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B2
UN-Sicherheitsrat scheitert erneut an Nachfolge für Guterres
Der UN-Sicherheitsrat wählt zum sechsten Mal keinen neuen Generalsekretär. Die Kandidatin Rebeca Grynspan bekommt viele Stimmen, aber zwei Vetomächte stimmen gegen sie.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über UN-Sicherheitsrat scheitert erneut an Nachfolge für Guterres.
Host: Der UN-Sicherheitsrat hat schon zum sechsten Mal versucht, eine Nachfolge für Guterres zu bestimmen und ist erneut gescheitert.
Guest: Ja, obwohl Rebeca Grynspan weiterhin als aussichtsreichste Kandidatin gilt, hat sie die nötige Unterstützung der Vetomächte nicht bekommen.
Host: Wie genau ist denn das Ergebnis dieser Probeabstimmung ausgefallen?
Guest: Neun der fünfzehn Mitgliedsstaaten haben für sie gestimmt, ein Staat hat sich enthalten, und fünf haben gegen sie gestimmt.
Host: Das Besondere ist ja, dass unter den Gegenstimmen diesmal erstmals auch zwei der fünf Vetomächte waren.
Guest: Genau, und weil diese mit roten Stimmzetteln wählten, unterschieden sie sich sichtbar von den übrigen Mitgliedern.
Host: Weiß man denn, welche zwei Vetomächte gegen sie gestimmt haben?
Guest: Offiziell nicht, da die Wahl geheim verläuft. Beobachter der Vereinten Nationen vermuten aber, dass es sich um Russland und die USA handelt.
Host: Welche Regel macht es ihr eigentlich so schwer, überhaupt gewählt zu werden?
Guest: Eine einfache Mehrheit von neun Stimmen reicht nicht aus. Zusätzlich darf keine der fünf permanenten Vetomächte, also die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich, mit Nein stimmen.
Host: Und genau daran scheitert ihre Kandidatur bislang.
Guest: Richtig. Was könnte denn jetzt als Nächstes passieren?
Host: UN-Beobachter sehen zwei mögliche Entwicklungen. Entweder gelingt es Grynspan, die beiden ablehnenden Vetomächte in weiteren diplomatischen Gesprächen doch noch zu überzeugen.
Guest: Oder?
Host: Oder die Vetomächte schlagen in den kommenden Wochen eine völlig neue Person für das Amt vor.
Guest: Das würde dem aktuellen Verfahren aber widersprechen, oder?
Host: Ja, denn ein solcher Schritt würde das derzeitige, vergleichsweise transparente Auswahlverfahren untergraben.
Guest: Dieses Verfahren mit offenen Probeabstimmungen wurde doch erst vor relativ kurzer Zeit eingeführt?
Host: Ja, es wurde von der früheren Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, initiiert, damit die traditionelle, intransparente Einigung der Vetomächte hinter verschlossenen Türen beendet wird.
Guest: Wie viele Bewerberinnen und Bewerber waren denn ursprünglich überhaupt im Rennen?
Host: Sechs Personen, vier Frauen und zwei Männer, sind ursprünglich angetreten, um Guterres als Generalsekretär nachzufolgen.
Guest: Und wie viel Zeit bleibt dem Sicherheitsrat jetzt noch, während die Kandidatinnen und Kandidaten weiter um Unterstützung werben?
Host: Nicht mehr viel. Der Sicherheitsrat muss bis Ende Dezember eine Entscheidung treffen, und mit jeder weiteren gescheiterten Probeabstimmung wächst der Zeitdruck erheblich.
Guest: Es wirkt fast so, als würde das Verfahren selbst gerade auf die Probe gestellt.
Host: Das stimmt, denn obwohl es transparenter ist als das frühere Vorgehen hinter verschlossenen Türen, zeigt sich jetzt, wie schwer es bleibt, eine Einigung zwischen den Vetomächten zu erzielen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!