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Cyberangriff legt Kühltechnik in französischen Supermärkten lahm
Ein Cyberangriff hat die Kühlsysteme von vielen Supermärkten in Frankreich gestört. Rund 700 Filialen waren betroffen, aber die Lebensmittelversorgung in Frankreich ist nicht gefährdet.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Cyberangriff legt Kühltechnik in französischen Supermärkten lahm.
Host: Was mich an diesem Fall am meisten irritiert, ist das Ausmaß: Rund 700 von etwa 10.000 Supermarktfilialen in Frankreich waren übers Wochenende von diesem Cyberangriff auf die Kühltechnik betroffen.
Guest: Genau, und das Pikante daran ist, dass Finanzminister Roland Lescure das Parlament erst am 13. Oktober offiziell informiert hat – also mit einer gewissen Verzögerung, die zeigt, wie ernst man den Vorfall nimmt.
Host: Was genau ist denn mit den Kühlanlagen passiert?
Guest: Die Gefriertruhen und Kühlanlagen wurden in der Nacht über mehrere Stunden auf etwa 50 Grad Celsius hochgeheizt – das ist für Lebensmittel verheerend, weil die Kühlkette dabei komplett zusammenbricht.
Host: Trotzdem betont Lescure, die Lebensmittelversorgung in Frankreich sei insgesamt nicht gefährdet.
Guest: Das stimmt, allerdings relativiert er das sofort wieder, indem er sagt, der Angriff treffe einen zentralen Baustein der Ernährungssicherheit des Landes. Er nennt den Vorfall ausdrücklich ein Alarmsignal für alle Beteiligten.
Host: Wer übernimmt denn jetzt die Aufklärung des Falls?
Guest: Premierminister Sébastien Lecornu hat die nationale Cybersicherheitsbehörde damit betraut, und laut einer mit den Ermittlungen vertrauten Person steht sie im Austausch mit Partnerländern in Europa, weil man vermutet, dass der Angriff nicht nur Frankreich betrifft.
Host: Und parallel dazu ermittelt ja auch die Justiz.
Guest: Genau, die Pariser Staatsanwaltschaft hat ihre Spezialeinheit für Cyberkriminalität eingeschaltet. Sie untersucht die finanziellen Schäden durch verdorbene Waren und ob es im Zusammenhang mit der Überhitzung auch zu Bränden gekommen ist.
Host: Reden wir über die konkret betroffenen Unternehmen. Die Coopérative U scheint besonders hart getroffen.
Guest: Ja, dazu gehören Ketten wie Hyper U, Super U, U express und Marché U. Konzernchef Dominique Schelcher hat über X mitgeteilt, dass 80 von insgesamt 2.000 Filialen Probleme mit der Kühlung hatten.
Host: Das klingt nach vergleichsweise wenig, wenn man es auf die Gesamtzahl bezieht.
Guest: Stimmt, allerdings betont Schelcher selbst, dass man in den meisten Fällen größere Ausfälle verhindern konnte, während einige Geschäfte trotzdem Ware wegwerfen mussten. Er bezeichnet den Angriff als beispiellos und äußerst gravierend.
Host: Woran lag es denn technisch, dass gerade diese Anlagen so verwundbar waren?
Guest: Der dänische Hersteller Danfoss, dessen Geräte in vielen Filialen verbaut sind, erklärt, dass vor allem ältere Anlagen ohne aktuelle Sicherheitsupdates betroffen seien.
Host: Also ein klassisches Problem veralteter Systeme.
Guest: Insofern ja – Danfoss weist darauf hin, dass man schon länger empfiehlt, auf neuere Systeme umzusteigen. Das zeigt, dass die Schwachstelle bekannt war und offenbar nicht konsequent behoben wurde.
Host: Und der Angriff blieb nicht auf Frankreich beschränkt?
Guest: Nein, auch der niederländische Handelskonzern Ahold Delhaize, zu dem Albert Heijn, Delhaize und die US-Kette Stop & Shop gehören, meldete Störungen und trennte die betroffenen Kühlsysteme vorsorglich vom Internet.
Host: Gibt es Hinweise auf gestohlene Daten?
Guest: Nach aktuellem Stand nicht, immerhin ein kleiner Trost.
Host: Wie schätzt man den Vorfall eigentlich außerhalb Frankreichs ein, etwa in Deutschland?
Guest: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beobachtet die Vorgänge mit Sorge. Präsidentin Claudia Plattner erklärte, der Fall zeige, wie stark digitale Angriffe den Alltag stören können.
Host: Sie warnt also davor, das als rein französisches Problem abzutun.
Guest: Genau, sie sagt ausdrücklich, ein ähnlicher Vorfall könne jedes Land treffen, und Nachahmer seien nicht auszuschließen.
Host: Welche konkreten Empfehlungen gibt die Behörde für den Umgang mit solchen Steuerungsanlagen?
Guest: Sie rät, Steuerungsanlagen nicht direkt ans Internet anzubinden, sondern sie über VPN und Mehrfaktor-Authentifizierung abzusichern und Sicherheitsupdates zeitnah einzuspielen.
Host: Wenn ich das zusammenfasse: Technisch simple Versäumnisse bei alten Systemen treffen hier auf eine Infrastruktur, die systemrelevant ist, ohne dass man sich dessen offenbar bewusst war.
Guest: Treffend zusammengefasst. Und genau deshalb bezeichnen sowohl Lescure als auch Plattner diesen Angriff als Weckruf, der weit über die unmittelbar betroffenen Filialen hinausweist.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!