in den vergangenen Jahren angepasst haben.
Host: Gibt es dafür ein konkretes Beispiel?
Guest: Ja, bereits 2011 hatte Großbritannien beschlossen, dass erstgeborene Töchter eines Monarchen unabhängig von jüngeren Brüdern erbberechtigt sind.
Host: Während Großbritannien also schon vor über zehn Jahren reformiert hat, zieht Liechtenstein jetzt nach.
Guest: Genau, und obwohl sich in der Praxis vorerst nichts ändert, weil die aktuelle Thronfolge unverändert bleibt, ist es doch ein wichtiges Signal für die Gleichberechtigung innerhalb des Fürstenhauses.
Host: Wird damit betont, wie die Auswahl künftig erfolgen soll?
Guest: Ja, das Fürstenhaus selbst betont, dass die Regelung sicherstellen soll, dass stets die am besten geeignete Person die Verantwortung übernimmt, egal ob Mann oder Frau.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!