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ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit für Gespräche mit Moskau
A recent ARD-DeutschlandTrend survey shows that a large majority of Germans want the West to keep talking with Russia despite the Ukraine crisis, while rejecting a stronger NATO presence in Eastern Europe. Trust in Russia has slightly increased but remains low, and most Germans are skeptical of both the US as a partner and the planned EU-US free trade agreement.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit für Gespräche mit Moskau.
Host: Fast neun von zehn Deutschen wünschen sich laut dem aktuellen ARD-DeutschlandTrend, dass der Westen trotz der eskalierenden Ukraine-Krise weiterhin mit Russland im Gespräch bleibt. Wie erklären Sie sich diese überwältigende Zustimmung?
Guest: Das überrascht mich ehrlich gesagt nicht sonderlich, denn selbst inmitten einer Krise, die sich von Tag zu Tag verschärft, scheint in der Bevölkerung die Überzeugung vorzuherrschen, dass Dialog der einzig gangbare Weg ist. Bemerkenswert ist allerdings, wie deutlich diese Haltung ausfällt: Nur neun Prozent befürworten eine weitgehende Isolierung Russlands.
Host: Das deckt sich ja auch mit dem Zeitpunkt der Umfrage - Putin reist schließlich erstmals seit Beginn der Krise wieder in den Westen, zu den Feiern zum 70. Jahrestag der Landung in der Normandie.
Guest: Genau, und das verleiht der Umfrage eine zusätzliche Brisanz. Die Feierlichkeiten bieten Putin ja die Gelegenheit, direkt mit dem französischen Präsidenten und der deutschen Kanzlerin zu sprechen - insofern spiegelt die Zustimmung der Bevölkerung womöglich genau das wider, was ohnehin gerade auf diplomatischer Ebene stattfindet.
Host: Interessant ist ja auch, dass die Befragten der Diskussion um eine stärkere NATO-Präsenz in Osteuropa ausgesprochen kritisch gegenüberstehen. 75 Prozent lehnen das ab.
Guest: Ja, während man also einerseits Gesprächsbereitschaft signalisiert, möchte man andererseits offenbar auch keine Eskalation durch eine verstärkte militärische Präsenz provozieren. Nur 21 Prozent würden eine stärkere Truppenpräsenz unterstützen - das zeigt, wie sehr die Deutschen auf Deeskalation setzen, selbst wenn das bedeutet, sich gegen die Position mancher NATO-Partner zu stellen.
Host: Trotzdem bleibt das Vertrauen gegenüber Russland ja insgesamt schwach, oder?
Guest: Absolut, wobei sich hier eine leichte, aber durchaus bemerkenswerte Verbesserung zeigt: Ende April hielten nur 14 Prozent Russland für einen vertrauenswürdigen Partner, mittlerweile sind es 21 Prozent. Das bleibt zwar eine Minderheit, deutet aber darauf hin, dass sich die Wahrnehmung langsam wandelt.
Host: Und wie sieht es im Vergleich mit dem Vertrauen in die USA aus?
Guest: Erstaunlicherweise schneiden die Vereinigten Staaten hier auch nicht gerade glänzend ab: Nur noch 38 Prozent betrachten sie als vertrauenswürdigen Partner. Das ist zwar deutlich mehr als bei Russland, aber angesichts der traditionell engen transatlantischen Beziehungen doch bemerkenswert niedrig.
Host: Das erklärt wohl auch die Skepsis gegenüber dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen EU und USA?
Guest: Genau, das hängt sicherlich zusammen. Lediglich 31 Prozent der Befragten glauben, dass ein solches Abkommen Deutschland eher Vorteile bringen würde, während 55 Prozent Nachteile befürchten. Diese Diskrepanz spricht Bände über das derzeitige Misstrauen gegenüber den USA als Wirtschaftspartner.
Host: Kommen wir noch zur Frage des künftigen EU-Kommissionschefs - da scheint die Haltung der Befragten deutlich eindeutiger zu sein.
Guest: Ja, laut der Umfrage sind 60 Prozent der Meinung, dass das EU-Parlament über die Besetzung entscheiden sollte, nicht die Staats- und Regierungschefs allein. Das lässt sich wohl als Wunsch nach mehr demokratischer Legitimation auf europäischer Ebene deuten - insofern passt diese Haltung durchaus zum generellen Muster der Umfrage, dass die Bürger stärker eingebunden werden möchten.
Host: Ein spannendes Gesamtbild also: Gesprächsbereitschaft ja, aber unter klaren Bedingungen und mit anhaltender Skepsis gegenüber beiden Großmächten.
Guest: Genau, das trifft es ziemlich gut. Die Deutschen wollen offenbar weder eine Eskalation durch NATO-Aufrüstung noch eine Isolierung Russlands, sondern setzen konsequent auf Diplomatie - selbst wenn das Vertrauen in beide Seiten, sowohl Russland als auch die USA, begrenzt bleibt.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!