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Nach Sabotageverdacht in Polen: Wadephul mahnt engere EU-Zusammenarbeit an
Nach einem Feuer in einer Starlink-Anlage in Polen spricht Außenminister Wadephul über mehr Sicherheit in Europa. In Deutschland gibt es auch neue Festnahmen.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Sabotageverdacht in Polen: Wadephul fordert engere EU-Zusammenarbeit.
Host: Der mutmaßliche Sabotageanschlag auf die Starlink-Anlage in Polen sorgt gerade für ziemliches Aufsehen. Was ist da eigentlich genau passiert?
Guest: Am 23. September brannte es in einem Terminal des Satelliteninternetdienstes Starlink, etwa 50 Kilometer südlich von Warschau. Diese Anlage ist deshalb so wichtig, weil sie auch die Internetversorgung in der Ukraine absichert.
Host: Und die polnische Regierung geht offenbar nicht von einem Zufall aus?
Guest: Nein, Polens Regierung vermutet einen gezielten Sabotageakt, hinter dem russische Geheimdienste als Auftraggeber stecken sollen.
Host: Außenminister Wadephul hat sich dazu ja auch geäußert, oder?
Guest: Genau, er sprach am Montag am Rande eines Sicherheitsforums in Warschau, wo er zuvor mit Sikorski gesprochen hatte. Er sagte, Europa stehe im Visier Russlands, obwohl sich die Angriffe früher fast nur auf die Ukraine beschränkt hätten.
Host: Deshalb fordert er wohl eine engere europäische Zusammenarbeit?
Guest: Ja, er betonte, dass die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich ausgebaut werden müsse. Gleichzeitig lobte er die jüngsten Festnahmen in Deutschland, weil sie zeigten, dass die Kooperation zwischen den Nachrichtendiensten der Bündnispartner bereits gut funktioniere.
Host: Welche Befugnisse will er denn ausbauen?
Guest: Er kündigte an, dem Bundesnachrichtendienst künftig mehr Befugnisse geben zu wollen, damit Täter frühzeitig gestoppt werden können. Außerdem sprach er sich für eine Neuausrichtung der zivilen Verteidigung aus.
Host: Was weiß man über die Festnahmen selbst?
Guest: Am Montag wurden in Nürtingen, in Baden-Württemberg, zwei tatverdächtige Männer von Spezialkräften festgenommen. Beide sind türkische Staatsangehörige; einer lebt in Deutschland, gegen den anderen liegt bereits eine Abschiebungsanordnung vor.
Host: Gab es dazu offizielle Angaben?
Guest: Innenminister Manuel Hagel bestätigte, dass zwei europäische Haftbefehle beim Bundeskriminalamt eingegangen waren. Im Zuge der Festnahmen wurden drei Wohnungen durchsucht, zwei davon im Südwesten. Eine zunächst festgehaltene Zeugin wurde wieder freigelassen.
Host: Wie hat Hagel die Ermittlungen eingeschätzt?
Guest: Er sprach von einer sehr frühen Ermittlungsphase und forderte, dass die Verfassungsschutzbehörden der Länder zu echten Abwehrdiensten weiterentwickelt werden müssten.
Host: Und was sagt die polnische Polizei zu den Ermittlungen?
Guest: Polizeichef Marek Boron erklärte, dass anhand von Fingerabdrücken und DNA-Spuren sowohl die Tatvorbereitung als auch die Fluchtroute der Verdächtigen nachvollzogen werden konnte. Beide sollen möglichst schnell an polnische Behörden überstellt werden.
Host: Gibt es noch weitere Verdächtige?
Guest: Medienberichten zufolge, die bislang unbestätigt sind, soll es zwei weitere Festnahmen gegeben haben: in Berlin-Spandau einen mutmaßlichen Fahrer der beiden Männer und in Karlsruhe eine Frau mit angeblichen Verbindungen zur organisierten Kriminalität.
Host: Wie reagiert die Politik abgesehen von Wadephul?
Guest: Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Konstantin von Notz, forderte ebenfalls eine engere Vernetzung der europäischen Nachrichtendienste, weil autoritäre Staaten für solche Angriffe häufig kurzfristig angeworbene Agenten und organisierte Kriminalität nutzten.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!