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Waldbrand im Hohen Venn weiterhin außer Kontrolle
Im Hohen Venn brennt seit Tagen ein großer Waldbrand. Feuerwehr und Helfer kämpfen gegen die Flammen, und etwa 30 Bewohner aus Kalterherberg müssen weiter warten, bevor sie zurückkehren können.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Waldbrand im Hohen Venn weiterhin außer Kontrolle.
Host: Fangen wir gleich mit der Lage an: Nach Angaben der Feuerwehr ist das Feuer im Hohen Venn also immer noch nicht vollständig unter Kontrolle, obwohl schon seit Tagen gelöscht wird.
Guest: Genau, und das obwohl allmählich Hoffnung aufkommt, weil für die kommenden Stunden Regen angekündigt ist. Der Feuerwehrsprecher der Stadt Monschau, Tobias Schell, hat aber betont, dass man sich darauf nicht verlassen dürfe und weiterhin aktiv daran arbeite, die Flammen zurückzudrängen.
Host: Wobei es ja nicht nur darum geht, neue Bereiche zu löschen, sondern auch bereits gesicherte Abschnitte zu halten, oder?
Guest: Richtig, das ist insofern knifflig, als ein Waldbrand jederzeit wieder aufflammen kann, selbst dort, wo er scheinbar schon gebannt war. Deshalb müssen die Einsatzkräfte parallel beides leisten: vorrücken und gleichzeitig das Erreichte absichern.
Host: Und welcher Abschnitt bereitet aktuell die größten Sorgen?
Guest: Die nordöstliche Seite des Brandgebiets gilt weiterhin als besonders kritisch, schlicht weil sie für die Einsatzkräfte kaum zugänglich ist. Nach Angaben von Schell liegt diese Front rund 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, was zeigt, wie nah das Feuer dem besiedelten Gebiet mittlerweile gekommen ist.
Host: Deshalb also weiterhin die Evakuierung in Kalterherberg?
Guest: Ja, etwa 30 Bewohnerinnen und Bewohner des Monschauer Ortsteils mussten bereits am Sonntagabend ihre Häuser verlassen, und an dieser Maßnahme wird vorerst festgehalten, solange die Lage so unsicher bleibt.
Host: Es kursierten aber wohl Gerüchte, die Menschen könnten schon zurückkehren?
Guest: Genau, und Schell hat dem ausdrücklich widersprochen, das treffe schlicht nicht zu. Am Dienstagmorgen wollten die Einsatzkräfte erst prüfen, ob eine Rückkehr überhaupt vertretbar ist, allerdings stand zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung fest.
Host: Was wurde denn konkret unternommen, um die gefährdeten Gebäude besser zu schützen?
Guest: Feuerwehr und Technisches Hilfswerk haben in der Nacht auf deutscher Seite mehrere mobile Löschwasserbecken aufgebaut und mit Wasser befüllt, damit im Ernstfall unmittelbar gelöscht werden kann, ohne erst Wasser heranschaffen zu müssen.
Host: Und auf belgischer Seite? Da läuft die Koordination ja etwas anders.
Guest: Dort koordiniert unter anderem Tony Hosmans, der für die Krisenkommunikation der Provinz Lüttich zuständig ist, die Löscharbeiten. Das erklärte Ziel ist es, den Brand vollständig zu umschließen, denn erst wenn das gelingt, besteht überhaupt Aussicht darauf, ihn danach unter Kontrolle zu bringen.
Host: Gibt es denn schon Orte, die entwarnt werden konnten?
Guest: Ja, immerhin: Die Bewohner von Sourbrodt, das zur Gemeinde Weismes gehört, durften bereits seit Montagabend wieder in ihre Häuser zurück. Das zeigt, dass die Lage von Ort zu Ort sehr unterschiedlich ist.
Host: Was hat die Löscharbeiten zuletzt am meisten erschwert?
Guest: Vor allem die starke Rauchentwicklung. Am Dienstag konnten die Löschhubschrauber deswegen zeitweise gar nicht eingesetzt werden, was den Fortschritt natürlich erheblich gebremst hat.
Host: Der Rauch war ja angeblich sogar sehr weit entfernt zu riechen?
Guest: Erstaunlicherweise ja, im Raum Köln, also in mehr als 100 Kilometern Entfernung, wurde er von der dortigen Feuerwehr wahrgenommen. Am Abend entspannte sich die Geruchslage dort allerdings wieder. Wie sich der Rauch am Mittwoch weiterentwickelt, ließ sich zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht absehen.
Host: Neben dem sichtbaren Feuer gibt es ja offenbar auch eine Gefahr, die man gar nicht sieht?
Guest: Genau, das ist vielleicht der tückischste Aspekt: Auch Teile des Torfmoors im Hohen Venn stehen in Brand. Ein solcher Moorbrand kann unterirdisch weiterschwelen und die Löscharbeiten insofern zusätzlich erschweren, als er von außen kaum zu erkennen ist.
Host: Wie groß ist die Fläche mittlerweile insgesamt betroffen?
Guest: Nach bisherigen Angaben sind bereits rund 3.000 Hektar des Naturschutzgebiets von den Flammen erfasst worden, eine enorme Ausdehnung, die verdeutlicht, wie außergewöhnlich dieser Waldbrand tatsächlich ist.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!