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Wärmepumpen-Verkäufe steigen im ersten Halbjahr deutlich
Im ersten Halbjahr 2026 haben die Deutschen mehr Heizungen gekauft. Besonders Wärmepumpen waren sehr beliebt.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Wärmepumpen treiben den Heizungsmarkt an – doch der Bedarf bleibt riesig.
Host: Fast 352.000 Wärmeerzeuger wurden im ersten Halbjahr 2026 verkauft, ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie ist dieser Anstieg einzuordnen?
Guest: Er ist bemerkenswert, vor allem weil er fast ausschließlich von einem Segment getragen wird: den Wärmepumpen. Mit 194.500 verkauften Geräten machen sie mittlerweile mehr als die Hälfte des gesamten Marktes aus, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.
Host: Das klingt nach einer regelrechten Trendwende. Würdest du das so nennen?
Guest: Ich wäre vorsichtig damit. Zwar deutet es auf eine gewisse Erholung der Nachfrage hin, allerdings liegt das Gesamtvolumen weiterhin klar unter dem Niveau früherer Jahre.
Host: Inwiefern?
Guest: Im ersten Halbjahr 2023 wurden noch 667.500 Geräte abgesetzt, also fast doppelt so viele wie jetzt. Damals waren zudem mehr als die Hälfte davon Gasheizungen.
Host: Und wie entwickelt sich der Gasheizungsmarkt aktuell?
Guest: Er stagniert praktisch: 134.000 verkaufte Anlagen bedeuten nur ein Plus von einem Prozent. Während Wärmepumpen also deutlich zulegen, hält sich die Nachfrage nach Gasheizungen nahezu konstant.
Host: Und die übrigen Heizarten?
Guest: Biomasse-Heizungen bewegen sich mit 14.500 verkauften Geräten auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, während der Absatz von Ölheizungen mit 9.500 Stück um elf Prozent eingebrochen ist. Beide Segmente spielen im Vergleich zu Wärmepumpen und Gasheizungen aber nur eine untergeordnete Rolle.
Host: Der BDH bewertet das Plus bei den Wärmepumpen als positives Zeichen. Teilst du diese Einschätzung uneingeschränkt?
Guest: Grundsätzlich schon, insofern als der Trend in die richtige Richtung geht. Allerdings betont der Verband selbst, dass das Marktvolumen insgesamt weiterhin verhalten bleibt.
Host: Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit rund 700.000 verkauften Anlagen. Wie ordnest du diese Prognose ein?
Guest: Das wäre zwar eine spürbare Verbesserung gegenüber den 627.000 Geräten im vergangenen Jahr, aber immer noch weit entfernt von früheren Jahren.
Host: Und 627.000 Geräte waren ja der niedrigste Stand seit 15 Jahren, darunter 299.000 Wärmepumpen.
Guest: Genau, das zeigt, wie tief der vorherige Einbruch tatsächlich war. Der jetzige Anstieg ist also eher eine Erholung von niedrigem Niveau als ein neuer Boom.
Host: Der BDH verweist zudem auf einen strukturellen Modernisierungsbedarf. Rund vier Millionen Heizungen in Deutschland seien älter als 30 Jahre.
Guest: Das ist erheblich, wenn man bedenkt, dass insgesamt 21,5 Millionen Heizsysteme installiert sind. 40 Prozent davon entsprechen zudem nicht mehr dem aktuellen technischen Stand.
Host: Das klingt nach einem enormen Bedarf, der bislang offenbar nicht ausreichend gedeckt wird.
Guest: Genau das ist der Punkt, den der Verband macht. Um den Austausch zu beschleunigen, fordert er verlässliche und langfristig planbare Rahmenbedingungen.
Host: Also weniger politische Kurswechsel bei jeder neuen Legislaturperiode?
Guest: Exakt. Nur wenn sich die Förderbedingungen nicht ständig ändern, haben Eigentümerinnen und Eigentümer ausreichend Sicherheit, um in die Modernisierung zu investieren.
Host: In diesem Zusammenhang wird auch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz erwähnt.
Guest: Ja, ebenso wie die angepasste Bundesförderung für effiziente Gebäude. Beide sollen klarere Vorgaben schaffen, auf die sich Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen können.
Host: Erhofft sich der Verband dadurch mehr Vertrauen in die energetische Sanierung?
Guest: Genau darauf hofft er. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen bleibt die Investitionsbereitschaft trotz des offensichtlichen Bedarfs gering.
Host: Wenn man alles zusammennimmt – Wärmepumpen wachsen deutlich, Gas stagniert, Öl verliert weiter an Boden –, wie fällt dein Gesamtfazit aus?
Guest: Der Markt entwickelt sich zwar in eine klimapolitisch erwünschte Richtung, bleibt aber weit hinter dem eigentlichen Bedarf zurück, den die vier Millionen veralteten Anlagen nahelegen. Ob daraus ein echter Modernisierungsschub wird, hängt folglich davon ab, ob die angekündigten gesetzlichen Anpassungen tatsächlich die geforderte Verlässlichkeit schaffen.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!