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Lula und Bolsonaro müssen in Brasilien in die Stichwahl
In Brasilien gibt es am 25. Oktober eine Stichwahl. Lula und Flávio Bolsonaro treten gegeneinander an, weil keiner die absolute Mehrheit bekommen hat.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Lula und Bolsonaro müssen in Brasilien in die Stichwahl.
Host: Nach der Auszählung von 97 Prozent der Stimmen liegt Flávio Bolsonaro mit rund 47,4 Prozent knapp vor Lula, der auf etwa 44,6 Prozent kommt.
Guest: Ja, und weil keiner der beiden die absolute Mehrheit erreicht hat, müssen sie am 25. Oktober erneut gegeneinander antreten.
Host: Das überrascht mich schon, denn Vorab-Umfragen hatten Lula mit einem Vorsprung von rund drei Prozentpunkten gesehen.
Guest: Genau, Lula selbst hat eingeräumt, dass er mit diesem Ausgang nicht gerechnet habe, und er hat bereits einen neuen Wahlkampf angekündigt.
Host: Während Lula also überrascht wirkt, zeigt sich Bolsonaro offenbar sehr zufrieden.
Guest: Er hat von einem Wunsch der Brasilianer nach Veränderung gesprochen, obwohl er selbst mit 45 Jahren noch recht jung ist für dieses Amt.
Host: Stimmt, Lula ist ja schon 80 Jahre alt und strebt eine vierte Amtszeit an.
Guest: Und Bolsonaro will vor allem das politische Erbe seines Vaters weiterführen.
Host: Der befindet sich doch gerade im Hausarrest, oder?
Guest: Richtig, Jair Bolsonaro wurde wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt, auch wenn seine Anhänger ihn als politischen Gefangenen betrachten.
Host: Er galt außerdem als enger Verbündeter von Donald Trump.
Guest: Genau, und das spielt im Wahlkampf durchaus eine Rolle, zumal mutmaßliche Einmischungsversuche der USA thematisiert wurden.
Host: Inhaltlich unterscheiden sich die beiden Lager aber auch stark, nicht wahr?
Guest: Ja, Lulas Arbeiterpartei PT setzt auf Sozialprogramme und staatliche Investitionen, während Bolsonaros Liberale Partei PL einen kleineren Staat und härtere Maßnahmen gegen Kriminalität fordert.
Host: Das klingt nach zwei sehr unterschiedlichen Visionen für Brasilien.
Guest: Absolut, und deshalb werten Beobachter diese Wahl als richtungsweisend für ganz Lateinamerika.
Host: Weil ein Sieg Bolsonaros den Rechtsruck in der Region verstärken würde?
Guest: Genau, während ein Sieg Lulas Brasilien neben Mexiko als linken Gegenpol erhalten würde.
Host: Wie viele Menschen waren denn überhaupt zur Wahl aufgerufen?
Guest: Insgesamt rund 159 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer, die neben dem Präsidenten auch Abgeordnete, Senatoren und Gouverneure gewählt haben.
Host: Und wirtschaftlich steht das Land ja auch nicht besonders gut da.
Guest: Nein, die Staatsverschuldung liegt bei über 82 Prozent der Wirtschaftsleistung, und dazu kommen noch Korruptionsvorwürfe.
Host: Interessant ist auch, dass weitere Mitglieder der Bolsonaro-Familie bei den Wahlen erfolgreich waren.
Guest: Ja, Michelle Bolsonaro zog für den Bundesdistrikt Brasília in den Senat ein, und Carlos Bolsonaro gewann ein Senatsmandat in Santa Catarina.
Host: Gab es denn Beweise für eine ausländische Einflussnahme auf die Abstimmung?
Guest: Laut dem Vorsitzenden des obersten Wahlgerichts, Nunes Marques, haben die Geheimdienste bislang keine konkreten Beweise dafür gefunden, obwohl die USA ihre Konsulate aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen hatten.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!