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Papst fordert von Putin Waffenruhe für Oleschky
Papst Leo XIV. bittet Putin in einem Telefonat um eine Waffenruhe in der Stadt Oleschky. Dort ist die humanitäre Lage seit Monaten sehr schwierig.
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Host: Herzlich willkommen zum Podcast von ListenYourNews, hier ist Julia.
Guest: Und ich bin Marco. Heute sprechen wir über Papst fordert von Putin Waffenruhe für Oleschky.
Host: Dieses Telefongespräch zwischen Papst Leo XIV. und Wladimir Putin wirkt auf den ersten Blick wie ein rein humanitärer Vermittlungsversuch, allerdings fällt der Zeitpunkt doch ins Auge – der Papst führte das Gespräch ja direkt aus dem Krankenbett.
Guest: Genau, das ist insofern bemerkenswert, als er sich erst drei Tage zuvor im Gemelli-Krankenhaus einer Operation wegen Lungenkrebs unterzogen hatte. Dass er trotz dieser gesundheitlichen Belastung sofort wieder diplomatisch aktiv wurde, zeigt, wie dringlich ihm die Lage in Oleschky erscheint.
Host: Was genau macht diese Stadt denn so kritisch? Mir war bislang nicht bewusst, dass dort überhaupt noch Zivilisten leben.
Guest: Laut ukrainischen Angaben halten sich dort noch rund zweitausend Menschen auf, und zwar in einer Kleinstadt, die seit Monaten vollständig abgeriegelt ist. Hilfsorganisationen beschreiben die Versorgungslage schon seit längerem als äußerst angespannt.
Host: Und geografisch liegt Oleschky ja offenbar mitten in der Frontlinie, oder wie muss man sich das vorstellen?
Guest: Nicht ganz mitten drin, aber nur etwa neun Kilometer von der ukrainisch kontrollierten Gebietshauptstadt Cherson entfernt. Zwischen beiden Orten verläuft eben die Frontlinie, und durch den jahrelangen gegenseitigen Beschuss ist das Umland dermaßen verminst, dass ein Verlassen der Stadt in praktisch jede Richtung lebensgefährlich ist.
Host: Das erklärt natürlich, weshalb der Papst konkret um eine Waffenruhe gebeten hat und nicht nur allgemein zum Frieden aufgerufen hat.
Guest: Richtig, er hat seinen generellen Appell für Dialog zwar erneuert, ging aber darüber hinaus und bat explizit um einen Waffenstillstand in dieser Region – und zwar mit einem ganz konkreten Ziel: Lebensmittel und medizinische Hilfe sollen hineingelangen können, während die Zivilbevölkerung freiwillig und sicher evakuiert werden kann.
Host: Wie hat der Kreml denn auf diesen Vorstoß reagiert? Klingt für mich fast zu gut, um einfach zugesagt zu werden.
Guest: Nun, die Reaktion war durchaus zweigeteilt. Putin wünschte dem Papst zunächst eine rasche Genesung und dankte dem Vatikan für dessen Vermittlungsbereitschaft in humanitären Fragen. Gleichzeitig machte er aber ausschließlich die Ukraine für die Situation in Oleschky verantwortlich.
Host: Das heißt, er hat die Verantwortung komplett von sich gewiesen, obwohl die Stadt doch von russischen Truppen besetzt ist?
Guest: Genau das ist die Widersprüchlichkeit an seiner Aussage. Er sicherte zwar zu, die Bemühungen des Vatikans um Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung zu unterstützen, wälzte die Schuld an der katastrophalen Lage aber einseitig auf Kiew ab. Die russische Seite wirft der ukrainischen Armee ja ohnehin vor, mit Drohnenangriffen gezielt Hilfslieferungen zu verhindern.
Host: Gibt es denn überhaupt Aussicht darauf, dass aus solchen Gesprächen irgendwann tatsächlich etwas Greifbares entsteht?
Guest: Bislang eher nicht, muss man ehrlich sagen. Der Heilige Stuhl bemüht sich schon seit Beginn des Angriffskriegs vor mehr als viereinhalb Jahren wiederholt um Vermittlung zwischen Moskau und Kiew, ohne dass daraus ein greifbarer Erfolg erwachsen wäre.
Host: War der Vatikan nicht sogar einmal als möglicher Ort für Friedensgespräche im Gespräch?
Guest: Doch, zeitweise schon. Russland hat diesen Vorschlag jedoch abgelehnt, sodass sich diese Option bislang zerschlagen hat. Insofern bleibt fraglich, ob dieses jüngste Telefonat mehr bewirkt als frühere Vermittlungsversuche.
Host: Zur Dauer des Gesprächs hat sich der Vatikan ja auch nicht geäußert, was man durchaus als Hinweis auf dessen begrenzte inhaltliche Substanz deuten könnte.
Guest: Das wäre eine mögliche Lesart, ja. Entscheidend wird letztlich sein, ob Putins Zusage, die humanitären Bemühungen zu unterstützen, tatsächlich in eine spürbare Verbesserung für die verbliebenen zweitausend Menschen in Oleschky mündet, oder ob es bei einer symbolischen Geste bleibt.
Host: Das war unsere heutige Folge.
Guest: Danke fürs Zuhören!
Host: Bis zum nächsten Mal!