ListenYourNews
B2
Ein Gewächshaus voller Bücher und Gespräche
In Frontin, einem kleinen Dorf in Italien, hat Chiara Alpago-Novello ein altes Gewächshaus in einen Kulturort verwandelt. Bei 'La Serra' kann man ein literarisches Frühstück genießen: Man liest, isst und diskutiert zusammen.
Start this lesson →
📖 ReadA podcast dialogue written for your level
🎧 ListenNative-sounding audio, adjustable speed
✅ QuizCheck what you understood
🎙 SpeakAn AI teacher corrects your answer
Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Ein Gewächshaus wird zum literarischen Treffpunkt.
Host: In einem kleinen Dorf in den Dolomiten hat eine Journalistin etwas Ungewöhnliches geschaffen – einen Ort, wo Literatur und Frühstück zusammenkommen.
Guest: Genau. Chiara Alpago-Novello hat in Frontin, einem kleinen Ort in der Valbelluna, ein altes Gewächshaus in ein literarisches Kulturzentrum verwandelt.
Host: Sie stammt aus einer bellunесischen Familie, lebte aber als Journalistin in Mailand. Wie kam es dazu, dass sie zurückgekehrt ist?
Guest: Vor acht Jahren hat sie sich entschieden, in das alte Familienhaus zurückzukehren. Dort hat sie La Serra, Vivaio Letterario ins Leben gerufen – einen Raum, der früher als landwirtschaftliches Nebengebäude und Gewächshaus diente.
Host: Der Name ist interessant. Vivaio bedeutet ja eigentlich Pflanzschule. Wird hier auf eine Metapher angespielt?
Guest: Sicher. Das Gebäude war früher dazu da, Pflanzen während der kalten Monate zu schützen. Heute werden dort Ideen, Geschichten und Gedanken gepflegt – eine schöne Parallele.
Host: Wann hat das Projekt eigentlich begonnen?
Guest: Im Jahr 2020. Der erste Versuch war ein dreitägiges Yoga-Retreat, aber die Literatur fand schnell ihren Platz im Mittelpunkt des Projekts.
Host: Und wann kam der erste literarische Gast?
Guest: Im August desselben Jahres kam der Turiner Schriftsteller Gian Luca Favetto. Dieser erste Versuch war ein Erfolg, weil er ein echtes Bedürfnis der Menschen traf – sich ungezwungen um Bücher zu versammeln.
Host: Was genau versteht man unter der literarischen Frühstücksrunde?
Guest: Morgens setzt man sich zusammen an einen Tisch, isst, spricht und hört zu. Es gibt einen Autor oder eine Autorin, ein von Chiara gewähltes Thema – und dann entwickelt sich das Gespräch ganz organisch, ohne Starrheit.
Host: Wird dabei strikt beim Buchthema geblieben?
Guest: Nein, durchaus nicht. Die Gespräche können aktuelle Ereignisse, die Region oder ganz andere Themen umfassen, die weit über das jeweilige Buch hinausgehen. Das macht das Format so lebendig.
Host: Wie viele Teilnehmer sind erlaubt?
Guest: Chiara hat die Teilnehmerzahl auf vierzehn Personen begrenzt. Sie möchte, dass die Atmosphäre gesellig und informell bleibt – damit jeder frei sprechen kann, ohne sich wie in einem Theaterpublikum zu fühlen.
Host: Das klingt sehr persönlich. Wie gut wird dieses Angebot angenommen?
Guest: Sehr gut. Die Veranstaltungen sind meistens ausgebucht, mit Wartelisten sogar. Und wer einmal dabei war, kommt in der Regel wieder.
Host: Wie oft finden die Veranstaltungen statt?
Guest: Im Durchschnitt zweimal im Monat. Neben den literarischen Frühstücken gibt es auch die sogenannten Aperilibro – informellere Abende – sowie Themendinners, bei denen das Essen selbst Teil der Erzählung wird.
Host: Gibt es auch eine Unterkunft vor Ort?
Guest: Ja, es gibt ein Bed-and-Breakfast mit zwei Zimmern. Das Kulturprojekt und die Unterkunft ergänzen sich, obwohl das kulturelle Angebot eindeutig im Vordergrund steht.
Host: Was ist für 2026 geplant?
Guest: Am 18. April kommt der feministische Philosoph Lorenzo Gasparrini. Und am 25. April findet eine Olivenölverkostung mit Angela De Luca statt, einer Schokoladenmeisterin und eingetragenen Expertin für Olivenöle.
Host: Das ist eine ungewöhnliche Kombination – Philosophie und Olivenöl unter einem Dach.
Guest: Genau das macht diesen Ort so besonders. Verschiedene Welten werden miteinander verbunden, immer in einem geselligen Rahmen, der nicht akademisch wirkt.
Host: Kann man sich über das Programm informieren?
Guest: Ja, auf der Website des Vivaio Letterario kann man das Sommerprogramm einsehen und sich für den Newsletter anmelden, damit man keinen Termin verpasst.
Host: Ein ehemaliges Gewächshaus, das zu einem unabhängigen Kulturzentrum wurde – das zeigt, dass kulturelles Leben nicht nur in Großstädten möglich ist.
Guest: Absolut. Chiara hat bewiesen, dass man auch in einem kleinen Bergdorf einen lebendigen Ort für Literatur und Begegnung schaffen kann, solange die Idee stark genug ist.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!