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Unitree feiert fulminanten Börsenstart in Shanghai
Der chinesische Roboterhersteller Unitree startet an der Börse in Shanghai mit einem riesigen Kurssprung, doch ein neues US-Importverbot bringt Unsicherheit.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Unitree feiert fulminanten Börsenstart in Shanghai.
Host: Also, dieser Kurssprung von Unitree ist schon bemerkenswert, oder? Die Aktie eröffnete am Mittwoch bei rund 1.100 Yuan – das liegt etwa 629 Prozent über dem Ausgabepreis von 150,80 Yuan.
Guest: Ja, absolut spektakulär. Im weiteren Vormittagshandel schmolz der Aufschlag zwar etwas ab, blieb aber immer noch bei rund 500 Prozent, was für ein Unternehmen dieser Größenordnung außergewöhnlich ist.
Host: Was Unitree besonders macht, ist ja, dass es das erste Unternehmen für humanoide Roboter ist, das überhaupt an einer Börse auf dem chinesischen Festland notiert wird.
Guest: Genau, und nach Umsatz ist es zugleich der größte Anbieter dieser Branche weltweit. Insofern überrascht das Interesse der Anleger nicht wirklich.
Host: Die Firma wurde ja 2016 in Hangzhou gegründet und ist vor allem durch diese vierbeinigen Roboterhunde bekannt geworden.
Guest: Stimmt, aber inzwischen eben auch durch menschenähnliche Maschinen, die laufen, tanzen und sogar Kampfsportbewegungen ausführen können. Das hat sicher zur medialen Aufmerksamkeit beigetragen.
Host: Zum Eröffnungskurs kam Unitree auf eine Marktbewertung von umgerechnet etwa 57 Milliarden Euro. Das ist eine gewaltige Summe für ein Unternehmen dieser Branche.
Guest: Und das, obwohl das für Privatanleger reservierte Aktienkontingent im Vorfeld mehr als 8.000-fach überzeichnet war. Insgesamt hat das Unternehmen beim Börsengang rund 780 Millionen Euro eingenommen.
Host: Allerdings steht diese hohe Bewertung, wie ich gelesen habe, bislang in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Geschäftszahlen.
Guest: Richtig, 2025 wuchs der Umsatz zwar auf umgerechnet rund 218 Millionen Euro, also auf mehr als das Vierfache des Vorjahres, aber im Vergleich zur Marktbewertung ist das relativ wenig.
Host: Wie sieht es denn mit dem Gewinn aus?
Guest: Der Nettogewinn belief sich auf 278 Millionen Yuan. Und laut eigenen Angaben hat das Unternehmen im vergangenen Jahr über 5.500 humanoide Roboter ausgeliefert.
Host: Das klingt nach viel, ist aber vermutlich noch weit von einem breiten kommerziellen Einsatz entfernt.
Guest: Genau, ein breiter kommerzieller Einsatz solcher Maschinen steht ja nach wie vor aus. Trotzdem blicken viele Investoren offenbar sehr zuversichtlich auf die Wachstumsaussichten der Branche.
Host: Gibt es denn auch Risikofaktoren, die diesen Optimismus dämpfen könnten?
Guest: Durchaus. Unsicherheit bringt vor allem eine Entscheidung der US-Regulierungsbehörde FCC, die im vergangenen Monat den Import humanoider Roboter untersagt hat – eine Maßnahme, die naturgemäß vor allem chinesische Hersteller wie Unitree treffen dürfte.
Host: Das könnte also mittelfristig ein ernsthaftes Problem für das Geschäft in den USA werden.
Guest: Möglicherweise, ja. Interessant ist aber auch, dass der Börsenstart von Unitree bereits das zweite aufsehenerregende Debüt eines chinesischen Unternehmens innerhalb weniger Wochen ist.
Host: Du meinst den Chiphersteller CXMT?
Guest: Genau, dessen Kurs sich zeitweise sogar versechsfacht hatte. Besonders kräftige Kursgewinne verzeichnen derzeit generell Hardware- und KI-Firmen aus den Bereichen Halbleiter und Robotik.
Host: Das hängt vermutlich auch mit der gezielten Förderung durch die Regierung in Peking zusammen.
Guest: Ganz genau, während der Westen teilweise noch zögert, fördert Peking diese Branchen gezielt, um technologische Abhängigkeiten vom Ausland zu verringern.
Host: Am selben Tag hat in Peking ja außerdem eine der bedeutendsten Robotikmessen der Welt begonnen.
Guest: Ja, und neben Unitree präsentieren sich dort interessanterweise auch deutsche Unternehmen wie der Chipkonzern Infineon und der Autozulieferer Schaeffler.
Host: Steht bei dieser Messe wieder vor allem die Technik im Vordergrund, oder hat sich der Fokus verschoben?
Guest: Humanoide Roboter stehen zwar erneut im Mittelpunkt, allerdings rückt zunehmend ihr wirtschaftlicher Nutzen in den Vordergrund – es geht also weniger um Show-Effekte als früher.
Host: Das passt ja auch zu der Diskrepanz, die wir vorhin besprochen haben, zwischen der hohen Bewertung und den noch bescheidenen Geschäftszahlen.
Guest: Genau, insofern wird sich erst noch zeigen müssen, ob der Optimismus der Anleger tatsächlich gerechtfertigt ist oder ob hier gerade eine Blase entsteht.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!