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Schülerproteste in Frankreich
Seit September protestieren Schüler in Frankreich für bessere Bildungschancen. Die Proteste sind oft gewaltsam, und viele Menschen sind verletzt.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Schülerproteste in Frankreich erreichen historisches Ausmaß.
Host: In Frankreich gibt es seit Mitte September riesige Schülerproteste. Sie erinnern an die Unruhen von 1968.
Guest: Ja, das stimmt. Zuerst haben Schüler in Créteil, südlich von Paris, eine Schule blockiert.
Host: Und dann hat sich der Protest schnell ausgebreitet, oder?
Guest: Genau. Erst in die nördlichen Vorstädte von Paris, dann auch in reichere Gymnasien im Stadtzentrum.
Host: Wer protestiert denn mittlerweile alles?
Guest: Nicht nur Schüler, sondern auch Studierende, Lehrergewerkschaften und Eltern. Sie fordern bessere Bildungschancen für Jugendliche in den Vorstädten.
Host: Heute gibt es wieder landesweite Demonstrationen, richtig?
Guest: Ja, am 6. Oktober waren schon etwa 256.000 Menschen auf der Straße, davon 56.000 in Paris.
Host: Die Proteste sind aber auch sehr gewalttätig gewesen.
Guest: Leider ja. Mehr als 700 Polizisten wurden verletzt, weil Vermummte mit Steinen und Eisenstangen angegriffen haben.
Host: Wurden auch Schulen beschädigt?
Guest: Ja, Schuleingänge wurden angezündet. In Nantes ist sogar eine ganze Eingangshalle abgebrannt.
Host: Wie hat die Regierung reagiert?
Guest: Innenminister Nuñez hat der Polizei erlaubt, alle nicht tödlichen Waffen einzusetzen, um die Gewalt zu stoppen.
Host: Das hatte aber auch schwere Folgen, oder?
Guest: Ja, ein 15-jähriger Schüler hat eine Hand verloren, ein anderer ein Auge, und noch einer hatte einen doppelten Kieferbruch.
Host: Wie viele Menschen wurden insgesamt festgenommen?
Guest: Fast 7.000, mehr als während der Gelbwesten-Proteste. Nach der Verletzung des 15-Jährigen hat Nuñez einen bestimmten Granatentyp vorübergehend verboten.
Host: Die Proteste beeinflussen wohl auch den Wahlkampf?
Guest: Ja, die Regierung behauptet, dass La France Insoumise hinter den Protesten steckt. Die Partei nennt das eine Verschwörungstheorie.
Host: Trotzdem mobilisiert die Partei viele junge Leute?
Guest: Genau, in Umfragen kommt sie bei jungen Menschen auf etwa 40 Prozent.
Host: Und wie reagiert die rechte Seite?
Guest: Eric Zemmour nutzt die Proteste, um gegen muslimische Franzosen zu hetzen. Er spricht von einem Kampf zwischen zwei Frankreichs.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!