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Lufthansa bekommt Anteile an TAP
Portugal wählt Lufthansa als neuen Partner für die Fluggesellschaft TAP. Lufthansa kauft 44,9 Prozent der Anteile für rund 1,2 Milliarden Euro.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Lufthansa erhält Zuschlag für Anteile an Portugals TAP.
Host: Die portugiesische Regierung hat sich entschieden, Lufthansa bekommt den Zuschlag für TAP, nicht Air France-KLM. Wie kam es dazu?
Guest: Das Kabinett in Lissabon hat am 14. Oktober beschlossen, Lufthansa 44,9 Prozent der Anteile zu übertragen. Ministerpräsident Montenegro hat das direkt nach der Sitzung bekanntgegeben.
Host: Und warum hat sich Lufthansa gegen die Franzosen und Niederländer durchgesetzt?
Guest: Air France-KLM hatte im September ein endgültiges Gebot eingereicht, nachdem die Regierung Nachbesserungen gefordert hatte, aber laut Montenegro lag das Angebot rund 16 Prozent niedriger als das von Lufthansa.
Host: Wie viel zahlt Lufthansa denn für den Anteil?
Guest: Rund 1,2 Milliarden Euro, und zwar in bar, nicht über Aktienpakete, wie es bei solchen Deals manchmal gemacht wird.
Host: Heißt das, Lufthansa steigt jetzt sofort ein?
Guest: Nein, ganz im Gegenteil. Obwohl die Entscheidung gefallen ist, muss das Geschäft erst noch von der EU-Kommission kartellrechtlich geprüft werden. Das kann 18 bis 24 Monate dauern, sodass der endgültige Abschluss erst für 2028 erwartet wird.
Host: Bleibt TAP trotzdem mehrheitlich staatlich?
Guest: Ja, die Mehrheit der Anteile verbleibt beim portugiesischen Staat, obwohl Lufthansa fast 45 Prozent übernimmt. Der Staat hatte TAP schließlich 2020 verstaatlicht, während der Corona-Pandemie, um die Airline vor der Insolvenz zu bewahren.
Host: Was macht TAP für Lufthansa eigentlich so interessant?
Guest: Vor allem das Streckennetz nach Lateinamerika, besonders nach Brasilien, sowie in portugiesischsprachige Länder Afrikas und in die USA. Das sind Märkte, die Lufthansa bisher nicht so stark bedient.
Host: Und was plant der Konzern konkret mit TAP?
Guest: Lissabon soll als Drehkreuz gestärkt werden, und auch Porto soll ausgebaut werden. Gleichzeitig soll TAP ihre nationale Identität als Marke behalten, ähnlich wie es schon bei anderen Lufthansa-Töchtern gehandhabt wird.
Host: Gibt es auch Investitionen jenseits des Flugbetriebs?
Guest: Ja, die Wartungstochter Lufthansa Technik will in Santa Maria da Feira eine Reparatur- und Instandhaltungsanlage bauen. Dadurch sollen etwa 700 neue Arbeitsplätze entstehen.
Host: Wie groß ist TAP eigentlich im Moment?
Guest: Die Airline beschäftigt rund 9.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreibt eine Flotte von mehr als 100 Flugzeugen.
Host: Wirtschaftlich läuft es aber gerade nicht so gut, oder?
Guest: Stimmt. Nach vier profitablen Jahren steht TAP derzeit unter Druck. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die Airline einen Nettoverlust von 99,2 Millionen Euro, vor allem wegen gestiegener Kerosinpreise.
Host: Aber die Passagierzahlen sind doch gestiegen?
Guest: Ja, obwohl der Verlust gewachsen ist, legten die Betriebserlöse um 4,3 Prozent auf etwa 2,04 Milliarden Euro zu. Und TAP beförderte mit 8,2 Millionen Passagieren 4,2 Prozent mehr Reisende als im Vorjahr.
Host: Ist TAP damit das einzige neue Engagement von Lufthansa in Südeuropa?
Guest: Nein. Lufthansa hält schon 41 Prozent an der italienischen ITA und will den Anteil 2027 über eine Option auf 90 Prozent erhöhen. Außerdem gehören die früheren Staatsairlines der Schweiz, Österreichs und Belgiens schon zum Konzern, sodass das europäische Beteiligungsportfolio mit TAP weiter wachsen würde.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!