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Porsche SE: Großer Verlust wegen Abschreibungen auf VW
Porsche SE macht im ersten Halbjahr 2026 einen Verlust von 2,22 Milliarden Euro. Der Grund sind hohe Abschreibungen auf Volkswagen und die Porsche AG.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Porsche SE schreibt 2,22 Milliarden Euro Verlust wegen VW-Abschreibung.
Host: Die Porsche SE hat für das erste Halbjahr 2026 einen Verlust von 2,22 Milliarden Euro nach Steuern verbucht – im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 338 Millionen Euro zu Buche. Wie erklärt sich dieser dramatische Einbruch?
Guest: Der Hauptgrund liegt in umfangreichen Abschreibungen auf den Wert der Beteiligungen. Allein auf den VW-Anteil hat die Holding 3,0 Milliarden Euro abgeschrieben, hinzu kommen weitere 0,2 Milliarden Euro auf die Beteiligung an der Porsche AG.
Host: Das klingt zunächst nach einem enormen Geldverlust. Muss man das wirklich so dramatisch sehen, oder täuscht der erste Eindruck?
Guest: Insofern relativiert sich das Bild etwas, als es sich um reine Buchverluste handelt. Es fliesst also kein tatsächliches Geld ab, allerdings sinkt der bilanzierte Wert der Anteile spürbar – und das schlägt sich eben in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder.
Host: Gibt es eine Kennzahl, die das operative Geschäft losgelöst von diesen Sondereffekten abbildet?
Guest: Ja, rechnet man die Abschreibungen heraus, ergibt sich ein deutlich anderes Bild: Das angepasste Konzernergebnis für das erste Halbjahr liegt bei 949 Millionen Euro. Das zeigt, dass die eigentliche operative Substanz keineswegs zusammengebrochen ist.
Host: Und wie sieht es mit der Verschuldung aus? Belastet der Verlust auch die Bilanzstruktur der Holding?
Guest: Die Nettoverschuldung lag zum Stichtag 30. Juni 2026 bei 4,98 Milliarden Euro, folglich weiterhin bei rund fünf Milliarden Euro. Sie hat sich also nicht dramatisch verändert, was angesichts der Grössenordnung der Abschreibungen durchaus bemerkenswert ist.
Host: Man muss ja bedenken, dass die Porsche SE selbst keine Autos produziert, sondern als Holding fungiert. Wie stark hängt ihr Ergebnis tatsächlich von den beiden Beteiligungen ab?
Guest: Nahezu vollständig. Das Ergebnis der Porsche SE ist praktisch identisch mit der Entwicklung ihrer beiden grossen Beteiligungen, während eigene operative Geschäfte kaum eine Rolle spielen. Wenn also Volkswagen oder Porsche AG schwächeln, schlägt sich das unmittelbar in der Bilanz der Holding nieder.
Host: Was macht den beiden Unternehmen derzeit konkret zu schaffen?
Guest: Volkswagen als grösster Autobauer Europas steht unter erheblichem Druck durch hohe Kosten, eine schwache Nachfrage in wichtigen Märkten sowie den kostspieligen Umbau hin zur Elektromobilität. Auch die Porsche AG spürt diesen Umbruch in der Branche deutlich, wenngleich die Abschreibung dort mit 0,2 Milliarden Euro vergleichsweise moderat ausfällt.
Host: Heisst das, Anlegerinnen und Anleger sollten sich nun auf weitere Abschreibungen einstellen, oder war das eine einmalige Korrektur?
Guest: Genau das ist die entscheidende Frage, und sie lässt sich derzeit nicht eindeutig beantworten. Ob es bei dieser einmaligen Korrektur bleibt oder ob weitere Abschreibungen folgen, hängt vor allem davon ab, wie sich der Börsenkurs von Volkswagen in den kommenden Monaten entwickelt.
Host: Das bedeutet also, die Porsche SE ist in gewisser Weise Geisel des VW-Aktienkurses?
Guest: Man könnte es durchaus so formulieren. Da die Beteiligung an Volkswagen bilanziell bewertet wird, überträgt sich jede Kursschwankung direkt auf das Ergebnis der Holding – nach oben wie nach unten. Insofern bleibt die Lage volatil, selbst wenn das operative Geschäft, wie die 949 Millionen Euro zeigen, robuster ist als die Schlagzeile vermuten lässt.
Host: Eine differenzierte Geschichte also – zwischen Buchverlust und tatsächlicher wirtschaftlicher Substanz.
Guest: Genau. Wer nur auf die 2,22 Milliarden Euro Verlust schaut, bekommt ein verzerrtes Bild, während wer die bereinigten Zahlen und die Verschuldung betrachtet, eine deutlich stabilere Situation erkennt.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!