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Deutsche Spielebranche wächst, sucht aber Anschluss an die Weltspitze
Die Gamescom in Köln zeigt einen Rekord an Ausstellern. Die deutsche Spielebranche wächst, aber Firmen haben noch Probleme mit Geld und Förderung.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Deutsche Spielebranche wächst, sucht aber Anschluss an die Weltspitze.
Host: Über 1.700 Aussteller waren dieses Jahr auf der Gamescom in Köln vertreten – ein historischer Höchststand, oder?
Guest: Genau, und bemerkenswert ist, dass rund 70 Prozent von ihnen aus dem Ausland kamen. Das zeigt, wie international dieser Markt inzwischen geworden ist.
Host: Die Games-Industrie wird ja weltweit als Milliardenmarkt bezeichnet, der auch andere Technologiebereiche antreibt.
Guest: Stimmt, sie wirkt wie ein Motor für Künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und Grafikverarbeitung, obwohl den Ton dabei weiterhin die USA und asiatische Länder wie Japan angeben.
Host: Wie steht es denn um die deutschen Studios im Vergleich dazu?
Guest: Die Lage hat sich zwar verbessert, unter anderem durch staatliche Förderung, die der Bund von 80 auf 120 Millionen Euro pro Jahr anheben will. Dennoch bleibt der Zugang schwierig.
Host: Woran liegt das genau?
Guest: Dieter Schoeller vom Studio HeadUp aus Düren erklärte, dass junge Unternehmen zunächst Eigenkapital brauchen, um überhaupt Fördergelder beantragen zu können. Klassische Bankkredite werden ihnen oft verwehrt, weil das Geschäftsmodell als riskant gilt.
Host: Trotzdem meldet der Branchenverband Game einen Rekord, richtig?
Guest: Ja, 956 aktive Spieleunternehmen gibt es inzwischen in Deutschland, ein Plus von vier Prozent. Im Kernbereich arbeiten aktuell 12.235 Menschen, während im weiteren Umfeld sogar über 30.000 Arbeitsplätze hängen.
Host: Politisch scheint das Thema auch angekommen zu sein.
Guest: Absolut, Vizekanzler Lars Klingbeil eröffnete die Messe gemeinsam mit Forschungsministerin Dorothee Bär und betonte, wie wichtig die Branche für Digitalisierung und KI-Entwicklung in Deutschland und Europa sei.
Host: Reicht die bisherige Förderung denn aus?
Guest: Game-Geschäftsführer Felix Falk fordert zusätzlich steuerliche Anreize, damit deutsche Studios international mithalten können, so wie es in konkurrierenden Ländern längst üblich ist.
Host: Der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Müller-Lietzkow beschreibt die Entwicklung ja als zwiespältig.
Guest: Ja, weil die Branche zwar seit zehn Jahren stabil geblieben ist, aber vor allem beim Mobile Gaming nicht mit dem Weltmarkt mithalten konnte. Deshalb sind keine deutschen Weltmarktführer entstanden.
Host: Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider.
Guest: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 4,2 Milliarden Euro umgesetzt, drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Heimische Produktionen kommen dabei nur auf fünf Prozent Marktanteil, während US-amerikanische Titel die Verkaufscharts dominieren.
Host: Trotzdem wird in Deutschland offenbar sehr viel gespielt.
Guest: Ja, Schätzungen zufolge zockt inzwischen etwa jede zweite Person hierzulande. Der entscheidende Engpass bleibt aber weiterhin die Finanzierung, wenn die Branche wirklich zur Weltspitze aufschließen will.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!