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B2
Neue Nukleartechnologie für zu Hause
A Milan-based company called Prometheus claims they could have home nuclear reactors in boilers within three years. The technology is based on controversial LENR (Low Energy Nuclear Reactions), which could potentially produce more energy than conventional processes.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Prometheus und die Verheißung der Kernreaktionen im Haus.
Host: Die Firma Prometheus aus Mailand hat auf dem Technopark Kilometro Rosso in Bergamo eine ziemlich mutige Ankündigung gemacht, oder?
Guest: Ja, genau. Sie behaupten, dass es eine Wahrscheinlichkeit von mindestens siebzig Prozent gibt, dass ihre Geräte zur Wärmeerzeugung innerhalb von drei Jahren in unseren Häusern stehen könnten.
Host: Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Worum geht es bei dieser Technologie eigentlich?
Guest: Es handelt sich um sogenannte LENR, also Low Energy Nuclear Reactions. Der Begriff hat den älteren Ausdruck kalte Fusion ersetzt, weil dieser zu umstritten war.
Host: Aber es geht nicht um klassische Kernkraftwerke, oder?
Guest: Nein, überhaupt nicht. Es geht weder um Kernspaltung noch um Fusion wie in der Sonne. Die Phänomene sollen in kondensierter Materie auftreten, also in Metallen, die mit Wasserstoff oder Deuterium angereichert wurden.
Host: Und obwohl die dabei beteiligten Energien viel niedriger sind als in der konventionellen Kernphysik, sollen trotzdem anomale Effekte entstehen?
Guest: Genau, das ist die zentrale Behauptung. Deshalb ist die Skepsis in der Wissenschaft auch so groß.
Host: Welche Zahl nennt Prometheus denn konkret, damit man die Leistung einschätzen kann?
Guest: Sie sprechen von einem COP, also einem Coefficient of Performance, von eins Komma fünf auf thermischer Ebene.
Host: Was bedeutet das genau?
Guest: Für je hundert Einheiten Energie, die man hineinsteckt, würde das System hundertfünfzig Einheiten Wärme liefern.
Host: Das erinnert mich an eine Wärmepumpe, die ja auch mehr Energie liefert, als man hineinsteckt.
Guest: Richtig, aber der Unterschied ist wichtig. Eine Wärmepumpe verbraucht zum Beispiel eine Kilowattstunde Strom und liefert drei bis vier Kilowattstunden Wärme, weil sie Wärme aus der Umgebung, also aus der Luft oder dem Boden, überträgt.
Host: Während Prometheus behauptet, dass der Überschuss bei ihrer Technologie nicht aus der Umgebung stammt?
Guest: Genau. Sie behaupten, dass es sich um ein geschlossenes, internes Phänomen handelt, das nicht durch gewöhnliche Chemie erklärt werden kann.
Host: Gibt es außer den drei Jahren für die Heizgeräte noch andere Zeitpläne?
Guest: Ja, für Dual-Use-Anwendungen, also für den Antrieb von zivilen und militärischen Fahrzeugen, nennen sie einen Zeithorizont von fünf Jahren.
Host: Und wer unterstützt diese Ankündigung eigentlich, damit sie glaubwürdiger wirkt?
Guest: Unter anderem der ehemalige Direktor der ENEA, was der Ankündigung sicherlich mehr Gewicht verleiht.
Host: Trotzdem bleibt es eine sehr kühne Prognose, obwohl das Feld schon seit Jahrzehnten diskutiert wird.
Guest: Absolut. Die LENR-Forschung existiert bereits seit Jahrzehnten, aber bisher wurde noch nie eine Industrie-Roadmap mit einem derart konkreten Zeitplan präsentiert.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!