ListenYourNews
B1
Dienstleistungssektor verliert erstmals seit Corona-Krise Beschäftigte
Der Dienstleistungssektor in Deutschland verliert zum ersten Mal seit der Corona-Krise Beschäftigte. Der öffentliche Dienst wächst, aber Industrie und Handel verlieren Arbeitsplätze. Viele Unternehmen schließen, weil Chefs in Rente gehen und keine Nachfolge finden.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Dienstleistungssektor verliert erstmals seit Corona-Krise Beschäftigte.
Host: Der Dienstleistungssektor in Deutschland hat im zweiten Quartal 2026 zum ersten Mal seit der Corona-Krise Beschäftigte verloren. Wie stark war der Rückgang genau?
Guest: Die Zahl der Erwerbstätigen ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,1 Prozent gesunken. Das zeigt, dass sich der Trend ändert.
Host: Welche Branchen waren besonders betroffen?
Guest: Handel, Verkehr und Gastgewerbe verloren 1,1 Prozent. Im öffentlichen Dienst wuchs die Beschäftigung dagegen um 1,5 Prozent.
Host: Wie viele Menschen arbeiten insgesamt in Deutschland?
Guest: Insgesamt waren es rund 45,7 Millionen Erwerbstätige, saisonbereinigt ein Minus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Host: Und außerhalb des Dienstleistungssektors? Dort waren die Rückgänge doch noch stärker, oder?
Guest: Ja, am Bau sank die Zahl um 0,7 Prozent, in der Land- und Forstwirtschaft um 1,5 Prozent und in der Industrie um 2,0 Prozent.
Host: Warum schließen so viele Industriebetriebe?
Guest: Patrik-Ludwig Hantzsch von Creditreform spricht von einem Zangenangriff, weil geopolitische Krisen wie der Iran-Konflikt und die US-Zölle auf hohe Energiekosten und Bürokratie treffen. Deshalb gaben im vergangenen Jahr rund 11.000 Industrieunternehmen auf.
Host: Betrifft das auch andere Branchen?
Guest: Ja, 2025 schlossen 187.744 Unternehmen, so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr, aber nur 13 Prozent waren Insolvenzen.
Host: Was ist dann der Hauptgrund?
Guest: Wenn Inhaber in Rente gehen und keine Nachfolge finden, schließen viele Betriebe. Das betrifft laut ZEW-Forscherin Sandra Gottschalk fast ein Drittel aller freiwilligen Aufgaben.
Host: Das Gastgewerbe war besonders hart getroffen, oder?
Guest: Stimmt, 2025 schlossen etwa 15.000 Restaurants und Beherbergungsbetriebe, ein Anstieg von 15 Prozent. Deshalb gilt seit 2026 ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen.
Host: Und im Gesundheitswesen?
Guest: Dort schlossen knapp 11.000 Einrichtungen, darunter 5.500 Arztpraxen, ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!