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Ukraine bangt vor dem Winter und hofft auf mehr EU-Unterstützung
Russland hat am 14. Oktober die Energie-Anlagen der Ukraine stark angegriffen. In Kiew gab es Schäden an einem Heizkraftwerk und Probleme mit Strom und Wasser. Präsident Selenskyj reiste nach London und sucht mehr Hilfe von der EU.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Ukraine bangt vor dem Winter und hofft auf mehr EU-Unterstützung.
Host: Die Bilder aus Kiew vom 14. Oktober sind erschütternd – Dutzende Raketen und über hundert Drohnen gegen die Energieversorgung. Was genau ist an diesem Tag passiert?
Guest: Nach ukrainischen Angaben griff die russische Armee gezielt Kraftwerke und andere Energieanlagen an. Besonders gravierend ist, dass viele Treffer erfolgten, bevor überhaupt Luftalarm ausgelöst werden konnte – die Menschen hatten kaum eine Vorwarnung.
Host: Das heißt, selbst die üblichen Schutzmechanismen haben an diesem Tag versagt?
Guest: Genau, und in Kiew traf laut Präsident Selenskyj eine Rakete sogar ein Heizkraftwerk. In der Folge fielen Strom- und Wasserversorgung in weiten Teilen der Stadt aus – kurz vor dem Winter eine besonders bedrohliche Situation.
Host: Wie haben die Menschen vor Ort auf diese Zerstörung reagiert?
Guest: Der Bewohner Oleksandr Starikov hat seine ausgebrannte Wohnung besichtigt und zeigte sich zutiefst wütend über diese Kriegsführung. Er glaubt allerdings, dass der Terror den Widerstandswillen der Ukrainer nicht brechen, sondern eher noch verstärken wird.
Host: Eine trotzige Haltung also, trotz der massiven Zerstörung.
Guest: Genau, und das deckt sich mit dem, was auch internationale Helfer vor Ort beobachten.
Host: Wer berichtet da konkret aus erster Hand?
Guest: Matthias Schmale, der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in der Ukraine, sagte, er könne von seinem Büro aus die beschädigten Kraftwerke sehen. Am Morgen nach dem Angriff hätten viele Menschen kein fließendes Wasser gehabt – er selbst musste sich mit aufbewahrtem Wasser und einem Gefäß waschen.
Host: Das zeigt, wie unmittelbar selbst internationale Organisationen betroffen sind.
Guest: Absolut, und Schmale bezeichnete die humanitäre Lage als äußerst besorgniserregend – kurz vor dem Winter eine deutliche Warnung.
Host: Während all dem reiste Selenskyj nach London. Was wollte er dort erreichen?
Guest: Vor allem weitere Unterstützung für sein Land sichern. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Ukraine zwar zu einer Waffenruhe bereit sei, ein auf Energieanlagen begrenzter Waffenstillstand jedoch derzeit nicht zustande komme.
Host: Woran scheitert ein solcher begrenzter Waffenstillstand konkret?
Guest: Selenskyj kritisierte Probleme mit dem Satellitendienst Starlink und beim Austausch von Aufklärungsdaten mit den USA im Vorfeld der Angriffe. Washington habe die Ukraine vorab nicht über die drohenden Angriffe informiert.
Host: Das weckt Zweifel an der Verlässlichkeit der amerikanischen Unterstützung.
Guest: Genau, und diese schwankende US-Unterstützung lässt Kiew nun stärker auf die Europäische Union blicken.
Host: Was ist beim bevorstehenden EU-Gipfel zu erwarten?
Guest: Dort soll erörtert werden, wie die Union die Ukraine künftig unabhängiger von amerikanischer Hilfe unterstützen kann.
Host: Und wie bereiten sich die Menschen selbst auf den Winter vor, wenn der Staat offenbar nicht alles garantieren kann?
Guest: Viele versuchen, sich eigenständig abzusichern. Der Immobilienmakler Roman Slavutski berichtet von enormer Nachfrage nach Häusern mit Gasheizung außerhalb der Hauptstadt – alle von ihm angebotenen Objekte seien bereits vermietet.
Host: Das heißt, die Menschen ziehen regelrecht aus Kiew weg?
Guest: Ja, zahlreiche Menschen verlassen ihre Mietwohnungen in der Stadt, um in besser heizbare Häuser im Umland zu ziehen.
Host: Gibt es daneben auch eine politische Debatte über die Vorbereitung auf diesen Winter?
Guest: Durchaus, und sie ist kontrovers. Es wird diskutiert, ob Städte und Gemeinden ausreichend auf die Angriffe und den Winter vorbereitet sind. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko steht wegen vermeintlicher Versäumnisse in der Kritik.
Host: Trifft ihn diese Kritik zu Recht, oder wird da jemand zum Sündenbock gemacht?
Guest: Das lässt sich nicht eindeutig beantworten. Beobachter sehen nämlich auch eine Verantwortung bei der Regierung von Präsident Selenskyj selbst – die Schuld wird also nicht nur auf die Kommunalebene abgewälzt.
Host: Ein weiterer harter Winter also, mit ungewisser internationaler Unterstützung im Hintergrund.
Guest: Genau, und insofern bleibt die Lage gleichzeitig auf mehreren Ebenen angespannt: militärisch, humanitär und innenpolitisch.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!