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Serbische Studierende fordern Vucic-Lager bei Neuwahlen heraus
Eine Studenten-Bewegung aus Serbien kandidiert zum ersten Mal bei der Parlamentswahl am 25. Oktober. In Umfragen liegt sie gleich mit dem Lager von Präsident Vucic. Der Grund für die Bewegung ist der Einsturz eines Bahnhofsdachs in Novi Sad, bei dem 16 Menschen gestorben sind. Im Wahlkampf fahren die Studenten mit dem Fahrrad durch das Land.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Serbische Studierende fordern Vucic-Lager bei Neuwahlen heraus.
Host: In Serbien liegt eine Studierendenbewegung inzwischen in Umfragen gleichauf mit dem Lager von Aleksandar Vucic, obwohl sie erst am 25. Oktober erstmals zur Parlamentswahl antritt.
Guest: Ja, das ist bemerkenswert, denn der Ausgangspunkt war ja eigentlich eine Tragödie: der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad vor zwei Jahren, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen.
Host: Und die Studierenden machen dafür nicht einen Unfall, sondern Korruption und Machtmissbrauch im politischen System verantwortlich.
Guest: Genau, weshalb Vucic Ende September als Präsident zurücktrat und vorgezogene Neuwahlen ausrief, nachdem der Druck offenbar zu groß geworden war.
Host: Interessant ist, dass die Studentenliste nun auf dem dritten Listenplatz kandidiert, während sie im Wahlkampf vor allem auf Fahrradtouren durchs Land setzt.
Guest: Damit wollen sie gezielt auch konservative, ländliche Regionen erreichen, die bisher mehrheitlich Vucic unterstützt haben.
Host: Zuletzt sind rund 120 Teilnehmende bei Regen durch eine Gegend südwestlich von Belgrad in Richtung Osecina gefahren.
Guest: Unter ihnen war auch die 22-jährige Medizinstudentin Marija, die die Strecke trotz einer Diabetes-Erkrankung bewältigte, weil andere Fahrerinnen und Fahrer sie unterstützten.
Host: Was fordert die Bewegung denn konkret, abgesehen vom Rücktritt?
Guest: Reformen im Bildungswesen, mehr Rechtsstaatlichkeit und eine klare Perspektive für einen EU-Beitritt Serbiens.
Host: Anders als die ungarische Oppositionsbewegung um Peter Magyar setzt die serbische Studentenliste bewusst nicht auf eine einzelne charismatische Führungsfigur.
Guest: Stattdessen kandidieren zahlreiche Personen aus Wissenschaft und Hochschulen, was dem Ganzen einen eher kollektiven Charakter gibt.
Host: Allerdings gerieten mehrere Unterstützer deswegen ins Visier staatsnaher Medien, oder?
Guest: Ja, der frühere Rektor der Universität Belgrad, Vladan Dokic, dessen Büro nach Protesten von der Polizei durchsucht wurde, steht inzwischen nicht mehr auf der Kandidatenliste.
Host: Und die Anwältin Jana Acimovic Planojevic, die Opfer eines Polizeieinsatzes in Valjevo vertritt, wurde sogar von Vucic selbst öffentlich angegriffen.
Guest: Das zeigt, unter welchem Druck Menschen stehen, die sich mit der Bewegung verbinden lassen, obwohl sie formal gar nicht alle kandidieren.
Host: Wie wurden die Radfahrenden denn in Osecina empfangen?
Guest: Dort trafen sie sowohl auf Vertreter der Vucic-Partei, die auf verbesserte Infrastruktur verwiesen und gleichzeitig für enge Beziehungen zu Russland sowie einen EU-Kurs warben, als auch auf Einwohner, die sie mit Essen und großer Emotionalität empfingen.
Host: Eine ziemlich widersprüchliche Haltung, enge Beziehungen zu Russland und einen EU-Kurs gleichzeitig zu vertreten.
Guest: Durchaus, aber genau das macht die Ausgangslage vor der Wahl so unübersichtlich.
Host: Wird die Wahl am 25. Oktober deshalb als richtungsweisend bezeichnet?
Guest: Ja, wegen des knappen Umfragestands zwischen der Studentenliste und dem Regierungslager gilt sie als möglicherweise richtungsweisend für Serbien und sogar für die gesamte Balkanregion.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!