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Nobelkomitee verkündet heute Friedenspreis-Entscheidung
Heute um elf Uhr verkündet das norwegische Nobelkomitee in Oslo, wer den Friedensnobelpreis bekommt. Es gibt 287 Vorschläge: 208 Personen und 79 Organisationen. Letztes Jahr gab es viel Diskussion um die Gewinnerin María Corina Machado.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Friedensnobelpreis: Spannung vor der Verkündung in Oslo.
Host: In nur wenigen Stunden, um elf Uhr, gibt das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekannt, wer den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält. Wie hat sich denn die Zahl der Vorschläge in diesem Jahr entwickelt?
Guest: Sie ist deutlich gesunken: 287 Vorschläge sind beim Nobel-Institut eingegangen, spürbar weniger als im Vorjahr. Zur Auswahl stehen 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen.
Host: Das heißt, selbst Experten tappen im Dunkeln?
Guest: Vollkommen. Nur die fünf Komiteemitglieder kennen die Kandidaten, insofern bleibt uns allen nur die Spekulation.
Host: Eine Spekulation, die wohl intensiver ausfällt als sonst, schließlich hatte die Vergabe des Vorjahres für erhebliche Kontroversen gesorgt.
Guest: Ganz genau. Das Komitee hatte die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado ausgezeichnet, die sich unermüdlich für Demokratie in ihrem Heimatland eingesetzt hatte.
Host: Allerdings nahm die Geschichte danach eine unerwartete Wendung.
Guest: Richtig: Nachdem Machado im Dezember in Oslo geehrt worden war, übergab sie ihre Medaille im Januar symbolisch an US-Präsident Donald Trump – ein Schritt, der seither, gerade auch in Norwegen, für Kontroversen sorgt, da eine Geste für die demokratische Opposition plötzlich mit einer ganz anderen politischen Figur verknüpft wurde.
Host: Wie schätzt Haakon Gjerløw, Direktor des Osloer Friedensforschungsinstituts PRIO, die diesjährige Lage ein?
Guest: Er erwartet besonders großes öffentliches Interesse. Angesichts der Aufregung um die letzte Verleihung könnte das Komitee in diesem Jahr eher zu einer weniger umstrittenen Wahl tendieren.
Host: Ein nachvollziehbarer Reflex – nach so viel Trubel erst einmal auf sichereres Terrain zurückzukehren.
Guest: Nachvollziehbar, ja, allerdings betont Gjerløw, dass dies keineswegs sicher sei. Das Komitee hat sich in der Vergangenheit schließlich oft für riskante Entscheidungen ausgesprochen.
Host: Hat Gjerløw wie in den Vorjahren wieder eine eigene Liste möglicher Preisträger veröffentlicht?
Guest: Ja. Darauf stehen unter anderem das Komitee zum Schutz von Journalisten, das sudanesische Netzwerk Emergency Response Rooms, die Organisation Save the Children sowie Mykola Kuleba, Leiter der ukrainischen Kinderschutzorganisation Save Ukraine – eine Bandbreite, die zeigt, wie schwer sich aus 287 Vorschlägen überhaupt eine Tendenz ableiten lässt.
Host: Sprechen wir noch über eine andere Stimme, die sich zuletzt besonders laut gemeldet hat: Donald Trump.
Guest: Er ist überzeugt, den Friedensnobelpreis verdient zu haben, da er acht Kriege beendet habe. Dem Komitee wirft er vor, Personen wie ihm die Auszeichnung grundsätzlich zu verweigern.
Host: Das klingt, als unterstelle er dem Komitee eine politisch motivierte Verweigerungshaltung.
Guest: So könnte man es lesen. Interessant ist allerdings, dass der Direktor des norwegischen Nobelinstituts, Kristian Berg Harpviken, dem bereits im Januar widersprochen hatte.
Host: Was genau hat er entgegnet?
Guest: Er betonte, dass solche Äußerungen ebenso wenig eine Rolle spielten wie der Umgang eines Preisträgers mit der Auszeichnung. Ausschlaggebend seien vielmehr die möglichen Folgen der Verleihung für Sicherheit und Lage der Betroffenen.
Host: Bemerkenswert, wie das die Logik der Preisvergabe auf ein konkretes Kriterium zurückführt: nicht Symbolik, sondern tatsächliche Konsequenzen vor Ort.
Guest: Exakt, und damit entzieht Harpviken sowohl Trumps Selbsteinschätzung als auch der politischen Umdeutung durch Machado jede offizielle Relevanz für künftige Entscheidungen.
Host: Erinnern wir zum Abschluss daran, wofür der Preis laut Alfred Nobels Testament überhaupt gedacht war.
Guest: Er geht an Personen oder Organisationen, die sich um Frieden, internationale Zusammenarbeit oder Abrüstung verdient gemacht haben. Die feierliche Übergabe von Medaille, Urkunde und einem Preisgeld von rund einer Million Euro findet traditionell am 10. Dezember in Oslo statt.
Host: Und über all das entscheidet, trotz aller öffentlichen Debatte, letztlich ein einziges fünfköpfiges Gremium.
Guest: Genau, das Nobelkomitee allein trifft die Entscheidung – unabhängig davon, wie laut die Diskussionen im Vorfeld geführt werden.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!