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Deutscher Buchpreis 2026 geht an Shida Bazyar
Shida Bazyar gewinnt den Deutschen Buchpreis 2026 für ihren Roman "Die Lücken". Das Buch erzählt von einem fiktiven Dorf und der NS-Zeit. In ihrer Rede spricht Bazyar über Rassismus und Antisemitismus.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Deutscher Buchpreis 2026 geht an Shida Bazyar.
Host: Shida Bazyar hat gestern Abend im Kaisersaal des Römers in Frankfurt den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen, und zwar für ihren Roman "Die Lücken".
Guest: Ja, und das ist bereits ihr dritter Roman. Beeindruckend, dass sie sich damit gegen fünf weitere Titel der Shortlist durchgesetzt hat.
Host: Der Preis ist ja mit 25.000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Literatur überhaupt.
Guest: Worum geht es in dem Roman eigentlich genau?
Host: Er spielt in einem fiktiven Dorf namens Heimesbach im Hunsrück, dessen Geschichte aus der NS-Zeit aufgedeckt wird.
Guest: Also werden dort jüdische Familien beschrieben, die in den 1930er-Jahren vertrieben, deportiert und getötet wurden?
Host: Genau, und zugleich wird gezeigt, wer vom NS-Regime profitiert hat, obwohl diese Menschen oft Nachbarn der Opfer waren.
Guest: Interessant ist, dass später auch zwei iranische Familien in den Ort ziehen, und zwar in den 1980er-Jahren.
Host: Richtig, und diese Familien machen eigene Erfahrungen mit Ausgrenzung, während die Vergangenheit des Dorfes langsam sichtbar wird.
Guest: Am Ende stellt sich ja heraus, dass die Handlung auf realen Personen beruht, oder?
Host: Ja, Heimesbach steht tatsächlich für Bazyars Geburtsort Hermeskeil in Rheinland-Pfalz. Deshalb lobte die Jury das Buch als Neudefinition des klassischen Heimatromans.
Guest: Bazyar selbst wurde 1988 in Hermeskeil geboren, nachdem ihre Eltern ein Jahr zuvor aus dem Iran geflohen waren.
Host: Sie wollten damit der Verfolgung durch das Mullah-Regime entgehen, wenn ich das richtig verstanden habe.
Guest: Genau. In ihrer Dankesrede wurde sie dann auch sehr politisch, nicht wahr?
Host: Ja, sie sagte, es falle ihr schwer, sich über den Preis zu freuen, weil antisemitische und rassistische Straftaten derzeit einen Höchststand erreichen.
Guest: Hat sie damit auf aktuelle politische Debatten angespielt?
Host: Sie warnte davor, dass in Deutschland erneut über Deportationen gesprochen werde, auch wenn dafür andere Begriffe verwendet würden, damit meinte sie wohl die Forderung der AfD nach sogenannter Remigration.
Guest: Und sie rief dazu auf, dem entgegenzutreten?
Host: Genau, dabei zitierte sie die Philosophin Hannah Arendt mit dem Gedanken, dass nach 1933 nicht das Handeln der Feinde das eigentliche Problem gewesen sei, sondern das Verhalten der eigenen Freunde.
Guest: Ein starkes Zitat. Die Verleihung fand ja am Vorabend der Frankfurter Buchmesse statt.
Host: Stimmt, die Messe wird am folgenden Dienstag eröffnet, und der Buchpreis gilt traditionell als Gradmesser dafür, wie viel Aufmerksamkeit ein Buch während der Messe bekommt.
Guest: Dann dürfte "Die Lücken" in den nächsten Tagen ziemlich im Mittelpunkt stehen, damit möglichst viele Leser auf den Roman aufmerksam werden.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!