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Sonnenfinsternis am 12. August: Vorsicht vor dem Blick in die Sonne
Am 12. August 2026 gibt es eine Sonnenfinsternis über Deutschland. Experten warnen: Ein Blick ohne Schutzbrille kann die Augen schädigen. Man braucht eine spezielle Sonnenfinsternisbrille oder eine Lochkamera.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Sonnenfinsternis am 12. August: Experten warnen vor ungeschütztem Blick in die Sonne.
Host: Am Mittwoch, dem 12. August, ist über Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten, und zwar kurz nach 19 Uhr, wenn sich der Mond zwischen Sonne und Erde schiebt.
Guest: Richtig, und wer das Naturschauspiel verfolgen will, sollte sich einen Aussichtspunkt mit freiem Blick Richtung Nordwesten suchen, weil die Sonne zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich tief steht.
Host: Allerdings scheint die eigentliche Gefahr weniger im Verpassen des Ereignisses zu liegen, sondern vielmehr darin, wie man es beobachtet, oder?
Guest: Genau, Catherine Fischer von der ESA, die an der Koordination solcher Sonnenbeobachtungen beteiligt ist, warnt eindringlich davor, ungeschützt in die Sonne zu blicken, da dies die Netzhaut dauerhaft und erstaunlich schnell schädigen kann.
Host: Das Tückische daran ist doch, dass man davon zunächst gar nichts spürt, weil die Netzhaut keine Schmerzrezeptoren besitzt.
Guest: Exakt, eine Schädigung bleibt also zunächst unbemerkt, was die ganze Sache noch gefährlicher macht, insofern man sich in falscher Sicherheit wiegt.
Host: Interessant ist auch, dass Daniela Weiskopf vom Bundesamt für Strahlenschutz das Risiko bei dieser speziellen Finsternis sogar als besonders hoch einstuft. Woran liegt das?
Guest: Weil das Ereignis in der Abenddämmerung stattfindet, blendet die Sonne weniger stark als sonst, wodurch der natürliche Schutzreflex, also das automatische Wegschauen, ausbleibt.
Host: Während man tagsüber also instinktiv blinzelt oder wegsieht, fehlt dieser Reflex am Abend schlicht.
Guest: Genau, und zusätzlich ist die Pupille bei Dämmerlicht weiter geöffnet, sodass noch mehr Strahlung ungehindert ins Auge gelangt. Die Kombination aus beidem macht die Situation besonders riskant.
Host: Reicht denn eine normale Sonnenbrille nicht aus, um sich zu schützen?
Guest: Nein, weder eine gewöhnliche Sonnenbrille noch eine Schweißerbrille oder eine Rettungsfolie bieten ausreichenden Schutz. Notwendig sind spezielle Sonnenfinsternisbrillen, deren Folien nur etwa 0,001 Prozent des Lichts durchlassen.
Host: Und wo bekommt man solche Spezialbrillen her?
Guest: Man findet sie unter anderem in Astronomie-Fachgeschäften, bei manchen Optikern und in Fotogeschäften, allerdings sind sie vielerorts bereits ausverkauft. Die Preise beginnen immerhin schon bei rund 99 Cent pro Stück.
Host: Worauf sollte man beim Kauf konkret achten, damit man nicht an eine minderwertige Brille gerät?
Guest: Wichtig sind eine vollständige Abdeckung der Augen, breite Schutzbügel, ein CE-Kennzeichen sowie die Einhaltung der Norm DIN EN ISO 12312-2:2015. Beschädigte oder ältere Brillen, etwa noch aus dem Jahr 1999, sollten hingegen keinesfalls mehr verwendet werden.
Host: Was macht man denn, wenn man partout keine Schutzbrille mehr auftreiben kann?
Guest: Dann empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, sich mit einem Karton und Transparentpapier eine einfache Lochkamera zu bauen, um die Finsternis indirekt zu beobachten, also nicht direkt in die Sonne, sondern auf die projizierte Abbildung zu schauen.
Host: Und wie sieht es mit Fotos aus, etwa mit dem Smartphone oder einem Teleskop?
Guest: Auch dafür braucht man unbedingt einen geeigneten Schutzfilter, denn ein direkter, ungefilterter Blick durch solche Geräte ist besonders gefährlich, da sie die Sonnenstrahlen bündeln und dadurch die Schädigung noch verstärken.
Host: Angenommen, jemand hat trotz aller Warnungen versehentlich ungeschützt in die Sonne geblickt – woran erkennt man, dass tatsächlich ein Schaden entstanden ist?
Guest: Typische Symptome sind dauerhaft dunkle Flecken im Sichtfeld, verschwommenes Sehen oder verzerrt wahrgenommene gerade Linien, wobei sich diese Anzeichen oft erst Stunden später zeigen, folglich sollte man auch dann noch wachsam bleiben.
Host: Und was rät Weiskopf in einem solchen Fall?
Guest: Sie rät dazu, umgehend eine Augenärztin, einen Augenarzt oder eine Augenklinik aufzusuchen, denn je schneller reagiert wird, desto besser lässt sich möglicherweise weiterer Schaden begrenzen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!