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Mehr abgelehnte Asylbewerber verlassen Deutschland freiwillig
Immer mehr Migranten verlassen Deutschland freiwillig mit staatlicher Hilfe. Trotzdem bleibt die Zahl der Menschen ohne Bleiberecht sehr hoch.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Mehr abgelehnte Asylbewerber verlassen Deutschland freiwillig.
Host: Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich mehr Menschen freiwillig ausgereist als im Vorjahr. Wie erklärst du dir diesen Anstieg?
Guest: Die Zahlen sind wirklich auffällig. Von Januar bis Juni 2026 haben 9.276 Personen im Rahmen staatlich geförderter Rückkehrprogramme ihr Herkunftsland wieder erreicht, während es im gleichen Zeitraum 2025 nur etwa 7.300 waren.
Host: Das ist ein deutlicher Sprung. Zeichnete sich dieser Trend schon vorher ab?
Guest: Ja, bereits 2025 gab es eine spürbare Zunahme. Damals wurden rund 16.600 Menschen bei der Rückkehr unterstützt, nachdem es 2024 noch 10.358 gewesen waren. Der Trend läuft also schon seit einiger Zeit.
Host: Trotzdem bleibt die Gesamtzahl der ausreisepflichtigen Personen offenbar hoch, oder?
Guest: Genau, das ist der zweite Teil der Geschichte. Laut Ausländerzentralregister waren Ende Juni 2026 insgesamt 258.845 Menschen zur Ausreise verpflichtet. Davon galten allerdings 199.271 als geduldet, das heißt, ihre Abschiebung wurde vorübergehend ausgesetzt.
Host: Was bedeutet das konkret für die Abschiebungszahlen selbst?
Guest: Das Bundesinnenministerium bezifferte die Abschiebungen zwischen Januar und Juni 2026 auf 18.939 Personen. Ein Teil davon wurde zwangsweise durchgeführt, mit polizeilicher Unterstützung, während ein anderer Teil im Zusammenhang mit finanziellen Anreizen erfolgte.
Host: Apropos finanzielle Anreize, welche Unterstützung bietet das BAMF konkret an?
Guest: Das Amt übernimmt zunächst die Flugkosten. Zusätzlich gibt es eine sogenannte Starthilfe, damit die Rückkehrer sich im Herkunftsland neu einrichten können. Erwachsene erhalten 1.000 Euro, für Kinder und Jugendliche werden 500 Euro gezahlt.
Host: Gilt diese Förderung eigentlich für alle Herkunftsländer gleichermaßen?
Guest: Nicht ganz. Interessant ist, dass Betroffene seit Januar 2025 über dieses Programm auch wieder gezielt nach Syrien zurückkehren können, obwohl die Förderung für dieses Land zuvor wegen des dortigen Krieges ausgesetzt gewesen war.
Host: Das zeigt also, dass sich die Lage in Syrien aus Sicht der Behörden verändert hat.
Guest: Zumindest wird die Rückkehr dorthin inzwischen wieder ermöglicht, ja. Insgesamt lassen sich damit zwei parallele Entwicklungen erkennen.
Host: Welche zwei Entwicklungen meinst du genau?
Guest: Einerseits steigt die Bereitschaft zur freiwilligen, finanziell unterstützten Rückkehr deutlich an. Andererseits bleibt die Gesamtzahl der Menschen ohne gesichertes Bleiberecht weiterhin sehr hoch, sodass sich beide Trends gleichzeitig fortsetzen.
Host: Ein wirklich zwiespältiges Bild also, wenn man beide Zahlen nebeneinander betrachtet.
Guest: Absolut. Während die geförderte Rückkehr also zunimmt, wird die strukturelle Herausforderung durch die hohe Zahl geduldeter Personen dadurch nicht automatisch kleiner.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!