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Koalition einigt sich auf zweistufige Zuckersteuer
Die schwarz-rote Koalition hat sich auf eine neue Steuer für zuckerhaltige Getränke geeinigt. Die Steuer soll ab Juli 2027 gelten und mehr Geld für den Staat bringen.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Koalition einigt sich auf zweistufige Zuckersteuer.
Host: Die Koalition hat sich endlich auf eine Zuckersteuer verständigt, nachdem monatelang darüber gestritten wurde.
Guest: Ja, genau. Das Bundesfinanzministerium hat am 14. Oktober mitgeteilt, dass man sich auf eine gemeinsame Formulierungshilfe geeinigt habe.
Host: Interessant ist, dass zuerst gar nicht die Regierung selbst darüber informiert hat, sondern Medien.
Guest: Stimmt, das Redaktionsnetzwerk Deutschland und die Bild-Zeitung hatten schon vorher über die Einigung berichtet.
Host: Und das Kabinett wollte die Vorlage sogar noch am selben Tag beschließen.
Guest: Richtig. Dabei handelt es sich um ein zweistufiges Modell, das zum 1. Juli 2027 in Kraft treten soll.
Host: Wie genau funktioniert dieses zweistufige System?
Guest: Getränke mit mindestens fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter werden künftig mit 26 Cent besteuert. Enthält ein Getränk acht Gramm oder mehr, steigt die Abgabe auf 32 Cent.
Host: Gibt es Ausnahmen für kleinere Hersteller?
Guest: Ja, Hersteller, die weniger als eine Million Liter im Jahr produzieren, sollen von der Steuer ausgenommen bleiben, damit kleine Betriebe nicht zu stark belastet werden.
Host: Welche Ziele verfolgt Finanzminister Lars Klingbeil mit dieser Abgabe?
Guest: Er verfolgt zwei Ziele gleichzeitig: Einerseits sollen zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt entstehen, andererseits sollen die Hersteller dazu angeregt werden, den Zuckergehalt zu senken.
Host: Wie viel Geld erwartet die Regierung dadurch?
Guest: Laut den aktuellen Berechnungen soll die Steuer 2027 etwa 690 Millionen Euro einbringen, 2028 sogar schon rund 925 Millionen Euro.
Host: Der Weg zu dieser Einigung war aber offenbar nicht einfach.
Guest: Nein, überhaupt nicht. Anfang Oktober hatte das Kanzleramt Klingbeils ursprünglichen Entwurf zunächst gestoppt.
Host: Warum wurde er gestoppt, obwohl Klingbeil doch Teil der Regierung ist?
Guest: Weil der Entwurf von den Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit abwich und deshalb in der Koalition keine Mehrheit gefunden hätte.
Host: Gab es noch weiteren Druck, bevor die Einigung erzielt wurde?
Guest: Ja, neun unionsgeführte Agrar- und Verbraucherschutzminister der Bundesländer hatten einen gemeinsamen Brief an Kanzler Friedrich Merz geschrieben, in dem sie sich gegen die Steuer aussprachen.
Host: Was war ihr Hauptargument dagegen?
Guest: Sie argumentierten, dass eine solche Abgabe eine unnötige staatliche Einmischung in Kaufentscheidungen bedeute und bestimmte Lebensmittel zusätzlich belaste.
Host: Und ist die Kritik nach dem Kompromiss jetzt verstummt?
Guest: Keineswegs. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein von der CDU hat die Abgabe im Kölner Stadt-Anzeiger sogar als "Teuer-Steuer" bezeichnet.
Host: Was stört ihn konkret daran?
Guest: Er findet, dass angesichts der ohnehin steigenden Lebenshaltungskosten ein falsches Signal gesendet werde.
Host: Befürchtet er auch wirtschaftliche Folgen?
Guest: Ja, er sieht Arbeitsplätze in der überwiegend mittelständisch geprägten Getränkeindustrie gefährdet, weil die Branche durch die neue Abgabe zusätzlich belastet wird.
Host: Man merkt also, dass selbst nach der Einigung innerhalb der Union keine Einigkeit besteht.
Guest: Genau, während die Koalition als Ganzes sich verständigt hat, gibt es innerhalb der CDU weiterhin unterschiedliche Meinungen zu dem Thema.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!