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Medizin-Nobelpreis für die Erfindung der Optogenetik
Drei Forscher bekommen 2026 den Nobelpreis für Medizin für die Erfindung der Optogenetik. Mit dieser Methode kann man einzelne Nervenzellen mit Licht steuern.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Medizin-Nobelpreis für die Erfindung der Optogenetik.
Host: Dieses Jahr geht der Medizin-Nobelpreis an drei Forscher, die gemeinsam die Optogenetik entwickelt haben – stimmt das so?
Guest: Genau, ausgezeichnet werden Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin, Georg Nagel von der Universität Würzburg und Karl Deisseroth, der in den USA an der Stanford University forscht.
Host: Und was genau kann diese Methode, dass sie einen Nobelpreis verdient hat?
Guest: Mit der Optogenetik lassen sich einzelne Nervenzellen gezielt mit Licht ein- oder ausschalten, was in der Hirnforschung vorher undenkbar war.
Host: Woher kam eigentlich die ursprüngliche Idee? Das klingt nicht gerade nach einem Thema, das direkt mit dem Gehirn zu tun hat.
Guest: Der Ausgangspunkt war tatsächlich eine einzellige Grünalge, Chlamydomonas reinhardtii. Hegemann wollte verstehen, warum sich der Organismus so schnell dem Licht zuwendet.
Host: Und dabei ist er auf etwas Interessantes gestoßen?
Guest: Ja, um das Jahr 2000 entdeckte seine Gruppe in neu veröffentlichten Gensequenzen der Alge Ähnlichkeiten zu bekannten lichtempfindlichen Eiweißen. Deshalb wandte er sich an Georg Nagel, der damals am Max-Planck-Institut für Biophysik arbeitete.
Host: Was hat Nagel dann gemacht?
Guest: Er schleuste die Proteine in Eizellen des Krallenfroschs ein. So konnten beide nachweisen, dass eines der Proteine, Channelrhodopsin-2, einen Kanal in der Zellmembran bildet, der sich öffnet, sobald blaues Licht darauf trifft.
Host: Und dadurch entstehen elektrische Signale, wenn ich das richtig verstehe.
Guest: Genau, und weil Nervenzellen ebenfalls über elektrische Impulse funktionieren, kam die Idee auf, sie auf dieselbe Weise zu steuern.
Host: Das war dann wohl der Moment, in dem Karl Deisseroth ins Spiel kam.
Guest: Richtig, er übertrug zusammen mit Nagel das Gen für Channelrhodopsin-2 in Nervenzellen von Säugetieren. Schon kurze Lichtblitze reichten aus, um dort gezielt Signale hervorzurufen.
Host: Wann wurde das veröffentlicht?
Guest: 2005, und zwei Jahre später zeigten sie, dass die Methode auch im Gehirn lebender Mäuse funktioniert.
Host: Wofür wird Optogenetik heute eingesetzt, obwohl sie ursprünglich nur ein Forschungswerkzeug war?
Guest: Forschungsgruppen weltweit nutzen sie, um herauszufinden, welche Nervenzellgruppen bestimmte Bewegungen, Gefühle, Erinnerungen oder Verhaltensweisen auslösen. Inzwischen wird damit auch untersucht, wie das Nervensystem mit Organen wie Herz und Darm zusammenspielt.
Host: Gibt es schon konkrete medizinische Anwendungen?
Guest: Bei Netzhauterkrankungen wird bereits ein optogenetisches Therapieverfahren in klinischen Studien getestet. Im September 2026 hat die FDA einen Zulassungsantrag für eine Gentherapie gegen Retinitis pigmentosa angenommen, auch wenn die Zulassung selbst noch aussteht.
Host: Und bei Krankheiten wie Parkinson?
Guest: Dort liegt besondere Hoffnung auf künftigen Anwendungen, auch wenn die Forschung noch nicht so weit ist wie bei den Augenkrankheiten.
Host: Was hat das Karolinska-Institut zu der Entscheidung gesagt?
Guest: Die Vertreter betonten, dass diese Entdeckung zeige, wie aus neugiergetriebener Grundlagenforschung ein Werkzeug mit weitreichender medizinischer Bedeutung entstehen kann.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!