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Physik-Nobelpreis für Entdecker kosmischer Geisterteilchen
Francis Halzen bekommt den Physik-Nobelpreis 2026 für seine Forschung über Neutrinos aus dem Weltraum. Er plante den Detektor IceCube tief im Eis der Antarktis.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Physik-Nobelpreis für Entdecker kosmischer Geisterteilchen.
Host: Der Physik-Nobelpreis 2026 geht an Francis Halzen, und zwar für den Nachweis hochenergetischer Neutrinos aus dem Weltraum. Weißt du, wo er eigentlich herkommt?
Guest: Ja, er wurde 1944 im belgischen Tienen geboren und hat an der Katholischen Universität Löwen promoviert. 1971 ist er dann in die USA gegangen, an die University of Wisconsin.
Host: Dort leitet er bis heute das Institut für Elementarteilchenphysik und ist wissenschaftlicher Leiter des IceCube-Projekts, oder?
Guest: Genau. Und das ist auch der Grund für die Auszeichnung: IceCube ist das Instrument, mit dem diese besonderen Teilchen überhaupt nachweisbar wurden.
Host: Neutrinos sind doch extrem schwer zu fassen, weil sie kaum mit Materie wechselwirken.
Guest: Richtig, sie durchdringen fast alles ungehindert. Ein solcher Teilchenstrahl kann sogar die ganze Erde durchqueren und wird dabei nur minimal abgeschwächt. Genau deshalb ist der Nachweis so kompliziert.
Host: Interessant, dass die erste Beobachtung schon 1956 an einem Kernreaktor gelang, obwohl das Thema seitdem immer wieder mit Nobelpreisen gewürdigt wurde.
Guest: Ja, zum Beispiel 1988 für die Erforscher der hochenergetischen Varianten. Und genau in diesem Jahr hatte Halzen seine eigene, damals abenteuerlich klingende Idee.
Host: Nämlich?
Guest: Tief im antarktischen Eis, mehr als einen Kilometer unter der Oberfläche, sollte ein würfelförmiger Detektor mit etwa einem Kilometer Kantenlänge entstehen. Das Eis liefert genug Masse, um auch weit entfernte Neutrinos aufzuspüren.
Host: Das Vorläuferprojekt hieß doch AMANDA?
Guest: Genau, dabei wurden Lichtsensoren im Eis versenkt, die winzige Lichtblitze registrieren, sobald Neutrinos mit dem Eis reagieren. Nach dessen Erfolg entstand IceCube, das Ende 2010 fertiggestellt wurde.
Host: Und wie groß ist IceCube im Vergleich zu AMANDA?
Guest: Mit einem Kubikkilometer Volumen ist es etwa fünfzigmal größer. Zwischen 2010 und 2012 registrierte die Anlage die ersten 28 hochenergetischen Neutrinos kosmischen Ursprungs.
Host: Das klingt nach wenig für so eine riesige Anlage.
Guest: Stimmt, selbst bei dieser Größe wird im Schnitt nur etwa ein Teilchen pro Tag erfasst. Dafür sind die Messungen umso wertvoller, weil Neutrinos, anders als Gamma- und kosmische Strahlung, weder von Materie noch von Magnetfeldern abgelenkt werden.
Host: Man kann ihre Spur also direkt zum Ursprung zurückverfolgen.
Guest: Genau, etwa zu Supernovae, Schwarzen Löchern oder Blazaren, also extrem aktiven Galaxienkernen. Deren Neutrinos können bis zu einer Milliarde Mal energiereicher sein als jene der Sonne.
Host: Und Deutschland ist an IceCube ja auch stark beteiligt.
Guest: Ja, unter anderem DESY in Zeuthen sowie die Universitäten Wuppertal, Berlin und Aachen und das Karlsruher Institut für Technologie. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Geldgeber und liefert einen Großteil der hochempfindlichen Lichtsensoren.
Host: Warum hat das Nobelkomitee die Auszeichnung begründet?
Guest: Damit, dass dieses Instrument der Grundlagenforschung künftig bislang unbekannte kosmische Phänomene sichtbar machen könnte.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!