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Mehr abgelehnte Asylbewerber verlassen Deutschland freiwillig
Immer mehr Migranten verlassen Deutschland freiwillig mit staatlicher Hilfe. Trotzdem bleibt die Zahl der Menschen ohne Bleiberecht sehr hoch.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Mehr abgelehnte Asylbewerber verlassen Deutschland freiwillig.
Host: Die neuen Zahlen des BAMF sind schon bemerkenswert – in der ersten Jahreshälfte 2026 sind fast 9.300 Menschen freiwillig aus Deutschland ausgereist, deutlich mehr als im Vorjahr.
Guest: Ja, genau, im Vergleich zu den rund 7.300 Personen im gleichen Zeitraum 2025 ist das ein spürbarer Anstieg, und zwar im Rahmen staatlich geförderter Rückkehrprogramme.
Host: Das heißt, dieser Trend war eigentlich schon vorher erkennbar, oder?
Guest: Absolut, schon 2025 zeichnete sich das ab: Damals wurden rund 16.600 Menschen bei der Rückkehr unterstützt, während es 2024 nur 10.358 waren – also fast eine Verdopplung innerhalb weniger Jahre.
Host: Was steckt denn konkret hinter dieser Förderung? Also was bietet das BAMF den Leuten an, damit sie freiwillig gehen?
Guest: Im Kern übernimmt das Amt die Flugkosten und zahlt zusätzlich eine sogenannte Starthilfe – Erwachsene bekommen 1.000 Euro, für Kinder und Jugendliche sind es 500 Euro.
Host: Das klingt zunächst nach einem überschaubaren Betrag, aber offenbar wirkt der Anreiz doch.
Guest: Insofern schon, allerdings muss man auch sehen, dass seit Januar 2025 wieder gezielt nach Syrien zurückgekehrt werden kann, nachdem die Förderung dorthin wegen des Krieges lange ausgesetzt war.
Host: Ah, das ist ein wichtiger Punkt – also ein Teil des Anstiegs könnte auch schlicht daran liegen, dass ein neues Zielland dazugekommen ist.
Guest: Genau, das lässt sich aus den Zahlen allein zwar nicht eindeutig belegen, aber es ist plausibel, dass die Wiederaufnahme Syriens einen Teil des Anstiegs erklärt.
Host: Trotzdem bleibt ja die Gesamtzahl der ausreisepflichtigen Personen weiterhin sehr hoch, wenn ich das richtig gelesen habe.
Guest: Ja, laut Ausländerzentralregister waren Ende Juni 2026 insgesamt 258.845 Menschen zur Ausreise verpflichtet.
Host: Das ist eine enorme Zahl. Wie viele davon sind denn tatsächlich geduldet, also vorübergehend nicht abschiebbar?
Guest: Rund 199.271 Personen galten als geduldet – das ist also die überwiegende Mehrheit dieser Gruppe.
Host: Insofern klafft da eine gewisse Lücke zwischen der Zahl der Ausreisepflichtigen und den tatsächlichen Rückkehrern, ob freiwillig oder erzwungen.
Guest: Richtig, und genau deshalb wird ja auch parallel auf Abschiebungen gesetzt: Zwischen Januar und Juni 2026 wurden laut Bundesinnenministerium 18.939 Personen abgeschoben.
Host: Erfolgten diese Abschiebungen alle zwangsweise, oder gibt es da eine Überschneidung mit den geförderten Programmen?
Guest: Nein, das ist differenzierter: Ein Teil wurde mit polizeilicher Unterstützung zwangsweise durchgeführt, ein anderer Teil hängt eben mit finanziellen Anreizen und Förderprogrammen des Bundes zusammen.
Host: Das verwischt ja ein bisschen die klare Trennung zwischen freiwilliger Rückkehr und Abschiebung, die man vielleicht erwarten würde.
Guest: Stimmt, die Grenzen sind fließender, als es auf den ersten Blick scheint – manche kehren letztlich unter Druck zurück, nutzen dabei aber trotzdem die finanzielle Unterstützung.
Host: Wenn man die beiden Entwicklungen zusammen betrachtet – steigende freiwillige Rückkehr einerseits, anhaltend hohe Zahl an Menschen ohne gesichertes Bleiberecht andererseits – wie würdest du das insgesamt einordnen?
Guest: Ich würde sagen, es zeigt, dass die Förderprogramme durchaus greifen und die Bereitschaft zur Rückkehr wächst, dass aber gleichzeitig das strukturelle Problem der hohen Zahl an Ausreisepflichtigen dadurch längst nicht gelöst ist.
Host: Also ein Teilerfolg, der das Grundproblem nicht beseitigt.
Guest: Genau, folglich bleibt abzuwarten, ob sich der positive Trend bei den freiwilligen Ausreisen 2026 fortsetzt und ob er tatsächlich spürbar zur Entlastung des Gesamtsystems beiträgt.
Host: Man darf also nicht nur auf die eine Zahl schauen, sondern muss beide Entwicklungen zusammen lesen.
Guest: Genau, nur im Zusammenspiel ergeben die Zahlen ein realistisches Bild der aktuellen Migrationspolitik.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!