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Schauspiellegende Eva Marie Saint mit 102 Jahren gestorben
Die US-Schauspielerin Eva Marie Saint ist mit 102 Jahren gestorben. Sie wurde berühmt durch Filme wie 'Die Faust im Nacken' und gewann einen Oscar und einen Emmy.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Schauspiellegende Eva Marie Saint mit 102 Jahren gestorben.
Host: Eva Marie Saint ist jetzt im Alter von 102 Jahren gestorben, friedlich, in ihrem Zuhause in Los Angeles, umgeben von ihrer Familie. Was mich dabei besonders beeindruckt, ist, dass sie bis ins hohe Alter aktiv blieb.
Guest: Ja, das ist tatsächlich außergewöhnlich. Sie zählte zu den prägenden Darstellerinnen des klassischen Hollywood-Kinos, und zwar nicht nur wegen ihrer frühen Erfolge, sondern weil sie über Jahrzehnte präsent blieb.
Host: Dabei war ihr Weg zur Schauspielerei ja eigentlich gar nicht vorgezeichnet. Sie wollte ursprünglich Lehrerin werden, oder?
Guest: Genau, sie stammte aus einer Quäker-Familie in Newark, New Jersey, geboren 1924, und begann ein Lehramtsstudium an der Bowling Green State University. Während dieses Studiums entdeckte sie allerdings ihre Begeisterung für die Bühne und wechselte folglich zur Schauspielerei.
Host: Und ihre Ausbildung erhielt sie dann an einer der renommiertesten Institutionen überhaupt, dem Actors Studio in New York.
Guest: Richtig, dort, wo Mitbegründer Elia Kazan die Methode des Method Acting geprägt hat. Insofern war ihre schauspielerische Prägung von Anfang an mit den einflussreichsten Figuren ihrer Zeit verknüpft.
Host: Ihr Durchbruch kam ja direkt mit der ersten Filmrolle, was ziemlich ungewöhnlich ist.
Guest: Absolut, 1954 in Kazans Drama "Die Faust im Nacken", an der Seite von Marlon Brando. Für diese Leistung erhielt sie bereits ein Jahr später den Oscar als beste Nebendarstellerin - ein Einstand, von dem die meisten Schauspieler nur träumen können.
Host: Der Film gilt ja ohnehin als einer der bedeutendsten der Filmgeschichte, nicht zuletzt wegen der Musik von Leonard Bernstein.
Guest: Das stimmt, diese Kombination aus Kazans Regie, Brandos Darstellung und Bernsteins Komposition hat dem Werk einen bis heute ungebrochenen Status verliehen.
Host: Danach folgten ja weitere große Namen. Hitchcock zum Beispiel.
Guest: 1959, in "Der unsichtbare Dritte", an der Seite von Cary Grant. Interessant dabei ist, dass sie zunächst als eher ungewöhnliche Besetzung galt, diese Skepsis aber überzeugend widerlegen konnte.
Host: Und ein Jahr später dann "Exodus" mit Paul Newman.
Guest: Unter der Regie von Otto Preminger, eine Verfilmung über jüdische Holocaust-Überlebende auf einem Flüchtlingsschiff - thematisch also ein ganz anderes Kaliber als ihre vorherigen Rollen.
Host: Obwohl sie so erfolgreich war, hat sie ihre Karriere später zurückgefahren, wenn ich das richtig verstehe.
Guest: Ja, zugunsten ihrer Familie. Allerdings blieb sie der Schauspielerei weiterhin verbunden, war immerhin fünfmal für einen Emmy nominiert und gewann die Auszeichnung schließlich 1990 für die Miniserie "People Like Us".
Host: Und auf dem Walk of Fame wurde sie sogar mit zwei Sternen geehrt.
Guest: Genau, was ihre Bedeutung über Jahrzehnte und über Film und Fernsehen gleichermaßen unterstreicht.
Host: Einem jüngeren Publikum dürfte sie aber eher aus "Superman Returns" bekannt sein.
Guest: Da war sie bereits über 80 Jahre alt und spielte die Adoptivmutter des Superhelden - ein schönes Beispiel dafür, wie sie auch im hohen Alter noch relevante Rollen übernahm. 2005 hatte sie zudem unter Wim Wenders' Regie in "Don't Come Knocking" mitgewirkt.
Host: Was mich persönlich am meisten berührt, ist ihre Ehe. 65 Jahre mit dem Regisseur Jeffrey Hayden, bis dieser 2016 starb.
Guest: Für Hollywood-Verhältnisse außergewöhnlich lange. Rückblickend sagte sie dem Sender TCM einmal, ihre Lebenserfahrung habe ihrer schauspielerischen Arbeit zusätzliche Tiefe verliehen, weil man mit den Jahren mehr Verständnis für die Dinge entwickle.
Host: Das fasst wahrscheinlich ganz gut zusammen, warum sie über so viele Jahrzehnte überzeugen konnte - nicht trotz, sondern gerade wegen ihres Alters und ihrer Erfahrung.
Guest: Genau, während viele Karrieren in Hollywood eher kurzlebig sind, zeigt ihr Werdegang, dass gelebte Erfahrung und schauspielerische Tiefe durchaus Hand in Hand gehen können.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!