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EU und China entschärfen Handelsstreit bei Hybridautos
China liefert künftig vier Jahre lang weniger Hybridautos nach Europa. Das sagte EU-Kommissar Sefcovic nach Gesprächen in Peking. Grund war der starke Anstieg von Hybridauto-Exporten, weil diese bisher keine Zölle hatten.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über EU und China entschärfen Handelsstreit bei Hybridautos.
Host: Laut Kommissar Sefcovic hat sich China bereit erklärt, künftig deutlich weniger Hybridautos in die EU zu liefern. Wie bewerten Sie diese Ankündigung?
Guest: Das ist tatsächlich bemerkenswert, denn Sefcovic selbst hat betont, dass China seinen Export erstmals zurückfährt, ohne dass es vorher zu einem offenen Konflikt gekommen ist.
Host: Über welchen Zeitraum soll diese Vereinbarung denn gelten?
Guest: Nach seinen Angaben wurde sie für vier Jahre ausgehandelt. Die EU rechnet damit, dass dadurch mehrere Millionen weniger chinesische Fahrzeuge auf den europäischen Markt kommen werden.
Host: Warum waren Hybridautos bisher überhaupt ein Problem, während reine Elektrofahrzeuge ja schon seit Ende 2024 mit Zöllen belegt wurden?
Guest: Genau das war der Kern des Problems. Hybridautos wurden von diesen Zöllen nicht erfasst, weshalb die Exportzahlen chinesischer Hybridmodelle nach Europa zuletzt stark angestiegen sind.
Host: Wie hat die europäische Autoindustrie auf die neue Einigung reagiert?
Guest: Zunächst zufrieden, auch wenn man abwarten muss, ob sich das langfristig bestätigt.
Host: Tim Rühling vom EU-Institut für Sicherheitsstudien hat ja eine Erklärung dafür geliefert, warum Peking überhaupt nachgegeben hat. Was meint er?
Guest: Rühling zufolge hat China vor allem deshalb eingelenkt, weil Peking umfassendere Exportbeschränkungen über mehrere Branchen hinweg fürchtete. Außerdem habe man in Peking eine veränderte Haltung in Berlin registriert.
Host: Das bezieht sich wohl auf die Forderungen von Bundeskanzler Merz und Präsident Macron?
Guest: Richtig, beide hatten zuvor gefordert, dass die EU-Kommission schärfere und schnellere Schutzmaßnahmen gegenüber China einsetzen solle.
Host: Wie wichtig ist der europäische Markt denn tatsächlich für China?
Guest: Die EU ist für China der drittgrößte Exportmarkt. Rühling zufolge macht Europa zwar nur etwa 15 Prozent der chinesischen Ausfuhren aus, gilt aber wegen der höheren erzielbaren Preise als besonders wichtig für die Gewinne chinesischer Unternehmen.
Host: Die EU-Kommission wirft China ja vor, die Preise künstlich niedrig zu halten.
Guest: Ja, durch staatliche Subventionen. Insgesamt verkauft China nach EU-Angaben dreimal so viel nach Europa, wie es von dort importiert, wodurch das Handelsdefizit Rekordwerte erreicht hat.
Host: Mit welchen Folgen für die europäische Industrie?
Guest: Mehrere europäische Industriezweige geraten dadurch unter Druck. Sefcovic nannte dieses Defizit nicht tragfähig und bezeichnete die Hybridauto-Einigung lediglich als ersten Schritt zu mehr Ausgleich.
Host: Es gibt aber noch einen weiteren Streitpunkt, nämlich die Seltenen Erden.
Guest: Genau. China hat dort eine marktbeherrschende Stellung bei Abbau und Verarbeitung und kontrolliert den Export streng. In Peking wurde nun signalisiert, EU-Unternehmen den Zugang zu Exportlizenzen zu erleichtern.
Host: Ist das denn ein echtes Zugeständnis?
Guest: Rühling sieht das eher als symbolische Geste, da China nach geltendem Recht deutlich weitreichendere, mehrjährige Generallizenzen für mehr europäische Firmen gewähren könnte, dies aber bislang nicht tut.
Host: Wie geht es jetzt weiter?
Guest: Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen die Verhandlungsergebnisse kommende Woche beraten, während die nächste Gesprächsrunde zwischen Brüssel und Peking erst für Januar 2027 geplant ist.
Host: Und was erwarten Experten von diesen künftigen Gesprächen?
Guest: Dass es dabei nicht mehr nur um einzelne Produkte wie Hybridautos gehen wird, sondern um ganze Wirtschaftssektoren.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!