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Nordkorea könnte Truppenhilfe für Russland deutlich ausweiten
Nordkorea könnte bis zu 50.000 weitere Soldaten nach Russland schicken. Nordkorea bekam dafür schon Milliarden Dollar und Hilfe bei Waffen und Technologie. Auch politisch profitiert Kim Jong Un.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Nordkorea könnte Truppenhilfe für Russland deutlich ausweiten.
Host: Laut ukrainischen Geheimdiensten könnte Nordkorea bis zu 50.000 zusätzliche Soldaten nach Russland schicken. Was weißt du darüber?
Guest: Genau, diese Soldaten sollen sowohl im Hinterland als auch direkt an der Front eingesetzt werden. Allerdings haben weder Moskau noch Pjöngjang diese Zahlen bisher bestätigt.
Host: Das wäre eine deutliche Ausweitung, oder? Nordkorea hatte doch schon früher Truppen geschickt.
Guest: Ja, 2024 hat Kim Jong Un erstmals rund 15.000 Soldaten entsandt. Obwohl die Verluste am Anfang hoch waren, überwiegen aus Kims Sicht offenbar die Vorteile deutlich.
Host: Was für Vorteile meinst du konkret?
Guest: Zum einen geht es um Geld und Ressourcen. Laut einer Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung hat Nordkorea bisher Waffen, Munition und Soldaten im Wert von 9,8 Milliarden Dollar geliefert.
Host: Und wie viel hat Russland dafür zurückgegeben?
Guest: Direkt nachweisen lässt sich nur eine Gegenleistung von 1,2 Milliarden Dollar. Das ist erstaunlich wenig, wenn man die Gesamtsumme bedenkt.
Host: Heißt das, Nordkorea wird betrogen?
Guest: Nicht unbedingt. Der Büroleiter Frederic Spohr vermutet, dass ein Großteil der Bezahlung verdeckt fließt, etwa über Technologietransfers in Bereichen wie Waffentechnik, Satelliten und Raumfahrt.
Host: Also fließt die Bezahlung eher in Form von Wissen statt in Form von Geld.
Guest: Genau. Der Experte Eric Ballbach nennt außerdem Unterstützung bei der Optimierung von Langstreckenraketen, bei Kampfdrohnen und sogar beim Bau eines atomgetriebenen U-Boots.
Host: Das klingt nach einem enormen militärischen Fortschritt für Nordkorea.
Guest: Als besonders wertvoll gilt jedoch die praktische Erfahrung, die die Soldaten im Kampfeinsatz sammeln, etwa im Umgang mit Drohnen in einem modernen Krieg. Dieses Wissen lässt sich kaum anders erwerben.
Host: Profitiert Kim auch politisch von dieser Allianz?
Guest: Ja, deutlich. Im Juni 2026 besuchte Xi Jinping Pjöngjang, nachdem zuvor schon Putin dort gewesen war. Nordkorea rückt also international immer stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
Host: Hat sich auch die Haltung der USA verändert?
Guest: Interessanterweise ja. Selbst Trump äußerte sich zuletzt versöhnlich über die Beziehungen zu Kim und stellte ein gemeinsames Manöver mit Südkorea infrage.
Host: Könnte es dann bald wieder Verhandlungen über eine atomare Abrüstung geben, so wie 2019?
Guest: Das erscheint eher unwahrscheinlich, denn Nordkorea ist heute nicht mehr auf amerikanische Hilfe angewiesen, da es durch Russland versorgt wird.
Host: Wie wirkt sich das auf die Lage im Land selbst aus?
Guest: Laut Ballbach befindet sich Nordkorea derzeit in einer strategisch günstigeren Lage als in den Jahrzehnten zuvor. Die russischen Zahlungen mildern Versorgungsengpässe, während die Schwerindustrie von der russischen Nachfrage profitiert.
Host: Und was ist mit den internationalen Sanktionen?
Guest: Beide Staaten helfen sich gegenseitig, damit sie die Sanktionen leichter umgehen können. Das macht die Partnerschaft für beide Seiten noch attraktiver.
Host: Es scheint also, als wäre diese Allianz für Nordkorea deutlich vorteilhafter, als man zunächst annehmen würde.
Guest: Absolut. Obwohl der Preis in Menschenleben hoch ist, sichert sich Kim damit wirtschaftliche Unterstützung, militärisches Know-how und politisches Ansehen gleichzeitig.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!