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Friedenspreisträger Sands fordert Kritik an Israels Vorgehen in Gaza
Philippe Sands bekam den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche in Frankfurt. In seiner Rede forderte er klare Kritik an Israels Vorgehen in Gaza und im Westjordanland.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Friedenspreisträger Sands fordert deutliche Kritik an Israels Vorgehen in Gaza.
Host: Philippe Sands hat am 11. Oktober 2026 in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten, und seine Dankesrede hat ziemlich für Diskussionen gesorgt.
Guest: Ja, weil er ganz offen gefordert hat, dass Verletzungen des Völkerrechts nicht übergangen werden dürfen, egal von wem sie begangen werden.
Host: Er hat dabei konkret Israel angesprochen, oder?
Guest: Genau, er forderte, dass auch das Vorgehen Israels im Gazastreifen und im Westjordanland offen benannt und kritisiert wird.
Host: Das ist ja ein heikles Thema. Wie hat er das begründet?
Guest: Er meinte, Deutschland habe sich wie kaum ein anderes Land intensiv mit den eigenen historischen Verbrechen auseinandergesetzt, während beim Thema Israel bis heute ein auffälliges Schweigen herrsche.
Host: Hat er gesagt, dass Kritik an Israel automatisch antisemitisch sei?
Guest: Im Gegenteil, er stellte klar, dass solche Kritik weder antisemitisch noch grundsätzlich israelfeindlich sei, sondern einfach sachliche Wahrheit.
Host: Und was hat er über den 7. Oktober gesagt?
Guest: Nach seinen Worten wurden sowohl am 7. Oktober auf israelischem Gebiet als auch anschließend in Gaza und im Westjordanland Völkerstraftaten verübt.
Host: Wie wurde das im Publikum aufgenommen?
Guest: Nicht alle haben applaudiert, obwohl der Saal voller wichtiger Persönlichkeiten war. Bundespräsident Steinmeier zum Beispiel applaudierte an dieser Stelle nicht.
Host: Aber es gab auch zustimmende Stimmen?
Guest: Hessens Kulturminister Timon Gremmels würdigte die Rede als wichtigen Hinweis auf die Bedeutung von Völkerrecht und Menschenrechten für alle Seiten gleichermaßen.
Host: Sands hat ja auch eine sehr persönliche Geschichte. Kannst du die kurz erklären?
Guest: Er wurde 1960 in London in eine jüdische Familie geboren und verlor zahlreiche Angehörige im Holocaust. Weil in seiner Familie lange über dieses Trauma geschwiegen wurde, begann er später, seine Wurzeln in der ukrainischen Stadt Lemberg zu erforschen.
Host: Und dabei stieß er auf wichtige Juristen?
Guest: Ja, auf Hersch Lauterpacht und Raphael Lemkin, die nach 1945 die Rechtsbegriffe für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und für Genozid geprägt haben.
Host: Deshalb wurde er also Menschenrechtsanwalt?
Guest: Genau, seine Arbeit am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und sein Schreiben versteht er als bewussten Gegenentwurf zum familiären Schweigen.
Host: Wer hat eigentlich die Laudatio gehalten?
Guest: Die österreichische Historikerin Mirjam Zadoff, die das NS-Dokumentationszentrum München leitet. Die Urkunde wurde von Sebastian Guggolz überreicht, dem Vorsteher des Börsenvereins.
Host: Und Frankfurts Oberbürgermeister hat in seiner Rede noch jemanden erwähnt?
Guest: Mike Josef erinnerte an Fritz Bauer, den früheren hessischen Generalstaatsanwalt, der den Frankfurter Auschwitzprozess initiiert hatte.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!